Krisen-Schalke: Magath ist ratlos

Gelsenkirchen - Nach dem 0:1 gegen Leverkusen steckt Schalke weiter tief im Tabellen-Keller fest. Trainer Magath hat kein Rezept, die Spieler sind ratlos und dem Druck im Abstiegskampf offenbar nicht gewachsen. Auf das Champions-League-Spiel in Tel Aviv freut sich niemand.

Die Fans erbost, die Spieler deprimiert, der Trainer ratlos - trotz der verzweifelten Suche nach einem Ausweg aus der Krise rutscht der FC Schalke 04 immer tiefer in den Keller. “Wir kommen nicht vorwärts, im Gegenteil: Es geht weiter runter“, sagte der frustrierte Christoph Metzelder nach der bitteren 0:1-Pleite gegen Bayer Leverkusen am Samstag. Die Situation sei dramatisch: “Jetzt haben wir November, langsam weiß ich keinen Rat mehr.“

Nicht nur die Spieler, auch der im Vorjahr nach der Vizemeisterschaft als “Magier“ gefeierte Felix Magath scheint vom Glück verlassen. Schlimmer noch: Mit seinen taktischen Umstellungen leitete der Trainer die sechste Saison-Pleite selbst ein. Magath beorderte Offensivkraft Ivan Rakitic in der zweiten Hälfte für den verletzten Lukas Schmitz auf die für ihn völlig ungewohnte Linksverteidigerposition. Eine Maßnahme, die auf der Tribüne Kopfschütteln auslöste und Bayer ungeahnte Räume eröffnete.

Prompt erzielte Sidney Sam (65. Minute) mit seinem zweiten Vorstoß den Siegtreffer, als er auf der rechten Seite Rakitic davon lief und Torhüter Manuel Neuer überwand. Magath sah seinen Fehler, den langsamen Rakitic gegen den eingewechselten “Sprinter“ Sam zu stellen, erst ein als es zu spät war. “In der Szene war zu sehen, dass er kein Außenverteidiger ist“, gab er zähneknirschend zu.

“Er war unser Matchwinner. Das Tor hat er super gemacht“, freute sich dagegen Bayer-Coach Jupp Heynckes über Sams “Joker“-Treffer, der den keineswegs überragenden Leverkusenern nach den Rückschlägen gegen Mainz (0:1) und dem Pokal-Aus in Mönchengladbach einen wichtigen Erfolg bescherte. Mit dem vierten Auswärtssieg und nun 18 Punkten hat sich Bayer im Vorderfeld etabliert, auch wenn der Sieg laut Torhüter René Adler “glücklich“ war.

Für Schalke wird die Lage dagegen immer bedrohlicher: Platz 17, sechs Punkte nach zehn Spieltagen, noch immer kein Heimsieg in der Bundesliga. Warum in der Meisterschaft nicht klappt, was in der Champions League und im DFB-Pokal gelingt, ist Magath ein Rätsel. Zumindest hat er erkannt, was falsch läuft: “Wir haben versucht, es spielerisch zu lösen. Phasenweise ist das gelungen und wir hatten ja auch Chancen. Aber wir haben insgesamt zu wenig Druck gemacht und der Einsatz war nicht so, wie es die Tabellensituation erfordert.“

Das Problem ist, dass im neu zusammengestellten Kader kaum Spieler sind, die wissen, was Abstiegskampf bedeutet. “Sie sind es nicht gewohnt, um die letzten Plätze zu spielen“, gestand Magath, der sich “Sorgen macht“, aber “kein Patentrezept“ hat. “Jetzt geht es nur noch darum, Punkte zu machen, um da unten weg zu kommen.“

dpa

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