0:2-Niederlage

Dortmund zittert sich ins Finale der Champions League

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Die Dortmunder feiern nach dem Spiel ihren Einzug ins Finale der Champions League.

Dortmund - Wembley ruft: Borussia Dortmund steht erstmals seit dem Triumph von 1997 wieder im Finale der Champions League. Ein bärenstarker Roman Weidenfeller bewahrte den BVB beim 0:2 in Madrid vor dem Ausscheiden. In London winkt nun erstmals ein deutsches Finale.

Mit leidenschaftlichem Kampf, viel Fortune und einem überragenden Roman Weidenfeller hat Borussia Dortmund den Traum von Wembley wahr gemacht. Dank der starken Vorstellung des Torhüters überstand der BVB den Sturmlauf von Real Madrid und ebnete trotz eines am Ende dramatischen 0:2 (0:0) im Halbfinal-Rückspiel der Champions League beim spanischen Rekordmeister den Weg zum deutschen Traumfinale in London. Die Mannschaft von Trainer Jürgen Klopp, die mit dem 4:1 im Hinspiel den Grundstein zum zweiten Finaleinzug gesetzt hatte, bewegt sich damit auf den Spuren der Helden von 1997. In Wembley winkt am 25. Mai nun gar das erste deutsche Finale in der Königsklasse, so denn der FC Bayern München am Mittwoch beim zweiten Akt der deutsch-spanischen Festspiele beim FC Barcelona sein 4:0-Polster nicht mehr verspielt.

Vor 80 350 Zuschauern im Estadio Santiago Bernabéu, darunter 8000 Dortmunder Anhänger, musste der BVB aber einige brenzlige Situationen überstehen, ehe unter den Augen des spanischen Königs Juan Carlos und von Bundestrainer Joachim Löw auf der Ehrentribüne der Final-Einzug besiegelt war. Doch am Ende waren die späten Tore von Karim Benzema (83. Minute) und Sergio Ramos (88.) für Madrid zu wenig.

Seit Tagen hatten die „Königlichen“ ihre Fans eingeschworen und große Europacup-Schlachten aus den 70er- und 80er-Jahren in Erinnerung gerufen, als hohe Hinspiel-Niederlagen wie beim 4:0 gegen Borussia Mönchengladbach im Dezember 1985 (Hinspiel: 1:5) noch umgebogen worden waren. Und entsprechend ging es auch los in der Fußball-Kathedrale von Madrid. Angefeuert von den heißblütigen Fans setzte die Mannschaft von Startrainer Jose Mourinho den angekündigten Sturmlauf in die Tat um.

Es waren keine vier Minuten gespielt, als Roman Weidenfeller gegen den freistehenden Gonzalo Higuain eine erste Großtat vollbringen musste. Nach sieben Minuten gab es schon den vierten Eckball für Real. Und nur der schwachen Chancenverwertung des Tabellenzweiten der Primera Division sowie dem bärenstarken Weidenfeller war es zu verdanken, dass bei weiteren Großchancen von Ronaldo (13.) und Mesut Özil (15.) immer noch die Null stand.

Der BVB fand zunächst überhaupt kein Rezept gegen das hohe Tempo und den Dauer-Druck der Spanier. Zudem machten sich die Westfalen durch viele Fehlpässe im Spielaufbau und Unkonzentriertheiten in der Defensive das Leben selbst schwer. Und es kam noch schlimmer:Jungstar Mario Götze musste bereits nach 14 Minuten wegen einer Oberschenkelzerrung vom Feld. Traurig ging der Nationalspieler vom Platz und wurde von Klopp in den Arm genommen, für ihn kam Kevin Großkreutz ins Spiel. Damit war die Stammformation, die in exakt gleicher Besetzung Real im Hinspiel vorgeführt hatte, gesprengt. Zuvor hatte sich Außenverteidiger Lukasz Piszczek (Adduktorenprobleme) rechtzeitig fit gemeldet. Bei Real hatte Mourinho erwartungsgemäß eine offensivere Variante gewählt, als Leidtragender rutschte Sami Khedira aus der Startelf und wurde erst später eingewechselt.

Nachdem die Dortmunder eher mit Glück denn Geschick die Drangphase überstanden hatten, konnten sie sich ab der 25. Minute ein wenig aus der Umklammerung lösen und das Geschehen vom eigenen Tor weghalten. Die Madrilenen begegneten dem BVB dabei mit teils unfairen Mitteln, insbesondere Sergio Ramos fiel mit einigen vom englischen Schiedsrichter Howard Webb nicht geahndeten Ellbogenstößen unangenehm auf. Mit den vorhandenen Räumen wusste der BVB aber in der ersten Halbzeit nichts anfangen, so dass Torchancen quasi ausblieben.

Auch wenn der Geräuschpegel im Bernabéu-Stadion von Minute zu Minute abnahm, stand BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke im Sessel neben Juan Carlos die Anspannung ins Gesicht geschrieben. „Der König hat meine Hand gehalten und mich beruhigt“, scherzte Watzke beim TV-Sender Sky. Noch beruhigender wäre aber es aber gewesen, hätten die Dortmunder ihre Chancen nach der Pause besser genutzt. Dreimal Lewandowski, einmal dabei mit einem Lattenschuss (50.), und Ilkay Gündogan vergaben zwischen der 49. und 64. Minute beste Gelegenheiten. Von Real kam aber immer weniger, es machte sich gar Resignation breit, ehe der eingewechselte Benzema und Ramos mit ihren Toren für eine fulminante Schlussphase sorgte.

dpa

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