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Nagelsmann spricht zwei Startelf-Garantien aus und verrät Lewy-Austausch über „private Themen“

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Von: Christoph Klaucke

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Bayern-Trainer Julian Nagelsmann auf der Pressekonferenz.
Bayern-Trainer Julian Nagelsmann auf der Pressekonferenz. © Sven Hoppe/dpa

Der FC Bayern trifft in der Champions League auf Barcelona. Die Pressekonferenz mit Julian Nagelsmann und Thomas Müller im Ticker zum Nachlesen.

Thomas Müller über...

...sein verändertes Spiel ohne Lewandowski: „In manchen Situationen, da war dieser Strafraumstürmer da. Lewy hat sich auch mal Zweikämpfe mit Innenverteidigern genommen um selbst ein Gefühl fürs Spiel zu bekommen, die haben unser Spiel jetzt nicht unbedingt beschleunigt. Man findet immer für und wieder. Diese Diskussion über Lewy wird noch länger dauern, bis dieser überragende Torjäger wirklich Vergangenheit ist. Er wird wahrscheinlich nie richtig Vergangenheit werden, weil er sich in die Geschichtsbücher eingetragen hat und das ist auch absolut okay so. Aber klar ist es für uns anstrengend Woche für Woche diese Debatten zu führen, wir bleiben trotzdem beharrlich.“

...die Mentalität für das Spiel gegen Barca: „Wenn europäische Topteams aufeinandertreffen, dann sind bei uns alle bis in die Haarspitzen motiviert. Uns ist aufgefallen, dass Barcelona einen tollen Saisonstart hatte. Es macht Spaß zuzuschauen, sie haben viele Tore erzielt. Uns wird ein anderes Barcelona erwarten als bisher. Wir werden an die Grenzen gehen, um dieses Spiel zu gewinnen. Wir machen mit einem Sieg einen Riesen-Schritt Richtung nächste Runde. Das wäre ein Statement. Ich hoffe für die Zuschauer, dass es ein tolles Spiel wird und der FC Bayern gewinnt.“

...den Kontakt mit Lewandowski: „Es ist wie bei allen anderen Menschen auch so. Man verliert sich aufgrund räumlicher Trennung aus den Augen, mit manchen hat man mehr mit anderen weniger Kontakt. Ich hatte mit Robert per Whatsapp losen Kontakt, bei der Auslosung ging es natürlich heiß her. Wenn man weniger zusammen erlebt, gibt es nicht mehr so viel worüber man sich unterhalten kann.“

Müller erklärt Lewandowski-Wechsel: „Haben es über die Presse erfahren“

...Lewandowskis Wechselentscheidung: „Ich habe mit Lewy eine sehr gute Beziehung. Vor allem auf dem Fußballplatz, auch privat haben wir uns gut verstanden, aber wenig unternommen außer ein paar Mal Golf gespielt. Er hat uns jetzt nicht frühzeitig einen Grund oder eine Adresse genannt, wo er hin wechseln will. Das ist die Entscheidung eines Spielers. Über die Presse war es ja schon früh erkennbar, dass Barcelona das Ziel ist. Mit uns hat er es nicht besprochen, das ist aber auch ganz normal.“

...den mentalen Unterschied zwischen Bundesliga und Champions League: „Ich denke schon, dass es den Unterschied gibt. Man wünscht es sich nicht und versucht dagegen zu steuern. Es gibt einfach Spiele, die betrachten auch wir Spieler als größeren Höhepunkt. Wenn man sieht, wie Barcelona in die Saison gestartet ist. Das ist für uns schon ein Extra-Reiz, diese Extra-PS auf die Straße zu bringen. Man zieht durch, um auf Nummer sicher zu gehen. Unterbewusst kann ich mir diese Prozesse schon vorstellen.“

...den Austausch mit Nagelsmann über die Aufstellung: „Grundsätzlich tauscht man sich ja ständig mit dem Trainer aus. Der Trainer ist aber der Experte für Trainingssteuerung, taktische Inhalte und die Aufstellung selbst. Der Trainer macht sich die meisten Gedanken. Da braucht er von uns Spielern eigentlich keine Tipps. Man tauscht sich über Ansichten aus. Der Trainer ist der Chef und das ist auch gut so.“

...die veränderte Spielweise mit Mané anstelle von Lewandowski: „Natürlich hat sich die Beziehung von Lewy und mir in all den Jahren entwickelt, es war nicht von Anfang an so, dass wir dieses Verständnis hatten. Das ist aber Schnee von gestern. Wir haben nicht den klaren Mittelstürmer. Wenn wir kein gutes Ergebnis liefern, ist das natürlich eine Angriffsfläche. In den anderen Spielen haben wir aber davon profitiert, dass auch der Gegner nicht wusste, wo der Zielspieler ist.“

