Trauer in England: Legende Sir Bobby Robson gestorben

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Tiefe Trauer in der Fußball-Welt: Legende Sir Bobby Robson ist tot.

London - Das Mutterland des Fußballs trauert um Sir Bobby Robson. Der ehemalige Manager der englischen Nationalmannschaft ist am Freitagmorgen im Alter von 76 Jahren in seinem Haus in der nordenglischen Grafschaft Durham gestorben.

Das teilte seine Familie mit. Er habe “seinen langen und tapferen Kampf gegen den Krebs verloren“, hieß es in der Erklärung. Er sei “friedlich“ in Gegenwart seiner Frau und Familie gestorben.

Bei dem von den Fußball-Anhängern äußerst beliebten Coach war die schwere Krankheit zwischen 1991 und 2007 fünfmal diagnostiziert worden. “Das ist ein trauriger Tag“, sagte Don Howe , der Robson bei der WM 1990 als Assistenz-Trainer zur Seite gestanden hatte. “Er war ein Mann von Normen. Was immer er gesagt oder getan hat, war davon geprägt, das Beste zu machen, was ihm möglich war. Sein ganzes Leben hat er so gelebt.“

Fasn gedenken Sir Bobby Robson und legen Blumen und Trikots im St. James Park von Newcastle nieder.

In der Fußball-Welt hat das Ableben eines ihrer bekanntesten Protagonisten tiefe Trauer hinterlassen. “Er hat immer eine große Leidenschaft für das Spiel gezeigt und wird von allen Fußball-Fans auf der Welt vermisst werden“, sagte FIFA -Präsident Joseph Blatter. “Sir Bobby war ein wunderbarer Mensch, ein wirklicher Gentlemen“, kondolierte Englands aktueller Nationaltrainer Fabio Capello. Robsons langjähriger Weggefährte Sir Alex Ferguson, Trainer von Manchester United, meinte: “Ich trauere um den Verlust eines großen Freundes, eines wunderbaren Menschen. Seine Leidenschaft und sein Wissen über den Fußball waren unübertroffen.“

Seinen letzten öffentlichen Auftritt hatte Robson am vergangenen Sonntag vor 30 000 Zuschauern im St. James Park von Newcastle , wo eine deutsche und eine englische Auswahl ein Benefiz-Spiel für seine Krebs-Stiftung bestritten. Auf dem Rasen standen dabei unter anderem Alan Shearer , Paul Gascoigne und Peter Shilton. Der populäre Coach verfolgte die Partie im Rollstuhl.

Robson ist eine Fußball-Legende und war eine der wichtigsten Sport-Persönlichkeiten in seiner Heimat. Er führte England gegen Deutschland in das Halbfinale bei der Weltmeisterschaft 1990 in Italien. Damals verlor England im Elfmeterschießen. Robson spielte selbst 20 Mal für die englische Nationalmannschaft, unter anderem bei der Weltmeisterschaft 1958.

Das ganze Leben des erfolgreichen Trainers, der 2002 wegen seiner Verdienste um den Fußball zum Ritter geschlagen wurde, war vom runden Leder geprägt. Schon als Kind verfolgte er regelmäßig Spiele seines Heimatvereins Newcastle United , der bis 2004 auch seine letzte Station als Vereinstrainer war.

Als Trainer war es Robson nie vergönnt, mit einem seiner Vereine einen Meistertitel auf der Insel zu gewinnen, auch während der 13 Jahre zwischen 1969 und 1982 bei Ipswich Town nicht. Das gelang dem Engländer dafür mit dem PSV Eindhoven (Meister 1991, 1992) und dem FC Porto (Meister 1995, 1996). Den FC Barcelona führte Robson 1997 zum Europapokalsieg der Pokalsieger und wurde daraufhin zu Europas Trainer des Jahres gekürt.

Von Gert Glaner, dpa

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