Grings trifft und leidet

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Inka Grings hofft, bald wieder fit zu sein

Tampere  - Mit der zweitbesten Bilanz der Historie ist die deutsche Frauenfußball-Nationalmannschaft durch die Vorrunde der Europameisterschaft in Finnland marschiert und hat ihre Ambitionen auf die erfolgreiche Titelverteidigung untermauert.

Nach den deutlichen Siegen gegen Norwegen (4:0) und Frankreich (5:1) bot die “zweite DFB-Garnitur“ am Sonntag gegen den bereits ausgeschiedenen Außenseiter Island allerdings über weite Strecken einen enttäuschende Vorstellung. Dennoch reichte es am Ende gegen den defensiv kompakt stehenden Frauenfußball-“Zwerg“ zum mühevollen 1:0 (0:0)-Sieg.

Mit diesem Erfolg im abschließenden Spiel der Gruppe B schraubte das Team von Silvia Neid seine Ausbeute in den ersten drei Spielen auf neun Punkte und 10:1 Tore. Den Siegtreffer für den sechsmaligen Titelträger, der nun seit 1993 in 23 EM-Spielen hintereinander ungeschlagen ist, erzielte vor 3101 Zuschauern in Tampere die eingewechselte Inka Grings (50.) vom FCR Duisburg, die neun Minuten später wegen einer Verletzung aber wieder heraus musste.

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“Ich habe beim Tor ein Knie abbekommen. Es war so extrem, dass ich nicht weiterspielen konnte. Aber bis Freitag werde ich es hinbekommen“, sagte Grings. Ein Einsatz im Viertefinale ist demnach nicht in Gefahr. Mit der Leistung der Mannschaft war sie aber nicht zufrieden. “Es war schwierig, sich richtig einzustellen, aber so darf man sich nicht präsentieren.“. Auch Silvia Neid urteilte nach dem bedeutungslosen Spiel kritisch: “Das war nicht berauschend“.

Im “Endspiel“ um den zweiten Platz in der Gruppe B hinter Deutschland trennten sich Frankreich und Norwegen in Helsinki mit 1:1 (1:1). Die Französinnen treffen im Viertelfinale am Donnerstag auf EM-Neuling Niederlande. Deutschland nächster Gegner wird erst an diesem Montag in den letzten Partien der Gruppe C ermittelt.

Gegen die Isländerinnen wirbelte Cheftrainerin Neid ihr Team wie angekündigt kräftig durcheinander. Gleich auf sechs Positionen brachte sie frische Akteurinnen, um ihre Stammkräfte für das wichtige Viertelfinale am kommenden Freitag in Lahti zu schonen. Die Wechselspiele gaben Aufschlüsse: “Mit einigen bin ich zufrieden, andere haben gesehen, dass es so nicht reicht“, sagte Neid.

Die beiden mit jeweils einer gelben Karten vorbelasten Linda Bresonik und Kim Kulig wurden im defensiven Mittelfeld ersetzt durch Saskia Bartusiak und Simone Laudehr. Zudem rückten Sonja Fuss, Anja Mittag, Fatmire Bajramaj und Martina Müller für Bianca Schmidt, Kerstin Garefrekes, Melanie Behringer und Grings in die Mannschaft des zweimaligen Weltmeisters.

Aus der Startelf der ersten beiden EM-Partien verblieben nur Torhüterin Nadine Angerer, die Abwehrspielerinnen Annike Krahn, Ariane Hingst und Babett Peter sowie Spielführerin Birgit Prinz. “Birgit würde es sicher gut tun, wenn sie bald mal wieder selbst ein Tor schießen würde. Aber sie hat bisher ungeheuer mannschaftsdienlich gespielt und auch zwei Treffer gegen Frankreich mustergültig vorbereitet“, hatte Neid vor der Partie gesagt.

Doch wie der Rest des Teams enttäuschte auch Rekord- Nationalspielerin Prinz, die in ihrem 195. Länderspiel nicht wie gewohnt Akzente setzen konnte. Zur zweiten Hälfte blieb die Spielführerin sogar in der Kabine. Die Hereinnahme der deutschen Torjägerin Grings dagegen zahlte sich schnell aus: Nach Flanke von “Lira“ Bajramaj bugsierte die Duisburgerin den Ball zum 1:0 über die Linie, nachdem sie Sekunden zuvor nur den Pfosten getroffen hatte. Nach einem Konter hatte Margert Vidarsdottir (73.) im elften Duell mit Deutschland sogar die Chance, das erste Remis perfekt zu machen.

dpa

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