1:3-Niederlage gegen Bochum

Kein Happy End für den TSV Havelse im DFB-Pokal

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Foto: Erst sah es gut aus, dann drehte der VfL aus Bochum das Spiel: Am Ende gibt es kein zweites Pokalmärchen für Havelse.

Havelse - Kein zweites Pokalmärchen, dafür raus mit ganz viel Applaus: Der TSV Havelse ist im Pokalspiel gegen den Zweitligisten Bochum die bessere Mannschaft – und verliert doch mit 1:3.

In der Nachspielzeit warfen sie alles nach vorne. Sogar Torwart Alexander Meyer stürmte bei jedem Angriff des TSV Havelse mit nach vorne, reckte sich nach jedem lang nach vorne geschlagenen Ball, um vielleicht doch noch den Ausgleich zu erzielen. Es sollte aber einfach nicht sein.

Stattdessen traf der eingewechselte Michael Ortega mit dem Schlusspfiff zum 3:1-Endstand für den VfL Bochum ins von Meyer verlassene leere Tor. Während die Spieler des Fußball-Zweitligisten kurz darauf mit den etwa 500 mitgereisten Fans den Einzug ins Achtelfinale des DFB-Pokalwettbewerbs feierten, standen die tapferen Havelser enttäuscht in kleinen Grüppchen auf dem Rasen herum. Der Lohn für eine starke Leistung wurde ihnen verwehrt: Was blieb war der Applaus der 3371 Zuschauer im Wilhelm-Langrehr-Stadion.

Ein feines Gespür hatten die Fans im zum ersten Mal seit der Zweitligasaison vor mehr als 20 Jahren wieder ausverkauften Stadion an der Hannoverschen Straße bereits zuvor bewiesen. Schon nach 20 Minuten stimmten sie ein Lied an, das die Leistungsverhältnisse auf dem Rasen hervorragend wiedergab.

„2. Liga – keiner weiß warum“, schallte es von den vollen Rängen in Richtung der Bochumer. Nicht nur, dass die zwei Klassen tiefer spielenden Gastgeber zu diesem Zeitpunkt durch einen Kopfball von Kapitän Patrick Posipal (17. Minute) nach herrlicher Flanke von Marc Vucinovic mit 1:0 in Führung lagen. Sie waren tatsächlich auch die eindeutig bessere Mannschaft.

Während bei den Westfalen nur dann gelegentlich so etwas wie spielerische Klasse aufblitzte, wenn die ehemaligen Erstligaprofis Paul Freier und Alexander Iashvili das Zusammenspiel suchten, zeigte der TSV schnellen, modernen Fußball über die Flügel und stürzte den Favoriten damit immer wieder in erhebliche Schwierigkeiten. Bereits nach neun Minuten geriet das Bochumer Tor erstmals in Gefahr, als Stürmer Christoph Beismann einen Pass elegant für Daniel Hintzke durch die Beine durchließ – doch der Distanzschuss des Mittelfeldspielers verfehlte sein Ziel knapp.

Acht Minuten später lag der Ball dann aber doch im Tor des VfL. Und wieder war es ein schöner Flügelangriff über den überragenden Vucinovic, der dabei den Weg ebnete. Die butterweiche Flanke des 24-Jährigen landete genau bei Posipal, der den Bochumer Abwehrspielern eines voraus hatte: Er ging zum Ball. So konnte der Mittelfeldspieler aus sechs Metern völlig unbedrängt zum umjubelten 1:0 einköpfen. Danach hatte der Regionalligist durch Tom Merkens (25.) und Beismann (30.) sogar gleich zweimal die Chance, seine Führung noch auszubauen. Doch stattdessen kamen die Bochumer durch einen Distanzschuss von Iashvili mit ihrer ersten Torchance zum schmeichelhaften Ausgleich (30.).

Wer nun gedacht hatte, der Zweitligist, der sich am Sonntag von seinem Trainer Andreas Bergmann getrennt hatte und von dessen bisherigem Assistenten Karsten Neitzel mit deutlich veränderter Formation aufs Feld geschickt wurde, würde nun die Initiative übernehmen, der sah sich getäuscht. Die Havelser schüttelten sich nur einmal kurz und machten dann respektlos da weiter, wo sie aufgehört hatten. Bereits sieben Minuten nach dem Ausgleich klatschte ein 22-Meter-Freistoß von Vucinovic an den Pfosten. Und auch nach der Pause waren sie die bessere Mannschaft.

Doch das vorentscheidende Tor fiel auf der anderen Seite. Eine Vorarbeit von Freier köpfte Marc Rzatkowski zum glücklichen Bochumer Führungstreffer ins Netz (72.). Danach warfen die Havelser noch einmal alles nach vorne. Doch es half nichts. So blieb nur die erwartete Niederlage. Und das Gefühl, dass eigentlich mehr drin gewesen wäre.

Ein Kommentar zur famosen Leistung des TSV Havelse von HAZ-Sportdredakteur Björn Franz.

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

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