Niederlage im DFB-Pokal

Eintracht Braunschweig ist noch nicht erstligareif

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Foto: Braunschweigs Ken Reichel (l) und Ermin Bicakcic kämpfen um den Ball gegen Freiburgs Sebastian Freis.

Braunschweig - Zweitliga-Spitzenreiter Braunschweig hat die Nagelprobe nicht bestanden. Beim 0:2 gegen Freiburg im Pokal zeigte sich die Eintracht (noch)nicht erstligareif. Trainer Lieberknecht hat sich verzockt. Sorgen bereiten zudem Verletzungen von Leistungsträgern.

„Nein, nein, nein, nein!“ Torsten Lieberknecht widersprach energisch. Den Verdacht, dass das Aus im DFB-Pokal am Dienstagabend gegen den SC Freiburg (0:2) gar nicht so ungelegen kam, wollte der Trainer vom Zweitligaspitzenreiter Eintracht Braunschweig so nicht stehen lassen. „Wir sind schon sehr enttäuscht“, bekräftigte Lieberknecht.

Dass es ihm also eigentlich ganz gelegen kam, ganz Braunschweig offenbart zu haben, was noch alles zur Fußball-Bundesliga fehlt und man sich nun ganz auf das Aufstiegsrennen konzentrieren könne, wies der 39-Jährige weit von sich. So ganz konnte Lieberknecht das Ganze aber nicht ausräumen. Dafür gab er selbst zu viele Steilvorlagen.

Gegen den Bundesligisten, gegen den Braunschweig bei einigen Buchmachern bereits als Favorit ins Spiel gegangen war, verzichtete der Eintracht-Coach drei Tage vor dem nächsten Zweitligakick gegen Sandhausen auf gleich vier Stammkräfte. „Jeder meiner Spieler ist in der Lage, auf gutem Niveau zu spielen“, befand der Ex-Profi. Das limitierte Eintracht-Spiel ließ anderes vermuten.

Einzig und allein am System habe es gelegen, räumte Lieberknecht ein und nahm die Pleite folgerichtig „auf meine Kappe.“ Auf dem Feld stand eine 4-2-3-1-Formation, die schon nach 51 Sekunden überfordert war und Daniel Caligiuris Führungstor für die Breisgauer hinnehmen musste. „Das hat dann alles über den Haufen geworfen“, meinte Lieberknecht. Der souveräne Zweitliga-Tabellenführer, der in dieser Saison noch kein Spiel verloren hatte, wirkte danach hilflos.

Mit weiten Bällen und unkoordinierten Angriffen konnte Braunschweig die soliden Breisgauer nicht in Gefahr bringen. „Für mich war heute entscheidend, die Reaktion der Fans zu sehen“, sagte Lieberknecht auch. Und die war positiv, keinesfalls enttäuscht. Schon während des Spiel hatte der Großteil der 20 167 Zuschauer das Team angefeuert und gefeiert. Es scheint, als könne auch die Demonstration der aktuellen (Noch)-Erstliga-Untauglichkeit die Euphorie nicht bremsen. Auch Freiburg-Coach Christian Streich wollte dies nicht tun.

„Es ist beeindruckend, wie Braunschweig Fußball spielt. Es ist völlig klar, dass sie da oben stehen“, sagte Streich. Angesichts der Hilflosigkeit Braunschweigs zumindest gegen den Bundesligisten verwunderte die Aussage doch etwas. Auch Lieberknecht wollte nicht widersprechen, dass noch viel Arbeit auf sein Team wartet.

Hinzu kommt freilich das Verletzungspech. Sollte sich die erste Diagnose Innenbandriss im Knie beim ausgewechselten Innenverteidiger Marcel Correia bestätigen, fiele nach Kevin Kratz (Riss des Syndesmosebandes) ein weiterer Leistungsträger lange aus. Dennoch soll weiter geträumt werden. „Den Spitzenplatz werden wir kampflos sicher nicht hergeben“, versicherte Manager Marc Arnold. Der Euphorie in Braunschweig hat das Pokal-Aus in der Tat nicht geschadet.

dpa

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