Bayer fürchtet Ausrutscher - Lästige VfB-Reise

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Arturo Vidal muss mit Leverkusen im eiskalten Trondheim ran

Hamburg - Als zweiter Bundesliga-Klub nach dem VfB Stuttgart will Bayer Leverkusen vorzeitig die K.o.-Runde der Europa League erreichen. Der VfB steht vor einer lästigen Pflichtaufgabe.

Bayer Leverkusen will wie der VfB Stuttgart in der Europa League überwintern, darf sich in Skandinaviens Eises-Kälte aber keinen Ausrutscher leisten. “Es wird ein ungewöhnliches Spiel, aber wir fahren nach Norwegen, um zu gewinnen und in die K.o.- Runde einzuziehen“, sagte Bayer-Coach Jupp Heynckes vor der Partie am Mittwoch (21.05 Uhr/Sky, Sat.1).

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Minus 16 Grad zeigte das Thermometer bei der Ankunft in Trondheim, wo sich die Akteure des Werksclubs warm anziehen müssen, um nach dem bereits qualifizierten VfB (Gastspiel bei Young Boys Bern) vorzeitig weiter zu kommen. Dritter Bundesliga-Vertreter ist Borussia Dortmund. Der Liga-Spitzenreiter greift aber erst am Donnerstag gegen Kaparti Lwiw in das Geschehen ein.

Viel spricht für Bayers vorzeitiges Weiterkommen, aber nicht alles. Die Werkself gewann das Heimspiel gegen Rosenborg deutlich mit 4:0, führt die Tabelle der Gruppe B ungeschlagen mit 8 Punkten vor Atlético Madrid (7), Aris Saloniki (4) und Trondheim (3) an. Dennoch ist besonders Heynckes gewarnt. Als er 1997/1998 mit Real Madrid die Champions League gewann, bezog er mit dem spanischen Spitzenclub die einzige Niederlage (0:2) bei Rosenborg. “Man hat auch in diesem Jahr gesehen, dass Trondheim zu Hause anders spielt“, warnte der Coach.

“Ein Sieg muss unser Anspruch sein“, sagte Manuel Friedrich, der die Gefrierschrank-Temperatur als Ausrede nicht geltenlässt. “Viel bewegen auf dem Spielfeld“, empfiehlt der finnische Innenverteidiger- Kollege Sami Hyypiä. Nicht mitgereist sind der ausgelaugte Kapitän Simon Rolfes und Tranquillo Barnetta (Kniebeschwerden).

“Wir wollen nicht erst im Spiel am 16. Dezember gegen Atlético Madrid alles klar machen. Die Ausgangsposition ist gut, die Chance wollen wir jetzt nutzen“, fordert Bayer-Sportdirektor Rudi Völler. Die Kälte dürfe kein Hindernis sein. “Wir müssen unseren Schweinehund überwinden. Es ist eine Charakterfrage, aber die Mannschaft hat schon oft bewiesen, dass sie Charakter hat.“

Für die schwach in die Liga gestarteten Stuttgarter gilt nach dem mit vier Siegen unerwarteten Spaziergang in die nächste Europacup- Runde das Hauptaugenmerk vorerst dem Klassenverbleib. Die Partie in Bern stört daher die Vorbereitung das Tabellenvorletzten auf das Schlüsselspiel in der Liga gegen 1899 Hoffenheim. “Hoffenheim ist absolut präsent“, räumte VfB-Trainer Jens Keller ein, dass beim VfB das brisante Landesderby drei Tage später absolute Priorität genießt. “Da reicht ein Blick auf die Tabelle.“

Folgerichtig erspart Keller einem halben Dutzend Stammkräften die Schweiz-Reise, damit diese sich daheim optimal auf den Abstiegskampf vorbereiten können. Weitere Stammkräfte reisten zwar mit nach Bern, stehen aber nur für den Notfall bereit. Doch auch mit einer B-Elf will der VfB beim Vierten der Schweizer Super League seine makellose Europa-League-Bilanz ausbauen. “Ich erwarte von jedem, dass er Vollgas gibt“, forderte Keller.

Als sicher gilt, dass er auf dem ungewohnten Kunstrasen im Stade de Suisse Wankdorf Bern eine komplett neue Mittelfeldreihe aufbieten wird. Da Cacau geschont wird und Ciprian Marica gesperrt ist, sollen Pawel Pogrebnjak und Martin Harnik das neue Angriffsduo bilden.

dpa

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