DFL: Zweitligaklubs geben zu viel aus

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DFL-Geschäftsführer Christian Seifert kritisiert das Finanzgebahren der Profiklubs

Frankfurt/Main - Die Deutsche Fußball Liga will das Lizenzierungsverfahren für die Proficlubs verschärfen. Der DFL-Geschftsführer kritisiert vor allem Zweitligaklubs.

“Der Ligavorstand hat eine Kommission berufen, die sich umgehend mit diesem Thema befassen wird“, kündigte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert in einem Interview mit dem Fachmagazin “kicker“ (Montag) an.

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Er bemängelte: “Momentan geben einige Clubs systematisch zu viel Geld aus, leider vor allem in der 2. Liga.“

Am Mittwoch läuft die Frist zur Erfüllung der Bedingungen ab, die die DFL in der ersten Runde des Lizenzierungsverfahrens verschiedenen Vereinen gestellt hatte.

Auf die Frage, ob einem Verein der Lizenzentzug drohe, sagte Seifert nur: “Das hängt davon ab, ob alle Clubs die auferlegten Bedingungen erfüllen.“ Als größter Wackelkandidaten gilt Arminia Bielefeld: Eine Rettung des finanziell angeschlagenen Zweitligisten wird zum Rennen gegen die Zeit. Bis zum Mittwoch muss der von der Insolvenz bedrohte Verein der DFL ein Konzept vorlegen. Die Finanzlücke beträgt insgesamt 10,2 Millionen Euro.

“Jetzt fehlen noch rund zwei Millionen Euro. Und ich bin zuversichtlich, dass wir bis zum Antragsschluss das Problem lösen werden“, sagte der designierte Vereinspräsident Wolfgang Brinkmann. Bei einem Zwangsabstieg der Arminen könnte Hansa Rostock profitieren und trotz des Scheiterns in der Relegation gegen Ingolstadt auf den Verbleib in der 2. Liga hoffen.

Im Fall des mit 35 Millionen Euro verschuldeten Bundesliga- Absteigers Hertha BSC soll die DFL nach unbestätigten Informationen Absicherungen in Höhe von fünf Millionen Euro gefordert haben. “Die Lizenz ist sicher. Die Saison ist bis zum Ende sauber durchfinanziert“, betonte jedoch Finanz-Geschäftsführer Ingo Schiller.

Die DFL sieht dem wirtschaftlichen Treiben von Vereinen wie Bielefeld mit unguten Gefühlen zu. “Viele Clubs planen bisher mit einer schwarzen Null. Wenn dann etwas Unvorhergesehenes passiert, etwa eine Trainerentlassung oder die Verpflichtung neuer Spieler, endet das Geschäftsjahr fast automatisch mit einem Verlust“, erklärte Seifert. “In dieser Saison gab es mehrere Vereine, bei denen wir Bedingungen stellen mussten, um die Finanzierung bis zum Saisonende abzusichern. Das ist ein Alarmzeichen.“ Grundsätzlich müsse nach Ansicht des hauptamtlichen DFL-Chefs ein Grundsatz für alle Clubs gelten: “Nicht mehr ausgeben als man hat.“

Den Vorsitz der neuen Kommission, die sich mit strengeren Regeln im Lizenzierungsverfahren beschäftigt, hat DFL-Vizepräsident Harald Strutz vom FSV Mainz 05. Über eine Neufassung der Ordnung könnte auf der Generalversammlung des Ligaverbandes am 17. August in Berlin abgestimmt werden.

dpa

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