Kampf gegen Bruthitze - "Keine Gesundheitsgefahr"

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Die Hitze macht Bastian Schweinsteiger zu schaffen.

Dubai - Die Spieler stöhnen - die zweite Mission der deutschen Nationalmannschaft auf der Asien-Reise wird vor allem zu einem Kampf gegen die Bruthitze.

Als die nur 17 Akteure um Ersatzkapitän Bastian Schweinsteiger, der das DFB-Team am Dienstag gegen die Vereinigte Arabische Emirate auf den Platz führen wird, erstmals die klimatisierten Bereiche verließen, nahm ihnen in Dubai die mehr als 40 Grad und die extreme Luftfeuchtigkeit fast den Atem. “Oh, mein Gott, wie soll man die 90 Minuten überstehen“, schilderte Schweinsteiger seine ersten Gedanken. Doch am Ziel für das letzte Saisonspiel soll das nichts ändern: “Natürlich wollen wir gewinnen, egal bei welchem Wetter“, betonte der Münchener, der beim Abendtraining bei 38 Grad im Al-Maktoum-Stadion wegen Rückenproblemen pausierte. Sein Einsatz aber soll nicht gefährdet sein.

“Die Spieler wirken noch positiv“, beschrieb Manager Oliver Bierhoff die Einstellung im Team, das nach dem schwachen 1:1 in China einiges gutmachen will. Mit einem ganzen Maßnahmenpaket reagieren die Verantwortlichen des dreimaligen Fußball-Weltmeisters auf die Hitzewelle im Wüstenstaat. Lange Aufenthalte im Freien sind tabu - auch das in Dubai erst kurz vor Mitternacht endende DFB-Pokalfinale wurde im Innenbereich des Hyatt-Hotels geschaut. Zum ersten Training beorderte Bundestrainer Joachim Löw einen Teil seines geschlauchten Personals am Sonntag in den klimatisierten Fitness- und Spa-Bereich. Das Abendtraining begann erst nach 20.00 Uhr (Ortszeit), als die Sonne untergegangen war.

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Teamarzt Tim Meyer verordnete den Profis schon in den Tagen vor dem Spiel, mindestens drei Liter zu trinken. “Wichtig ist, dass der Flüssigkeitshaushalt aufgeladen ist“, bemerkte der Internist angesichts der erwarteten Strapazen am Dienstagabend mit bis zu 2,5 Kilo Gewichtsverlust. Meyer sagte jedoch auch: “Wir müssen die Kirche im Dorf lassen, es gibt keine akute Gesundheitsgefährdung.“

Vielmehr ist gegen die Fußballer der Emirate, die in der laufenden asiatischen Qualifikation für die WM 2010 in Südafrika erst einen einzigen Punkt gewonnen haben, bei den Spielern vor allem der Wille gefragt, sich gegen den 120. der Weltrangliste noch einmal zu quälen und den Umständen zu trotzen. “Natürlich sind die Gegner die Bedingungen mehr gewohnt. Wir müssen cleverer spielen“, sagte Schweinsteiger, der in der DFB-Elf die Kapitänsbinde erstmals von Anfang an tragen darf.

Einige Umstellungen für die letzte Partie vor dem langersehnten Urlaub hat Chefcoach Löw schon im Kopf. “Heiko Westermann wird mit Sicherheit spielen, Andreas Hinkel auch“, verriet Löw. Den Schalker Westermann ließ er im Training neben Hitzlsperger im zentralen Mittelfeld üben. Zudem kündigte Löw den Länderspiel-Neulingen Christian Träsch und Tobias Weis an, “im Laufe des Spiels zum Einsatz zu kommen“. Dagegen könnten ausgebrannte Spieler wie Piotr Trochowski nach der langen Saison erst einmal auf der Ersatzbank bleiben. “Da spürt man, dass er viel Substanz verloren hat in den letzten Wochen“, sagte Löw über den Hamburger.

Taktisch wird der Bundestrainer im “Al-Maktoum Stadium“ zum 4-4-2- System zurückkehren mit “zwei Stürmern im Zentrum“. Damit dürfte Lukas Podolski, Torschütze beim 1:1 in China, von der linken Außenbahn wieder in die Angriffsspitze rücken. Mario Gomez, der nach 795 torlosen Minuten einem Treffer im Nationalteam herbeisehnt, erhält eine neue Chance. Philipp Lahm verteidigt auf seiner angestammten linken Seite. Welche Verwendung Löw für die Wolfsburger Meisterspieler Christian Gentner und Marcel Schäfer vorgesehen hat, ließ er am Pfingstsonntag noch offen.

Auf “jeden Fall“ schickt Löw den Schalker Torhüter Manuel Neuer erstmals im A-Team auf den Rasen: “Mal sehen, ob er 45 Minuten spielt oder von Beginn weg.“ Für den 23 Jahre alten Schalker Neuer, der auf dem Sonderflug nach Dubai munter mit den mitreisenden Reportern plauderte, ist die Arbeitsteilung kein Problem. “Das habe ich schon einige Male in der Jugend gemacht“, erinnerte sich der Aufsteiger, der neben Robert Enke, dem frisch gebackenen Pokalsieger Tim Wiese und Final-Verlierer René Adler ab sofort verstärkt um seine WM-Chance kämpft. “Ich werde mich davon nicht verrückt machen lassen. Jeder entscheidet mit seiner Leistung selbst“, betonte Neuer.

Die extremen Bedingungen im 1,3 Millionen Einwohner zählenden Dubai will der U 21-Keeper mit Unbekümmertheit trotzen: “Ich halte mich einfach an die Regeln. Man sollte schon in den Schatten gehen“, sagte Neuer mit einem Lächeln auf dem Gesicht.

Die voraussichtliche Aufstellung: Enke - Hinkel, Friedrich, Huth, Lahm - Schweinsteiger, Westermann, Hitzlsperger, Trochowski - Gomez, Podolski

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