Gruppenarbeit

Jogis Jungs müssen Freistoß-Varianten zeichnen

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- Und dann teilt der Bundestrainer Zettel aus: In zwei Gruppen hat Jogi Löw die Nationalspieler an Eckball- und Freistoßvarianten arbeiten lassen.

Als Trainer muss man sich immer mal wieder was Neues ausdenken. Vor allem, wenn es darum geht, eine Fußballmannschaft aus ihrem Trott zu kriegen. Joachim Löw ist nicht ganz unschuldig daran, dass in der deutschen Elf Ecken und Freistöße in der Vergangenheit nicht besonders hoch im Kurs standen. Löw hat sie bei großen Turnieren selten üben lassen, und vor Qualifikationsspielen war ohnehin zu wenig Zeit dafür. „Als Bundestrainer kann ich das nicht voll umfangreich bearbeiten wie vielleicht ein Bundesligatrainer“, sagte Löw.

Der eine oder andere Nationalspieler wird deshalb überrascht gewesen sein, als der Bundestrainer beim Training in Santo André zum Standard-Wettbewerb aufrief und Zettel verteilte. „Zettel-Jogi“ in Brasilien?

Löw teilte seine Spieler in zwei Teams ein, sie sollten sich Ecken- und Freistoßvarianten ausdenken, diese auf Papier zeichnen und dann versuchen, das andere Team damit zu überraschen. Inwieweit das gelungen ist, überlieferte Löw nicht, das Ergebnis soll erst heute in Salvador da Bahia im ersten WM-Spiel gegen Portugal öffentlich präsentiert werden.

Das Turnier in Brasilien mit seinen extremen klimatischen Bedingungen hat Löw, den Liebhaber des durch eine Kombination herausgespielten Treffers, zum Umdenken veranlasst. „Standardsituationen sind ein wichtiges Thema“, sagte Löw. Er hat Ecken und Freistöße deshalb „intensiv“ trainieren lassen – bis vor Kurzem unvorstellbar. Das Kalkül: Weil in der brasilianischen Mittagshitze das Herausspielen von Torchancen sehr aufwendig wird, gewinnt die kräfteschonende Variante aus dem Stand an Bedeutung.

In 21 Spielen nach der Europameisterschaft vor zwei Jahren hat die deutsche Mannschaft 59 Tore erzielt – ein herausragender Wert. Doch ein Freistoßtor war nicht dabei, die sechs Treffer nach sogenannten ruhenden Bällen fielen durch jeweils drei Ecken und Elfmeter. Bei der WM will der Bundestrainer das Repertoire seiner Mannschaft um gefährliche Ecken und Freistöße erweitern. Vor allem Toni Kroos und Mesut Özil sind von Löw mit dieser Aufgabe betraut worden. Notfalls – so hat er es seinen Spielern zu verstehen gegeben – will sich der Bundestrainer gegen Portugal auch über einen 1:0-Sieg durch ein Freistoßtor freuen.

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