Nach verpasster WM 2018

Italien will mit Conte als Trainer den Neuaufbau probieren

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Chelsea-Coach Antonio Conte steht hoch im Kurs als neuer Trainer der Squaddra Azzurra.

Nach der verpassten WM in Russland strukturiert Italien seine Nationalmannschaft um. Dabei helfen soll Antonio Conte - und ein alter Bekannter kehrt ebenfalls zurück.

Mailand/London - Antonio Conte soll zwei Jahre nach seinem Rücktritt als Trainer der italienischen Fußball-Nationalmannschaft nach den Vorstellungen der kommissarischen Verbandsführung wieder die "Squadra Azzurra" übernehmen. Der mit der Suche nach einem neuen Coach für den viermaligen Weltmeister beauftragte Ex-Nationalspieler Alessandro Costacurta erklärte den momentanen Teammanger des englischen Meisters FC Chelsea am Dienstag zum Wunschkandidaten für die dauerhafte Nachfolge des nach dem blamablen K.o. in der WM-Qualifikation entlassenen Gian Piero Ventura.

"Ich habe noch nicht gewählt, aber meiner Meinung nach könnte Conte es am besten", sagte Costacurta überraschend freimütig: "Ich werde auf jeden Fall in einigen Monaten mit ihm sprechen." Momentan steht Antonio Conte noch beim englischen Erstligisten FC Chelsea unter Vertrag, mit dem er vergangene Saison Meister wurde. Während es in der Liga aktuell nicht besonders läuft, hat man in der Champions League noch alle Chancen auf das Viertelfinale.

Conte war bei EM 2016 zuletzt am Ruder

Conte war 2016 nach Italiens Viertelfinal-Aus bei der EM in Frankreich gegen Weltmeister Deutschland wie angekündigt nach zweijähriger Tätigkeit als Nationalcoach zu Chelsea gewechselt. Unter Contes Nachfolger Ventura hatte Italien in der Ausscheidung für die bevorstehende WM-Endrunde in Russland (14. Juni bis 15. Juli) in den Play-offs gegen Schweden erstmals seit 60 Jahren die Teilnahme an einem WM-Turnier verpasst. Für einen Neuaufbau des Teams kommt der etatmäßige U21-Nationalcoach jedoch nicht infrage. Interimsweise ist Ex-Nationalspieler Luigi Di Biagio bis zur Verpflichtung eines neuen Nationaltrainers für die Auswahl vom Apennin zuständig.

Gianluigi Buffon steht vor einem kurzzeitigen Comeback in der Squaddra Azzurra.

Costacurtas Interesse an Conte degradiert ohne Not alle anderen für den Posten in Betracht kommenden Coaches frühzeitig zu Kandidaten zweiter Klasse. Zum Kreis der möglichen Ventura-Nachfolger zählen neben Conte auch Bayern Münchens Ex-Trainer Carlo Ancelotti, Leicester Citys italienischer Ex-Meistermacher Claudio Ranieri (FC Nantes) und Roberto Mancini von RB Leipzigs Europa-League-Achtelfinalgegner Zenit St. Petersburg.

"Conte hat schon bewiesen, dass er auch als Nationaltrainer arbeiten kann, die anderen das noch nicht gemacht haben", begründete Costacurta seinen öffentlichen Vorstoß: "Das heißt aber nicht, dass ich mit Mancini oder Ancelotti nicht glücklich sein würde." Eine klare Absage erteilte Costacurta allen Forderungen nach einer Verpflichtung von Gennaro Gattuso vom AC Mailand. "Er wird in einigen Jahren sicher Nationaltrainer, er bringt alles mit dafür, ihn aber jetzt schon zu berufen, wäre schlimm für ihn", sagte Costacurta über den Ex-Weltmeister.

Sein Comeback in der italienischen Nationalmannschaft wird voraussichtlich auch Altmeister Gigi Buffon geben. Dies gab der 40-Jährige in einem Gespräch im italienischen Fernsehen bekannt. Zumindest wäre er offenbar dazu bereit. Ob Buffon für die anstehenden Spiele tatsächlich nominiert wird, wird der Verband in Kürze bekannt geben.

dpa/mh

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