Deutliche Worte

Verbal-Attacken gegen Özil: Kahn schießt gegen Kritiker - und meint damit wohl vor allem zwei Ex-Mitspieler

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Oliver Kahn hat klare Kante gegen die Özil-Kritiker gezeigt.

Eigentlich standen am Donnerstag im ZDF vor allem die Argentinier in der Kritik. Experte Oliver Kahn verlor aber auch noch ein paar Worte zur Kritik an Mesut Özil. Dabei schoss er vor allem gegen zwei ehemalige Mitspieler.

Baden-Baden - Argentinien steht kurz vor dem Aus bei der WM. Doch die Worte von ZDF-Experte Oliver Kahn, die den Zuschauern am Meisten in Erinnerung bleiben dürften, drehten sich nicht um den Vize-Weltmeister von 2014.

Am Ende der Sendung fragte Moderator Oliver Welke den ehemaligen Welttorhüter, ob die heftige Kritik an Mesut Özil, die seit dem Mexiko-Spiel auf den Spielmacher einprasselt, noch verhältnismäßig sei. Die Antwort von Kahn war zurückhaltend formuliert, aber eindeutig.

Dabei ging Kahn nicht mehr auf die vieldiskutierten Fotos von Özil und Ilkay Gündogan mit Türkei-Präsident Erdogan ein, sondern vielmehr auf die Reaktionen darauf. Es sei „Blödsinn und ziemlich abwegig einen da ganz besonders ins Zentrum der Kritik zu stellen“ sagte der ZDF-Experte. „"Ich glaube, Kritik sollte sich niemals gegen den Menschen richten, sondern gegen Leistung. Ich glaube, damit können die Jungs auch umgehen."

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Kahn: Kritik an Özil „unter der Gürtellinie“

Einige Kritiker würden aber „unter die Gürtellinie schlagen“, so Kahn weiter. Auch wenn er niemanden namentlich nannte, dürfte relativ klar sein, in wessen Richtung er mit seinen Worten zielte. Vor allem Kahns ehemalige Teamkollegen Lothar Matthäus und Mario Basler hatten in den letzten Tagen scharf gegen Özil geschossen.

Der Ex-Nationaltorhüter ging sogar noch einen Schritt weiter und sagte, dass Özils Kritiker während ihrer Karrieren auch nicht für eine bestimmte Erfolgskonstanz bekannt gewesen seien. „Dann sollten sie einmal darüber nachdenken, wie es ihnen gefallen hat, wenn andere unter die Gürtellinie geschlagen haben.“ Rumms, das saß!

Ganz zum Schluss warnte Kahn noch vor „gefährlichen Tendenzen“, die eine solche Kritik auslösen könne.

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Bei Twitter: Wenig Kritik und viel Lob für Kahns Worte

Auch bei Twitter schlug Kahns Replik Wellen. Ein User meint, dass gerade die TV-Sender die Plattform für solche Kritiken bieten würden. Auch den Vorwurf, dass er auf einen Zug der Political Correctness aufspringen würde, muss sich Kahn gefallen lassen.

Allerdings erhielt Kahn deutlich mehr Lob für seine klaren Worte in Richtung der Özil-Kritiker. Auch gegen wen sich Kahns Worte gerichtet haben dürften, diskutierten die User fleißig. Die Meinung war dabei einhellig.

Alle News des Tages finden Sie in unserem Live-Ticker zur WM.

„Dampfplauderer“ versus „Stimme der Vernunft“

Die Özil-Kritiker mussten sich sogar noch weitere Vorwürfe aus der Netzgemeinde anhören.

Ein weiterer User adelte den ZDF-Experten sogar auf eine ganz besondere Art und Weise.

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sh

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