Staatsanwaltschaft bestätigt

DFB-Steuerverfahren gegen Rauball eingestellt

Reinhard Rauball
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Die Staatsanwaltschaft Frankfurt hat das Steuerverfahren gegen Reinhard Rauball eingestellt.

Frankfurt/Main (dpa) - Die Staatsanwaltschaft Frankfurt/Main hat das Steuerverfahren gegen die früheren DFB-Spitzenfunktionäre Reinhard Rauball und Helmut Sandrock eingestellt.

Dies bestätigte Oberstaatsanwältin Nadja Niesen der Deutschen Presse-Agentur. Zuerst hatte die „Süddeutsche Zeitung“ darüber berichtet. Allerdings gehen die Ermittlungen gegen Reinhard Grindel, den früheren Präsidenten des Deutschen Fußball-Bundes, sowie gegen den DFB-Vizepräsidenten Rainer Koch, Schatzmeister Stephan Osnabrügge und Generalsekretär Friedrich Curtius weiter.

Ihnen wird weiter Beteiligung an einer Steuerhinterziehung in besonders schweren Fällen vorgeworfen. Rauball war in seiner früheren Funktion als DFB-Vizepräsident mit unter Verdacht geraten. Beim langjährigen Ligapräsidenten und aktuellen Boss von Borussia Dortmund hatte es im Oktober vergangenen Jahres eine Hausdurchsuchung gegeben. Dies geschah im Rahmen von Razzien in Privatwohnungen der sechs DFB-Funktionäre und in der DFB-Zentrale in Frankfurt, an denen insgesamt rund 200 Beamte beteiligt waren.

In dem Verfahren geht es um Einnahmen aus Bandenwerbung bei Spielen der Nationalmannschaft, die in den Jahren 2014 und 2015 nicht ordnungsgemäß deklariert und versteuert worden sein sollen. Der DFB verwies in der Vergangenheit darauf, dass es unterschiedliche Rechtsauffassungen zu der Steuerpflicht für die Einnahmen gegeben habe. Außerdem soll zum Zeitpunkt der Razzien der fällige Millionen-Betrag bereits ans Finanzamt gezahlt gewesen sein.

Neben Rauball wurde nun auch der frühere DFB-Generalsekretär Sandrock vom Verdacht freigesprochen. Rauballs Anwalt Klaus Bernsmann schilderte der dpa die Reaktion seines Mandanten: „Er hat ein Trauma, deshalb ist er so unheimlich befreit. Er hat sehr darauf hin gefiebert, dass es eingestellt wird, auch wenn es von vornherein klar war.“ Sein Mandant sei sehr erschreckt gewesen, „weil bewaffnete Leute wegen einer Steuersache, mit der er nichts zu tun hatte, in seinem Garten auftauchten“.

© dpa-infocom, dpa:210505-99-476975/2

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