Frings kritisiert Nationalspieler

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Torsten Frings (r.) und Jogi Löw haben sich ausgesprochen

Hamburg - Torsten Frings hat sich mit einem Spiel in der Provinz von Werder Bremen und vermutlich auch von der Bundesliga verabschiedet. Ganz heraushalten will er sich deshalb aber noch lange nicht.

 In einem Interview mit dem am Mittwoch erscheinenden Magazin “stern“ stellt der 402-malige Bundesligaspieler seinen Nachfolgern im Team von Bundestrainer Joachim Löw nicht in jeder Hinsicht ein vorteilhaftes Zeugnis aus.

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“Den Jungs rutscht nichts Unbedachtes raus, die wollen nicht anecken“, sagt der 34-Jährige. Die Kultur der direkten Konfrontation bei Konflikten sterbe aus. Außerdem hielte sich “jeder selbst schnell für Supermann“. Allerdings, gibt Frings offen zu, habe die neue Spielergeneration spielerisch allerhand zu bieten; vor allem in der Offensive sei “schon sehr viel Potenzial“ vorhanden.

Frings spricht sich mit Löw aus

Seinen vom Bundestrainer erzwungenen Abschied aus der Nationalmannschaft, für die er in 79 Spielen 10 Tore schoss, hat Frings verarbeitet. Mit Joachim Löw, der ihm nach der EM 2008 den Stuhl quasi vor die Tür gesetzt und für die WM 2010 in Südafrika nicht mehr berücksichtigt hatte, sei alles geklärt. “Heute ist da kein Groll mehr, wir haben uns ausgesprochen“, betonte der scheidende Werder-Kapitän.

Die Umstände dagegen, die zu seinem durchwachsenen Image beigetragen haben, hat Frings noch immer nicht restlos verwunden. Der “stern“ verweist auf “alte Geschichten“, in denen Frings und auch Kapitän Michael Ballack von Mitspielern wie Arne Friedrich hinter vorgehaltener Hand für das eher raue Klima während des EM-Turniers verantwortlich gemacht werden.

“Ballack und ich hatten nie den Anspruch, alles selbst zu entscheiden“, erklärt Frings im “stern“. “Doch von den anderen kam selten etwas. Erst als ich nach der EM 2008 schwächelte, kritisierten sie die schlechte Stimmung. Einige sahen da die Chance, Führungsspieler zu werden.“

dapd

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