Bayer-Leverkusen-Spieler

Michael Ballack spricht im Interview über sein Bundesliga-Comeback

- "Völlig normal, dass noch einiges fehlt": Nach dem Spiel gegen Hannover 96 spricht Michael Ballack im Interview über die schwierige Rückkehr in Bayers Startelf, über die Meisterschaft und über das Aufeinandertreffen mit 96-Spieler Sergio Pinto.

Herr Ballack, wie beurteilen Sie Ihr Bundesliga-Comeback über 90 Minuten?

Ich habe mich sehr gut gefühlt. Dass noch einiges fehlt, ist völlig normal. Es war wichtig, dass ich durchgehalten habe und der Trainer mir das Vertrauen über 90 Minuten geschenkt hat. Noch wichtiger war der Sieg, und dass wir zu null gespielt haben. Da waren einige positive Dinge – auch wenn es kein phantastisches Fußballspiel war. Wir konnten aber den 2. Platz festigen.

Bei einem Zweikampf mit Sergio Pinto haben Sie sich im Hinspiel schwer verletzt und konnten mehr als vier Monate nicht spielen. Vor der Partie wollte Pinto Ihnen die Hand geben. Hat er es getan?

Er hat mir die Hand gegeben, so wie er es angekündigt hat. Doch für mich war es damals schon erledigt, ich habe es abgehakt. Nachdenklicher hat mich gestimmt, dass solche Spieler mit Äußerungen in den Medien eine Plattform bekommen, weil sie einen Spieler gefoult haben, der mehr in der Öffentlichkeit steht. Das hat mich geärgert, das hat einen komischen Beigeschmack und hat mit Anstand zu tun.

Ist die Rückkehr in die Bayer-Startelf der Abschluss eines der schwersten Kapitel Ihrer Karriere?

Das habe ich auch nach der ersten Verletzung gedacht, durch die ich nicht zur Weltmeisterschaft nach Südafrika gefahren bin. Nun hat es mich wieder erwischt, und ich kann nur sagen: Hoffentlich bleibe ich nun gesund. Jetzt habe ich zwei Verletzungen gehabt und hoffe, dass der liebe Gott nun sagt: ,Er hat genug abgekriegt, den lassen wir jetzt in Ruhe.‘

Kann Bayer Leverkusen, von Spöttern gerne als „Vizekusen“ bezeichnet, um die Meisterschaft mitspielen?

Wir stehen vor Bayern München, die gelten als das Maß aller Dinge. Wir haben eine Mannschaft, die es kann und die es will.

In Dortmund spielt die deutsche Nationalmannschaft am 9. Februar gegen Italien. Ist das für Sie eine Gelegenheit, bei Bundestrainer Joachim Löw mal wieder vorzufühlen, wie es weitergehen kann?

Ich lasse das jetzt ganz in Ruhe auf mich zukommen. Ich habe genug zu tun mit Bayer Leverkusen, um meine Form und Physis wiederzufinden. Das ist jetzt mein Ziel. Alles andere, so war es immer im Fußball, kommt von alleine – oder nicht.

Interview: Andreas Schirmer (dpa)

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