Prinz Poldi trifft

Podolski-Doppelpack beim Kölner 3:0 gegen Augsburg

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Auf Lukas Podolski ist einfach Verlass.

Köln - Auf Lukas Podolski ist einfach Verlass. Mit seinen Saisontoren sieben und acht (19., 24./Foulelfmeter) entschied der Kölner Nationalspieler das Bundesliga-Premierenduell beim 3:0 (2:0) gegen den schwachen Aufsteiger FC Augsburg fast im Alleingang.

Vor 48 000 Zuschauern setzte der Pole Slawomir Peszko (56.) die Schlusspointe in der mäßigen Begegnung. Der 1. FC Köln hält mit dem dritten Heimsieg in Serie Anschluss ans Mittelfeld der Fußball-Bundesliga, Augsburg wartet dagegen weiter auf den zweiten Sieg - und verlor zudem Torsten Oehrl durch Rote Karte (75.) nach einem Foul an FC-Kapitän Sascha Riether.

„Wir haben verdient gewonnen. Wir haben von Anfang Durck gemacht und das Spiel früh entschieden. Das war unser Ziel“, kommentierte Podolski, der jetzt in der aktuellen Torjägerliste auf Platz drei liegt. Der Vollstrecker vom Dienst sieht seinen FC „bei acht Punkten Vorsprung nach unten absolut im Soll“. Augsburgs Manager Andreas Rettig trauerte dagegen der vergebenen Chance nach: „Das war ärgerlich, weil wir keine drei Tore schlechter waren. Wir hatten uns was ausgerechnet hier.“ Am kommenden Sonntag kommt der FC Bayern nach Augsburg.

Die Kölner wollten sich nach der 0:5-Demontage am zehnten Spieltag beim Meister in Dortmund und dem 1:2-Pokal-Aus in Hoffenheim trotz erheblicher Personalprobleme zu Hause mal wieder von ihrer Schokoladenseite präsentieren. Chefcoach Stale Solbakken musste gleich sechs Stammspieler ersetzen, auch Torjäger Milivoje Novakovic, (Leistenprobleme) wurde nicht rechtzeitig fit. Die Gäste, mit neun Neuen in der Startelf im Vergleich zum 1:0-Pokaltriumph in Leipzig, mussten dagegen von der sechsten Minute an auf ihren verletzten Kapitän Uwe Möhrle verzichten - für ihn kam Gibril Sankoh, der diesen Spieltag so schnell nicht vergessen wird.

Die Augsburger wollten den FC mit ihrer offensiven Ausrichtung überraschen. Daniel Brinkmann (8.) wurde in aussichtsreicher Position erst in letzter Sekunde vom Kölner Henrique Sereno gestoppt. Danach machte sich der Neuling aber eine ordentliche Startphase durch unnötige Abspielfehler und stümperhaftes Defensivverhalten kaputt. Nach einem frühen Warnschuss (3.) bestrafte Podolski die unsortierte FCA-Abwehr in der 19. Minute zum ersten Mal.

Der Publikumsliebling durfte bei seinem mehr als 40 Meter langen Sturmlauf über links ungestört zum Tor ziehen. Sankoh, der bei einem Handspiel zuvor beinahe einen Elfmeter verursacht hätte, leistete bestenfalls Begleitschutz, Jentzsch sah ebenfalls unglücklich aus. Kaum war der Jubel der FC-Fans verstummt, klingelte es zum zweiten Mal. Nach einem vermeintlichen Foul von Hajime Hosokai am Christian Clemens verwandelte Podolski den fragwürdigen Elfmeter zum 2:0 (24.).

Die Augsburger mussten ihre Bemühungen intensivieren, aber bis zur Pause plätscherte die Partie ereignislos dahin. Der Abstiegskandidat unterstrich seine Harmlosigkeit als schwächste Offensive der Liga. Spielerische Fantasie Fehlanzeige. FCA-Coach Jos Luhukay, von 2002 bis 2005 Co-Trainer in Köln, wirkte beim Gang in die Kabine ratlos. Der indisponierte Sankoh musste nach seiner 39-minütigen Kurzarbeit gleich zur Pause wieder raus.

Den Augsburgern fehlten auch in den zweiten 45 Minuten die Lösungsmöglichkeiten im Spiel nach vorn. Brinkmanns gefährlicher Annäherungsversuch (47.) war eher ein Zufallsprodukt. Auch hinten präsentierte sich das Team von Luhukay an diesem Spieltag nicht erstligareif. So konnte sich Peszko im Strafraum viel zu mühelos durchsetzen und bei seinem 22. Einsatz für Köln sein erstes Ligator erzielen - die Begegnung war gelaufen. Der Pfostenschuss des eingewechselten Akaki Gogia (75.) und der Platzverweis von Oehrl nur Sekunden später passten zum völlig verpatzten Nachmittag für den FCA.

dpa

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