"Schwierige und gefährliche Situation"

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Philipp Lahm (l.) fordert mehr Stabilität

München - Keine Zeit zum Luft holen: Nach der ernüchternden Pleite gegen Borussia Dortmund steht Bayern München innerhalb von vier Tagen in zwei „Endspielen“ gleich wieder extrem unter Druck.

Der deutsche Fußball-Rekordmeister ist im DFB-Pokal-Halbfinale am Mittwoch (20.30 Uhr/ZDF und Sky) gegen Schalke 04 und ebenso am Samstag (15.30 Uhr/Sky und Liga total!) bei Hannover 96 zum Siegen verdammt, um wenigstens seine Minimalziele noch zu erreichen. Ansonsten drohen beim FC Bayern wieder sehr unruhige Zeiten - auch für Trainer Louis van Gaal.

„Wir stehen auf Platz vier, liegen vier Punkte hinter Platz zwei. Wir müssen und wollen im Pokal ins Finale und dann gegen Hannover gewinnen. Wir müssen punkten, deshalb ist es eine schwierige und auch gefährliche Situation“, sagte Kapitän Philipp Lahm am Montag.

Hannover liegt derzeit zwei Zähler vor dem FC Bayern, Bayer Leverkusen vier. Entsprechend freuten sich die Münchner, dass die Werkself am Sonntagabend in Bremen nach 2:0-Führung in letzter Minute noch den Sieg verspielte. „Für uns war es glücklich, dass Leverkusen das Ergebnis noch herschenkt. Das hat die Situation etwas verbessert, aber wir müssen weiter alles dafür tun, um Platz zwei zu sichern“, machte Nationalspieler Thomas Müller klar.

Doch zunächst sind die Bayern im Pokal gegen Schalke in der Pflicht. „Es ist nur noch ein Schritt nach Berlin. Da wollen wir unbedingt hin“, betonte Müller, der einen echten Pokal-Fight erwartet, da es für Schalke wohl die letzte Chance ist, sich doch noch für das internationale Geschäft zu qualifizieren: „Dass Schalke kratzen, beißen und kämpfen wird, ist klar. Für uns gilt aber das gleiche.“

Am Montag wirkte allerdings bei Müller noch das ernüchternde 1:3 gegen Dortmund nach. Es sei nicht einfach, „dass alles abzuhaken, aber ab Dienstag gibt es nur noch Schalke“. Lahm war indes bemüht, „nach vorne zu blicken“. Er mache sich „keine Sorgen, wir sind trotzdem gut drauf. Wir sind gewarnt. Schalke hat gute Einzelspieler, aber ich bin sehr, sehr zuversichtlich“.

Allerdings forderte der Abwehrspieler nach einer internen Analyse und Sitzung eine andere Spielweise als zuletzt gegen Dortmund. „Wir müssen unsere Fehler abstellen. Das ist unser größtes Problem. Wir müssen das Aufbauspiel überdenken, den Ball einfach auch mal klären und nicht so viel Risiko spielen“, meinte Lahm gerade mit Blick auf Mittwoch: „Da geht es um Alles oder Nichts. Da dürfen solche Fehler gar nicht passieren.“

Für den Nationalspieler ist dies aber „kein Kopfproblem“. Der FC Bayern sei einfach noch nicht „so stabil, dass wir jedes Jahr in allen drei Wettbewerben ganz vorne mitspielen können“. Müller findet nach dem Dortmund-Spiel die Diskussionen ohnehin übertrieben, „dass jetzt wieder alles schlecht sein soll“.

Es könnte aber ganz schnell sehr schlecht aussehen, sollten sich die Münchner weitere Ausrutscher leisten. „Wir müssen jetzt zusehen, dass wir am Mittwoch das Pokalfinale erreichen“, machte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge schon einmal deutlich.

sid

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