Zuschauer zeigen Heß-Poster: Harte Strafe

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Zuschauer zeigten ein Poster des Nazi-Funktionärs (Symbolfoto)

Minsk - Weil Fans des weißrussischen Fußballvereins Dynamo Minsk bei einem Spiel ein Poster von Hitler-Stellvertreter Rudolf Heß präsentiert haben, droht dem Erstligisten eine heftige Geldstrafe.

“Das ist ein eklatanter Fall nicht nur für den weißrussischen Fußball, sondern für die ganze Gesellschaft.“ Das sagte der Chef der Disziplinarkommission des weißrussischen Fußballverbands, Wladimir Wituschko, am Freitag nach Medienangaben in Minsk. Der Skandal in der autoritär regierten Ex-Sowjetrepublik kurz vor der Feier des Siegs über Nazi-Deutschland ist umso überraschender, als dass die Führung in Minsk alle Bereiche des öffentlichen Lebens scharf überwacht.

Nach Angaben von Wituschko droht dem Club nun die für Weißrussland astronomische Geldbuße von umgerechnet rund 75 000 Euro. Der Verein entschuldigte sich in einem offenen Brief bei den Veteranen und dem ganzen Land. Die Fans des sowjetischen Meisters von 1982 hatten gegen FK Witebsk (1:1) am 28. April - zwei Tage nach Heß' 106. Geburtstag - ein Transparent mit dem Konterfei des Nazi-Funktionärs und dem Spruch “Dein Leben ist für uns ein Beispiel von Treue“ entrollt.

Das Gebiet des heutigen Weißrussland war im Zweiten Weltkrieg Schauplatz blutiger Schlachten und grausamer Verbrechen. Heß war im Nürnberger Kriegsverbrecherprozess zu lebenslanger Haft verurteilt worden und hatte 1987 im Gefängnis Selbstmord verübt.

dpa

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