...seinen Ärger nach dem Stuttgart-Spiel: „Natürlich kann man nach dem Spiel und an dem Abend selbst die Emotionen nicht abschütteln, auch wenn man Profi durch und durch ist. Man muss mit Rückschlägen als auch mit den positiven Dingen immer cool umgehen, um nicht die Bodenhaftung zu verlieren. Seit gestern geht es positiv Richtung Champions League. Es ärgert uns aber, weil es verschenkte Punkte waren. Das ist hinter uns, jetzt geht es Richtung Spiel morgen.“

...den Plan Lewandowski zu stoppen: „Der Sadio hat mir die letzten zehn Tage scherzhaft gesagt, ich soll auf keinen Fall den Ball zum Lewy spielen. Für uns gilt es unser Spiel zu machen und bei den Kontern zu verhindern Lewy ins Spiel zu bringen. In der Offensive gilt es selbst ein gutes Spiel zu machen und sich in den Duellen durchzusetzen. Bei eigenem Ballverlust sind wir gallig den Ball zurückzuholen. Es wird wohl wieder ein offeneres Spiel sein. In der Liga haben wir gegen Mannschaften gespielt, die stark hinten drin verteidigt haben.“

Julian Nagelsmann über...

...sein persönliches Befinden: „Wie ich gesagt habe, ich gewinne ja lieber. Ich habe einen Austausch mit vielen Menschen, jeder redet mit in einem großen Verein, jeder gibt dir Ratschläge. Natürlich bin ich besser drauf, wenn ich gewinne. Angespannt bin ich eigentlich nie. Ich habe nur keinen Bock nicht zu gewinnen, das ist alles.

...die Bedeutung des morgigen Spiels für die Stimmung in der Mannschaft: „Wenn du unentschieden spielst in der Bundesliga ist es nie eine gute Vorbereitung für die Champions League. Es ist natürlich ein wichtiges Spiel, losgelöst von der Bundesliga. Unsere Gruppe ist einfach sehr gut. Wir können uns keine Ausrutscher leisten. Ein Sieg ist natürlich immer wichtig für die Stimmung.“

...den langfristigen Plan: „Es ist generell nicht die Aufgabe eines Spielers sich Gedanken über den Saisonverlauf zu machen, sondern sich auf das nächste Spiel zu konzentrieren. Das mache ich grundsätzlich auch. Wir müssen auch rotieren ohne Qualitätsverlust. Der Erfolg ist das Entscheidende, du musst versuchen Spiele zu gewinnen. Ich habe das Gefühl, dass wir es gut hinkriegen, dass alle Spieler auf ein Niveau kommen. Ich finde es gut, dass Thomas Müller und die Spieler sich auf das nächste Spiel konzentrieren und alles reinwerfen.“

...den Gradmesser gegen Barcelona: „Wir wissen morgen nach dem Spiel, wo wir im Spiel gestanden sind. Wir haben aber noch eine Entwicklung vor uns. Ein Spiel ist nicht entscheidend. Es kann kein wegweisendes Spiel sein. Es ist aber eine schöne Standortbestimmung gegen ein Top-Team aus Europa, die aufgerüstet haben. Wir wollen gewinnen und die Punkte 4, 5 und 6 einsammeln.“

...seine Gefühlslage: „Die Stimmung in der Mannschaft und generell im Klub ist viel besser als letztes Jahr, vor allem in der Rückrunde. Es hängt von Nuancen ab, gegen Gladbach können wir 4:1 oder 5:1 gewinnen, wenn Serge Gnabry das 3:1 gegen Stuttgart macht, sieht die Berichterstattung ganz anders aus. Ich muss es objektiv sehen. Wir haben zweimal eine halbe Stunde gehabt, die nicht so gut war, das war gegen Wolfsburg und Stuttgart. Dass die Ergebnisse aktuell zu wenig sind, das weiß ich auch. Trotzdem ist mein Gefühl besser als letztes Jahr.“

...Lewandowski: „Er ist ein sehr gefährlicher Spieler, der torgefährlichste Spieler. Er braucht aber auch Spieler, die ihm die Dinger auflegen. Er hat gefährliche Laufwege und Präsenz im Sechzehner. Wir müssen viele Pässe und Flanken auf ihn unterbinden. Es gibt aber auch andere gute Spieler beim Barcelona.“

