Vor Russland-Spiel: Debatte um Kunstrasen

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Auch der FC Bayern hat bereits Erfahrungen auf dem Kunstrasen im Moskauer Luschniki-Stadion gesammelt. Archivbild vom Spiel der Bayern gegen Spartak Moskau im November 2006.

Frankfurt/Main - Zehn Tage vor dem vorentscheidenden WM-Qualifikationsspiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Russland in Moskau am 10. Oktober geht die Debatte über den dortigen Kunstrasenplatz weiter.

Nach einem Bericht der “Sport Bild“ entspricht die Beschaffenheit des Kunstrasens im Moskauer Luschniki- Stadion nicht der des Belags in Mainz, wo sich das Team von Bundestrainer Joachim Löw vom kommenden Montag an für drei Tage auf die Begebenheiten in der russischen Hauptstadt vorbereiten will.

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Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) bestätigte am Mittwoch, dass es zwischen den beiden Untergründen Abweichungen gebe. Diese seien jedoch auf die “unterschiedlichen Industrie-Normen“ in den beiden Ländern zurückzuführen. Beide Kunstrasenbeläge seien vom gleichen Hersteller verlegt worden. Probleme erwartet der DFB für die Spieler um Kapitän Michael Ballack deshalb nicht. Die Trainingsbedingungen würden “exakt den Spielvoraussetzungen in Moskau entsprechen“, heißt es in der Mitteilung. So seien auf beiden Plätzen wichtige Werte “wie Rollverhalten des Balles und Kraftabbau durch die Spieler identisch“.

Experte: Diskussion ist überzogen

Der Kunstrasenexperte Bernd Wutzer von der Firma Polytan aus Bergheim, der unter anderem den Kunstrasenplatz beim österreichischen Serienmeister Red Bull Salzburg angelegt hat, hält die Diskussion um den Kunstrasenplatz im Luschniki-Stadion für überzogen. Zwar seien die beiden Plätze in Moskau und Mainz “definitiv nicht identisch“, auf den Spielausgang dürfte dies aber keine Auswirkungen haben. “Am Ende setzt sich doch die technisch bessere Mannschaft durch“, sagte Wutzer der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Der Rasenexperte und Stadionplaner Rainer Ernst hält den Vorbereitungsort Mainz ebenfalls für richtig. “Der DFB hat mit der Wahl des Kunstrasenplatzes in Mainz die richtige Entscheidung getroffen, denn dort können optimal die Spielverhältnisse in Moskau getestet werden“, heißt es in der DFB-Mitteilung. Bundestrainer Joachim Löw hält die Diskussionen sowieso für überzogen. “Die Umstellung von Natur- auf Kunstrasen wird zu bewerkstelligen sein und darf auch kein Alibi sein“, sagte Löw der “Sport Bild“.

dpa

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