EM-Qualifikation

Prämienregen für deutsche Nationalspieler

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Der DFB hatte für den bereits erreichten Gruppensieg eine Prämie von 18.000 Euro für jede Partie ausgesetzt, für das ein Spieler berufen wird.

München - Joachim Löw wird zum Rekordjäger. In der Türkei und gegen Belgien will der Bundestrainer den Siegeszug in der EM-Qualifikation krönen. Für das Ziel nominiert er alle Stars. Kapitän Lahm und sechs weitere Spieler dürfen sich schon vorab über 180.000 Euro Prämie freuen.

Joachim Löw gönnt seinen Stars keine Pause - der Bundestrainer will das schon gelöste EM-Ticket auch noch mit einem Rekord krönen. "Unser Ziel ist es, mit zwei Siegen die EM-Qualifikation ungeschlagen und mit zehn Siegen aus zehn Spielen zu beenden", erklärte Löw. Für dieses Ziel nominierte der DFB-Chefcoach am Freitag den aktuell stärksten Kader für die Punktspiele am kommenden Freitag in Istanbul gegen die Türkei sowie vier Tage später in Düsseldorf gegen Belgien.

Angeführt von Kapitän Philipp Lahm dürfen sich sieben der 24 eingeladenen Fußball-Nationalspieler auf die maximal mögliche EM-Qualifikationsprämie von 180 000 Euro freuen. Der EM-Zahltag kostet den Deutschen Fußball-Bund (DFB) inklusive der Prämien für Löw und seinen Trainerstab über vier Millionen Euro.

Erstmals in der EM-Saison zählt der zuletzt mehrmals verletzte Mittelfeldspieler Sami Khedira von Real Madrid wieder zum Aufgebot. Neben dem gegen Österreich (6:2) und Polen (2:2) ebenfalls aus Verletzungsgründen fehlenden Bayern-Torjäger Mario Gomez kehrt auch der Hamburger Dennis Aogo in die Nationalmannschaft zurück.

Der Gladbacher Pechvogel Marco Reus, der sein Länderspieldebüt bislang allein viermal aus Verletzungsgründen verpasste, ist neben Torhüter Ron-Robert Zieler (Hannover 96) der einzige Akteur im Aufgebot ohne Länderspieleinsatz. Löw verzichtet auf die beiden Dortmunder Marcel Schmelzer und Sven Bender. Beide seien in den vergangenen Wochen "häufig angeschlagen" gewesen, begründete der Bundestrainer die Auszeit für das BVB-Duo. Sie sollen die Zeit "dazu nutzen, um in ihrem Verein gut zu trainieren", erklärte Löw.

Erst einmal konnte sich die deutsche Nationalmannschaft für ein großes Turnier mit einer Siegesserie vom ersten bis zum letzten Spiel qualifizieren. In der Qualifikation für die Weltmeisterschaft 1982 in Spanien gelangen in acht Partien acht Siege - dieses Ergebnis könnte von Löw mit seinem Team nun mit zehn Erfolgen überboten werden. "Für uns war es wichtig, uns so früh wie möglich für die EM-Endrunde zu qualifizieren. Das haben wir im September gegen Österreich geschafft. Jetzt wollen wir aber auch die Spiele gegen die Türkei und Belgien voll konzentriert angehen", erklärte Rekordjäger Löw ehrgeizig.

Zum Abschluss des Qualifikations-Marathons sollen Lahm & Co. für ihre satte EM-Prämie von 180 000 Euro also noch zweimal Topleistung abliefern. Der DFB hatte für den bereits erreichten Gruppensieg eine Prämie von 18 000 Euro pro Mann für jedes Spiel ausgesetzt, für das ein Spieler berufen wird. Die Höchstprämie von 180 000 Euro für alle zehn Partien kassieren nun die fünf Bayern-Profis Lahm, Manuel Neuer, Thomas Müller, Toni Kroos und Holger Badstuber sowie Mesut Özil (Real Madrid) und der Kölner Lukas Podolski.

Der DFB-Kader trifft sich am kommenden Dienstag in Mainz. Tags darauf geht es weiter nach Istanbul. Im Gegensatz zur deutschen Elf, die mit 24 Punkten bereits als Gruppensieger feststeht, geht es für Türken (14 Punkte) und Belgier (12) noch in einem heißen Fernduell um Platz zwei. Der Gruppenzweite erhält die Chance, sich im November in zwei Playoff-Spielen noch für die EM 2012 in Polen und der Ukraine zu qualifizieren.

dpa

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