...den Austausch mit Robert Lewandowski: „Wenn ich ihn vorher sehe, dann gebe ich ihm die Hand. Ich weiß aber nicht, ob ich ihn sehe. Ich freue mich, wenn unsere Fans ihn gut empfangen. Es ist grundsätzlich generell gut, wenn man sich erstmal nett empfängt. Er war viele Jahre hier und ein wichtiger Teil der Bayern-Familie. Ich werde jetzt nicht vorher mit ihm essen gehen. Wir hatten vor ein paar Wochen einen Austausch, da ging es aber um private Themen. Es war nichts Weltbewegendes, aber was Nettes.“

...Sadio Mané: „Ihm fehlt so ein Dosenöffner. Er stand oft im Abseits, als er Tore erzielt hatte. Das ist ein Stimmungskiller. Er ist manchmal zu kritisch und denkt zu viel nach. Ich habe ihm gesagt, er darf mehr Selbstvertrauen haben. Und positiv arrogant auftreten. Seine selbstlose Art habe ich schon paar mal gelobt, zu viel davon ist auch nicht gut. Ich sehe seine Leistung nicht kritisch, er hat seinen Peak noch nicht erreicht. Ich sehe das aber nicht kritisch. Ich bin zufrieden mit seinem Job bis hierhin.“

...die Rotation in Hinblick auf die WM 2022: „Weiß ich nicht. Mein Job ist es, die Spieler hier fit zu halten. Wie fit sie dann bei der WM sind, ist dann Hansis Verantwortung. Ich will, dass sie fit dahin fahren und fit zurückkommen. Ich denke nicht an die WM. Die Wetterthematik ist ein wichtiger Faktor, danach ist keine Pause. Das betrifft aber noch nicht die aktuelle Situation.“

Nagelsmann enthüllt Aufstellung: Sabitzer und Hernandez in der Startelf

...Lewandowski, den die Mannschaft schon kennt und die Aufstellung: „Ich bin auf sehr vielen Positionen schon relativ klar, auf der Innenverteidigung noch nicht hundert Prozent. Das Gute ist, dass alle drei sehr gut performen, auf einem guten Niveau sind. Luci hat jetzt Pause gehabt, er wird spielen. Wer neben ihm spielt weiß ich noch nicht. Es gibt unterschiedliche Dinge, die für Matthijs oder Upa sprechen, da muss ich nochmal eine Nacht drüber schlafen. Upa hat natürlich schon ein paar mehr Duelle gegen Lewy auch in der Bundesliga vorher schon gehabt. Er hat mit Leipzig immer super verteidigt gegen ihn und kennt ihn aus dem Training. Da habe ich aber noch keine Entscheidung getroffen. Neben Josh wird Sabi spielen. Es gab die Überlegung Leon früher auszuwechseln um Körner zu sparen. Aber die defensive Stabilität und die gute Leistung, die er gezeigt hat, hat mich bewogen ihn drauf zu lassen. Das war schon viel, nach so einer langen Zeit. Er hat es gut verkraftet und fühlt sich gut, aber er spürt natürlich trotzdem die Belastung. Es hat keine Leistungsgründe. Wir dürfen nicht zu ehrgeizig sein was die Spielzeit angeht. Sabi macht es auch sehr gut, wurde zuletzt geschont. Er ist ein wichtiger Spieler im Umschalten defensiv was Konter betrifft. Er hat ein gutes Gespür für das Verteidigen von Ballverlustsituationen, da ist Sabi einer der besten den wir haben.“

...Lewandowski: „Ich wünsche ihm, dass er noch viele Jahre auf diesem Niveau spielt, ich gehe davon aus. Ich glaube, er schießt noch viele Tore. Er ist es ja gewohnt 40 Tore zu machen, auch in der Primera Division ist er auf einem guten Weg dahin.“

...den FC Barcelona: „Wir kennen Barcelona schon. Ich habe der Mannschaft aber gesagt, dass sie einige Neuzugänge haben, die eine tragende Rolle spielen wie zum Beispiel Lewy. Sie haben aber auch einen ganz anderen Geist, die letzten Duelle können wir von der Festplatte löschen. Sie haben eine unglaublich gute Qualität. Das Gegenpressing erinnert an die Zeit als Xavi noch selbst gespielt hat. Sie haben eine tolle Entwicklung genommen. Xavi hat viele gute Dinge gemacht. Sie sind viel aggressiver, ein schwerer Gegner.“

Update vom 12. September, 14 Uhr: Pünktlich geht es los. Julian Nagelsmann nimmt als erstes in der Allianz Arena Platz.

Update vom 12. September, 13.58 Uhr: In wenigen Minuten startet die FC-Bayern-PK mit Trainer Julian Nagelsmann und Thomas Müller. Der Offensiv-Star wird wohl den Anfang machen. Gleich geht‘s los.

