Bundesliga

Bayern zittern sich zum 1:0 in Nürnberg

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Markus Feulner (l) vom 1. FC Nürnberg kämpft mit Mario Gomez vom FC Bayern München um den Ball.

Nürnberg - Der FC Bayern München hat im Kampf um die deutsche Meisterschaft wieder alles selbst in der Hand. Einen Tag nach dem verrückten 4:4 von Borussia Dortmund gegen den VfB Stuttgart machte der deutsche Fußball-Rekordmeister am Samstag beim 1:0 (0:0)-Zittersieg auswärts gegen den 1. FC Nürnberg wertvollen Boden gut.

Dank Arjen Robben (69. Minute) verkürzten die Münchner den Rückstand auf Dortmund in der Tabelle auf drei Punkte. Zudem haben die Bayern das bessere Torverhältnis als der BVB, gegen den es in anderthalb Wochen zum Liga-Gipfel kommt.

In einer lange Zeit zähen Partie kamen die Gäste vor 48 548 Zuschauern im ausverkauften Nürnberger Stadion spät, aber gerade noch rechtzeitig auf Touren. In der turbulenten Schlussphase mussten sie aber noch tüchtig bangen. Nach dem umjubelten Sieg im Liga-Titelkampf soll am Dienstag gegen Olympique Marseille der erwartete Halbfinal-Einzug in der Champions League eingefahren werden. Der „Club“ kassierte im 184. fränkisch-bayerischen Derby die vierte Liga-Niederlage nacheinander und steckt ganz tief im Abstiegskampf.

Drei Tage nach dem Sieg im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League veränderte Trainer Jupp Heynckes das vielbelastete Team auf gleich drei Positionen. „Wir haben einen riesigen Terminkalender“, begründete der Coach die Rotation, „deswegen bin ich einfach gezwungen, zu rotieren.“ Auf dem linken Flügel ersetzten Diego Contento und Danijel Pranjic das Duo David Alaba/Franck Ribéry. Im defensiven Mittelfeld durfte Anatoli Timoschtschuk anstelle von Luiz Gustavo ran.

Schwer taten sich die Münchner beim tapfer aufspielenden „Club“ vor allem vor der Pause. Im Spielaufbau fehlten Elan und Ideen, Tormöglichkeiten gab es kaum zu bestaunen. Ein Kopfball von Holger Badstuber nach Freistoß Robbens ging über das Tor (18.). Nach einer Flanke von Pranjic konnte Robben seine Kopfballchance nicht nutzen (34.).

Zwingende Torszenen gab es auch auf der Gegenseite nicht, aber nach hohen Bällen zeigte sich die FCB-Abwehr wiederholt nicht sattelfest. Jeweils nach Eckball des zur Pause verletzt ausgetauschten Adam Hlousek waren Philipp Wollscheid (7.) und Timmy Simons mit dem Kopf zur Stelle. Der Ball von Simons wurde kurz vor dem Tor von Mario Gomez aus der Gefahrenzone geschlagen.

Mehr Druck entfalteten die Münchner nach dem Seitenwechsel, ein Schuss von Thomas Müller (49.) landete aber in den Armen von Raphael Schäfer. Heynckes versuchte mit den Einwechslungen von Bastian Schweinsteiger (55. für Timoschtschuk) und Frank Ribéry (57. für Pranjic) Akzente zu setzen. Mehr und mehr entwickelte sich ein Spiel auf ein Tor - und in der 69. Minute war es so weit. Ribéry scheiterte noch an Schäfer, aber Robben traf von der Strafraumgrenze. Es war das elfte Saisontor des Niederländers, der im Vorjahr beim letzten Spiel unter Louis van Gaal noch vom Platz gestellt worden war.

In der spannenden Schlussphase brachten die Gäste, bei denen Gomez (87.) noch die Latte traf, den Sieg über die Zeit. Einen Schuss des eingewechselten Almog Cohan lenkte Manuel Neuer auf der Gegenseite noch so gerade an den Pfosten. Kurz danach war Schluss und die Münchner gewannen zum vierten Mal in der Liga in Serie. In Nürnberg hatten sie bis zum Samstag lange auf einen Dreier warten müssen. Zuletzt hatten sie in Franken im Jahr 2005 gewonnen.

Ergebnisse des 28. Spieltags

Borussia Dortmund VfB Stuttgart 4:4
1. FC Nürnberg Bayern München 0:1
FC Augsburg 1. FC Köln 2:1
1. FC Kaiserslautern Hamburger SV 0:1
Bayer Leverkusen SC Freiburg 0:2
Werder Bremen FSV Mainz 05 0:3
Hertha BSC VfL Wolfsburg 1:4
Hannover 96 Bor. Mönchengladbach So. 15.30 Uhr
1899 Hoffenheim FC Schalke 04 So. 17.30 Uhr

Tabelle (Stand: Sonntag, 8.30 Uhr)

Platz Mannschaft Punkte
1 Borussia Dortmund 63
2 Bayern München 60
3 FC Schalke 04 53
4 Bor. Mönchengladbach 51
5 VfB Stuttgart 40
6 Bayer Leverkusen 40
7 Werder Bremen 40
8 VfL Wolfsburg 40
9 Hannover 96 38
10 FSV Mainz 05 33
11 1899 Hoffenheim 33
12 1. FC Nürnberg 31
13 SC Freiburg 31
14 FC Augsburg 30
15 Hamburger SV 30
16 1. FC Köln 28
17 Hertha BSC 26
18 1. FC Kaiserslautern 20

frx/jhf/dpa

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