Frankreich gegen Nigeria

"Merci Pogba" - Frankreich feiert Viertelfinaleinzug

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Brasília - Nach schwachem Beginn wurde Frankreich nach der Einwechslung von Griezmann deutlich stärker. In den letzten 15 Minuten konnten sie das Spiel drehen und gewinnen. Am Freitag geht es dann in Rio de Janeiro weiter.

Jungstar Paul Pogba hat den strauchelnden Mitfavoriten Frankreich erlöst und die Equipe Tricolore in ein mögliches WM-Viertelfinale gegen Deutschland geführt. Der 21-Jährige von Juventus Turin erzielte beim 2:0 (0:0)-Zittersieg gegen Nigeria das späte Führungstor (79.). Nigerias Kapitän Joseph Yobo wendete mit einem Eigentor in der Nachspielzeit (90.+2) das durchaus drohende Aus der Franzosen in der ersten K.o.-Runde endgültig ab. Der Afrikameister verpasste damit zum dritten Mal nach 1994 und 1998 den erstmaligen Einzug ins Viertelfinale. Dort stehen nun die Franzosen, die mit großem Interesse das zweite Achtelfinale zwischen der deutschen Elf und Algerien in Porto Alegre verfolgen werden. Der Gewinner dieser Partie wird der nächte Gegner von Les Bleus am Freitag (18.00 Uhr) im Maracana von Rio de Janeiro sein. "Wir sind sehr glücklich. Der Gegner hat es uns sehr schwer gemacht, aber wir hatten noch Lösungen parat. Jetzt wollen wir natürlich auch das Viertelfinale überstehen", sagte Frankreichs Trainer Didier Deschamps, während Pogba mit seinen Emotionen zu kämpfen hatte: "Dafür gibt es keine Worte. Dieses Tor hat uns alle befreit. Eine ganze Nation steht hinter uns. So für mein Team und mein Land zu treffen, ist einfach unglaublich. Das ist einer der größten Momente meiner Karriere."

Die Enttäuschung der Afrikaner war dagegen groß. "Es ist schon sehr schade. Wir hatten es wirklich nicht verdient zu verlieren. Wir haben gezeigt, dass wir zu den besten Mannschaft der Welt gehören, aber heute hat es einfach nicht gereicht", sagte Nigerias Trainer Stephen Keshi. Die hochgelobten Franzosen hatten von Beginn an große Probleme mit dem unorthodoxen Spiel der Nigerianer, die bissig in die Zweikämpfe gingen und mit ihrer schnellen Offensivspielern immer gefährlich waren. In der 19. Minute fehlten den Super Eagles nur wenige Zentimeter, als Emmanuel Emenike bei seinem Tor nach Pass von Ahmed Musa knapp im Abseits stand. Frankreich fehlte zunächst die Präzision im Aufbauspiel, um Gefahr auszustrahlen. Das änderte sich nach der ersten schnellen Aktion schlagartig. Mathieu Valbuena flankte von rechts, und bei Pogbas wuchtigem Volleyschuss zeigte Nigerias Vincent Enyeama mit einer Glanzparade seine ganze Klasse (22.). Doch diese Aktion war nur ein Strohfeuer, Fankreich tat sich weiter schwer, auch weil der bislang im Turnierverlauf überragende Karim Benzema nicht ins Spiel fand. Es dauerte bis zur 39. Minute, als der nach vorne geeilte Rechtsverteidiger Mathieu Debuchy mit einem Schuss von der Strafraumgrenze knapp neben das Tor wieder für Gefahr sorgte. Aber auch die "Adler" setzten in der Offensive Akzente. Nach einem Schuss von Emmenike vom rechten Strafraumeck musste Kapitän Hugo Lloris im Tor der Franzosen sein Können zeigen. Nach der Pause ging das zähe Ringen weiter. Auch die offenbar schwere Knöchelverletzung und die folgende Auswechslung von Ogenyi Onazi - der Teamkamerad von Miroslav Klose bei Lazio Rom war von Blaise Matuidi übel gefoult worden (54.) - schien die Super Eagles nicht weiter zu beeindrucken. Trainer Didier Deschamps reagierte, brachte Antoine Griezmann für den wirkungslosen Olivier Giroud und beorderte den bis dahin ebenfalls enttäuschenden Benzema in die Sturmspitze (62.) - es war der entscheidende Schachzug des Spiels. Sieben Minuten später tauchte Benzema nach einem feinen Doppelpass mit Griezmann frei vor Enyeama auf, der den Ball nur Richtung eigener Torlinie abwehren konnte, wo Victor Moses stand und rettete. Nun war Les Bleus plötzlich da. In der 77. Minute hatte Nigeria Glück, als Yohan Cabaye mit seinem Schuss aus 18 Metern nur die Unterkante der Latte traf. Eine Minute später war der bärenstarke Enyeama noch mit einer Klassereaktion bei einem Kopfball von Benzema zur Stelle, wenige Sekunden später unterlief ihm dann ein verhängnisvoller Fehler. Eine Ecke von Valbuena erreichte er mit der Hand, er leitete den Ball aber direkt auf Pogbas Kopf weiter, der nur noch einzunicken brauchte.

(SID)

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