Update vom 12. September, 13.35 Uhr: Bei wunderschönem Spätsommer-Wetter hat sich der FC Bayern im Abschlusstraining auf das brisante Wiedersehen mit Robert Lewandowski eingestimmt. Trainer Julian Nagelsmann musste bei der Übungseinheit auf dem Vereinsgelände nur auf Angreifer Kingsley Coman verzichten, der wegen eines Muskelfaserrisses auch am Dienstagabend im Champions-League-Topspiel gegen den FC Barcelona fehlen wird.

Die taktische Spielvorbereitung wurde wie üblich nach dem für Medien einsehbaren Aufwärmen hinter dem blickdichten Vorhang vorgenommen. Beim deutschen Rekordmeister gibt es nach drei Remis am Stück in der Bundesliga und der misslungenen Generalprobe gegen den VfB Stuttgart am Wochenende viele Diskussionen um Form, Rotation und auch einen womöglich fehlenden Mittelstürmer nach Lewandowski. In einer knappen halben Stunde beginnt die Pressekonferenz mit Julian Nagelsmann und Thomas Müller. Wir sind gespannt, was die beiden zu erzählen haben.

FC Bayern: PK mit Nagelsmann und Müller im Live-Ticker – Lewandowski wartet

Vorbericht: München – Der FC Bayern geht angeschlagen ins Topduell der Champions League am Dienstag gegen den FC Barcelona und Rückkehrer Robert Lewandowski. Der Auftakt in die Gruppenphase der Königsklasse ist mit dem 2:0 bei Inter Mailand zwar geglückt. In der Bundesliga schrillen bei den Bayern nach dem dritten Unentschieden in Folge vergangenen Samstag gegen den VfB Stuttgart aber die Alarmglocken. Drei Ligaspiele in Serie ohne Sieg gab es unter Trainer Julian Nagelsmann zuvor nur zum Ende der Vorsaison, als die Deutsche Meisterschaft bereits feststand.

Es gibt also Gesprächsbedarf beim FC Bayern München. Passend dazu ist Nagelsmann am Montag um 14 Uhr auf der Pressekonferenz vor dem Barca-Spiel zu Gast. Auch Thomas Müller wird die wichtigsten Fragen vor dem CL-Knaller beantworten, der Ur-Bayer legte schon nach dem VfB-Remis den Finger in die Wunde.

Nagelsmann vor Barca-Duell unter Druck: Bayern-PK im Live-Ticker

Nagelsmann will nach der Unentschieden-Serie jedenfalls nicht von seinem Plan abweichen und verspürt auch keinen Druck. „Ich weiß nicht, ob der Druck höher geworden ist. Druck ist ja etwas sehr Subjektives, was von Außen immer kommt. Ich gehe die Woche genauso an, wie ich es angegangen wäre, wenn wir das Spiel gewonnen hätten“, reagierte der 35-Jährige gereizt auf die Frage nach dem steigenden Druck.

Nach dem öffentlichen Training am Sonntag an der Säbener Straße trainieren die Bayern nochmal am Montagvormittag um 11 Uhr, ehe Nagelsmann seine Gedanken zum Duell mit Barcelona auf der Pressekonferenz verrät. „Dann versuchen wir, am Dienstag das Heimspiel zu gewinnen. Identisches hätte ich auch gemacht, wenn wir heute 4:0 gewonnen hätten“, meinte Nagelsmann.

Müller freut sich auf Lewandowski-Wiedersehen: Bayern-PK im Live-Ticker

Auch Thomas Müller war nach dem Bayern-Patzer „sauer“ und stellte dem Reporter eine freche Gegenfrage. Die nächste Aufgabe heißt nun, Tormaschine Robert Lewandowski zu stoppen. Der Pole kehrt nur wenige Wochen nach seinem Wechsel vom FC Bayern zum FC Barcelona zurück an die alte Wirkungsstätte.

„Natürlich wünscht man sich als ehemaliger Mitspieler bei diesen großen Titeln, dass der Empfang herzlich sein wird. Aber das werden wir am Dienstag sehen“, sagte Müller, der am Spieltag seinen 33. Geburtstag feiert. Auf die Frage, ob auch der Umgang auf dem Rasen so harmonisch werden soll, betonte der Weilheimer mit einem Schmunzeln: „Hart, aber herzlich.“ Müller wird wohl erneut Fragen zu Lewandowski gestellt bekommen. In unserem Live-Ticker zur PK des FC Bayern mit Julian Nagelsmann und Müller verpassen Sie nichts. (ck)

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