1. WLZ
  2. Sport
  3. Fußball

Wechsel-Wahnsinn bei Bayern gegen Freiburg: Nagelsmann und Streich schalten sich ein

Erstellt:

Von: Alexander Kaindl

Kommentare

Bayern-Trainer Julian Nagelsmann (l.) und sein Freiburger Kollege Christian Streich vor dem Spiel.
Bayern-Trainer Julian Nagelsmann (l.) und sein Freiburger Kollege Christian Streich vor dem Spiel. © Sven Simon / Imago

Der FC Bayern München gewinnt mit 4:1 beim SC Freiburg. Nach dem Spiel gab es aber nur ein Thema: Das Wechsel-Chaos in der Schlussphase.

Freiburg – Es war fast eine Stunde lang ein sehr schwerfälliges Bundesliga-Spiel in Freiburg. Der FC Bayern München* fand im Breisgau kaum ein Mittel, der Sport-Club stand tief und versuchte sein Glück mit Kontern. Dann platzte der Knoten aber doch und es stand plötzlich 3:1 für den Gast – ehe diese kuriose 84. Minute kam: Wechsel-Fehler beim FC Bayern! Die Münchner waren 17 Sekunden lang zu zwölft auf dem Platz.

Was war passiert? Bayern wollte doppelt wechseln: Der zuvor eingewechselte Tolisso sollte den Platz schon wieder verlassen. Wegen Magenproblemen war er schnell in der Kabine verschwunden. Auch Kingsley Coman sollte das Feld verlassen. Dafür standen Marcel Sabitzer und Niklas Süle bereit, beide hatten den Rasen dann auch schon betreten und das Spiel wurde fortgesetzt. Freiburgs Nico Schlotterbeck zählte dann, so sagte er es nach dem Spiel bei Sky, erstmal durch. Und bemerkte: Die Bayern sind zu zwölft! Daraufhin informierte er Schiedsrichter Christian Dingert, der die Partie unterbrach.

Wechsel-Fehler beim FC Bayern München: Schiedsrichter Christian Dingert erklärt Chaos

Dingert selbst sagte nach Abpfiff: „Es war eine total konfuse Situation: Es war ein Doppel-Wechsel von Bayern München. Es wurde zunächst eine falsche Nummer angezeigt, weshalb sich der Spieler Coman mit der Nummer elf nicht angesprochen gefühlt hat. Deswegen war kurzzeitig ein zwölfter Spieler auf dem Feld, was nicht sein darf. Wir haben es bemerkt und das Spiel dann unterbrochen. Wir haben uns dann beraten, anschließend wurde mit Schiedsrichterball weitergemacht.“

Es war eine total konfuse Situation

Schiedsrichter Christian Dingert über den Wechsel des FC Bayern München

Für ihn und sein Gespann sei es „ärgerlich, weil diese Szene jetzt natürlich im Mittelpunkt ist. Wir vermerken das im Spielbericht. 15, 16 Sekunden war das Spiel mit zwölf Spielern. Es ist kein Tor passiert. Wir vermerken das, alles weitere wird der DFB entscheiden.“ Die DFB-Regel ist in einer solchen Lage relativ eindeutig. Dem FC Bayern könnte die Aberkennung des Sieges drohen, selbst wenn jene 17 Sekunden in Überzahl überhaupt keinen Einfluss auf das Endergebnis hatten.

Julian Nagelsmann und Christian Streich äußern sich zum Wechsel-Fehler

Die Trainer Julian Nagelsmann und Christian Streich bezogen auf der Pressekonferenz nach dem Spiel natürlich Stellung. Nagelsmann erklärte: „Es war diffus. Coco ist reingegangen, er hatte Magenprobleme. Der vierte Offizielle hat nicht mehr ganz genau gewusst, was los war. Es war die falsche Nummer angezeigt, King wusste nicht, dass er in diesem Slot runter musste. Es war am Ende keine spielentscheidende Szene, dass man die Fairness infrage stellt. Aber es war skurril. Es ist normal, dass darüber diskutiert wird. Das ist nicht verwunderlich. Aber es war nichts spielentscheidendes dabei, King hat nicht mal den Ball berührt. Man kann den einen Schuldigen nicht zwingend festlegen. Kann ich schon. Aber ich mache es nicht. Den Gefallen tue ich euch nicht.“

Streich wurde gefragt, ob der Sport-Club möglicherweise Einspruch einlegt. Er antwortete auf der PK: „Ich verstehe das nicht ganz mit dem Einspruch einlegen. Ich gehe fest davon aus, dass wir keinen Einspruch einlegen müssen, weil es ein Regelwerk gibt. Diesem unterliegen wir und danach wird gehandelt. Da haben wir nichts damit zu tun, der FC Bayern auch nicht. So wäre mein Verständnis. Zu allem anderen sage ich nichts, weil es nichts zu sagen gibt.“

Legt der SC Freiburg Einspruch ein? Sky-Experte Hamann fordert Strafe für den FC Bayern

Die Thematik bleibt also heiß. Sky-Experte Didi Hamann forderte vehement eine Strafe für den FC Bayern, weil es „eben ein Regelwerk gibt und hier gegen eine Regel verstoßen wurde“. Aktuell (Stand: 2. April, 19 Uhr) gibt es noch keine Anzeichen, dass Freiburg gegen die Wertung der Partie Einspruch einlegt. (akl) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Auch interessant

Kommentare