Champions League

Schalke greift durch

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Foto: Der Zoff beim FC Schalke 04 um die Suspendierung von Jermaine Jones sorgt für Gesprächsstoff.

Basel/Dortmund - Streit bei Schalke 04, Handicap für Borussia Dortmund. Die Clubs gehen mit Problemen in die Champions-League-Spiele. Bei Schalke sorgt die Suspendierung von Jermaine Jones für Ärger, beim BVB die Verbannung von Trainer Klopp auf die Tribüne für Gesprächsstoff.

Der Zoff beim FCSchalke 04 um die Suspendierung von Jermaine Jones und die Strafversetzung von Borussia Dortmunds Trainer-Wüterich Jürgen Klopp auf die Tribüne sorgen vor dem zweiten Champions-League-Spieltag für Gesprächsstoff. Die Königsblauen bauen darauf, dass Enttäuschung, Wut und Streit nach dem 3:3 in Hoffenheim am Dienstag (20.45 Uhr/Sky) beim FCBasel die Energie für einen Erfolg liefern. Der BVB hofft, gegen Olympique Marseille auch ohne Klopp als Antreiber am Spielfeldrand zu bestehen.Für den von der UEFA auf die Tribüne verbannten Fußball-Coach wird sein Assistent Zeljko Buvac das Team coachen. Klopp sieht keine Probleme und setzt auf Gedankenübertragung mit seinem langjährigen Weggefährten: „Wir brauchen keine Leitung. Zeljko und ich arbeiten meistens telepathisch zusammen - alles wird gut.“

Vor der kniffligen Aufgabe gegen den Tabellendritten der Ligue 1 sind alle Beteiligten darum bemüht, das Coachingverbot für Klopp herunterzuspielen. „Natürlich ist das ein Handicap. Aber wir wissen auch so, was wir zu tun haben“, meinte Torjäger Robert Lewandowski. Das 1:2 von Neapel hat für den BVB auch in anderer Hinsicht ein Nachspiel. Nach seinem Platzverweis sitzt Torhüter Roman Weidenfeller gegen Marseille eine Sperre ab. Damit fehlen dem Club außer den Verletzten Marcel Schmelzer, Ilkay Gündogan, Sebastian Kehl und Lukasz Piszczek fünf Profis. Im Tor wird Mitch Langerak stehen.

Ungeachtet der personellen Probleme herrscht Zuversicht. Die 5:0-Generalprobe gegen den SC Freiburg schürte die Hoffnung, dass die Mannschaft den Fehlstart von Neapel vergessen machen kann. Zudem brennen die BVB-Profis auf Revanche für die beiden Niederlagen gegen Marseille (0:3, 2:3), die vor zwei Jahren zum frühen Knockout in der „Königsklasse“ beitrugen. „Da haben wir noch eine Rechnung offen“, sagte Mats Hummels im „Kicker“ (Montag).

Bei Schalke war das turbulente Remis in Hoffenheim auch am Montag noch in den Köpfen. Die Mannschaft bemühte sich, die Affäre auf der Reise nach Basel beiseitezuschieben. „Es sind viele Dinge passiert, die wir abstellen müssen. Wir sollten jetzt aber keine Untergangsstimmung verbreiten und dürfen uns nicht zu lange damit beschäftigen“, empfahl Marco Höger.

Der suspendierte Jones kann sich derweil um sich selbst kümmern und sorgte für Verwirrung. Entgegen seiner Ankündigung will sich der US-Nationalspieler nun offenbar doch nicht am Meniskus operieren lassen. „Bald auf dem Weg zum Training!! Operation?? Nein ... Schalke ist im Moment wichtiger“, twitterte er. Eine Knie-Arthroskopie hätte eine Pause von vier bis sechs Wochen zur Folge gehabt.

Manager Horst Heldt hatte bereits nach dem bitteren Remis in Sinsheim personelle Konsequenzen angekündigt: „Der Verein überprüft, wer zuverlässig ist und wer nicht. Man tauscht sich aus - und irgendwann tauscht man dann aus.“ Schon am Sonntag teilte Trainer Jens Keller dem 31-jährigen Jones mit, dass er in Basel nicht zum Kader gehören wird. „Wir haben entschieden, dass Jermaine eine Denkpause erhält“, sagte Heldt.

Das Fass zum Überlaufen brachte Jones' katastrophaler Fehler beim Stand von 3:3, als er in der 84. Minute den Ball leichtfertig vertändelte und Roberto Firmino die Chance zum Siegtor ermöglichte. "Es steht nicht im Schalker Lehrbuch, dem Ball mit der Sohle zurückzuziehen und kurz vor dem Ende als letzter Mann eine 1:1-Situation zu schaffen", ätzte Heldt.

Hoffnung macht die Rückkehr des zuletzt erkrankten Adam Szalai und des gegen Hoffenheim verletzt fehlenden Julian Draxler. So kann Keller gegen Basel, das am Wochenende gegen den FCSion ebenfalls nur Remis spielte, auf seine Wunschformation hoffen. Nach dem überraschenden Sieg Basels zum Auftakt beim FCChelsea hat das Duell im St. Jakob-Park in der Gruppe E schon vorentscheidende Bedeutung. "Wer dann mit sechs Punkten dasteht, hat einen großen Schritt in die richtige Richtung gemacht", sagte FC-Kapitän Marco Streller.

dpa

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