Zwei Underdogs träumen vom großen Wurf

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Nils Petersen ist der Torjäger des FC Energie Cottbus

Duisburg - Vor dem Zweitliga-Duell im ersten Halbfinale des DFB-Pokals am Dienstag träumen der MSV Duisburg und Energie Cottbus von weiteren Millionen-Einnahmen und dem Sprung ins internationale Rampenlicht.

Die Underdogs träumen vom großen Wurf: Die Zweitligisten MSV Duisburg und Energie Cottbus spielen im ersten Halbfinale des DFB-Pokals am Dienstag (20.30 Uhr/Sky und ARD) um weitere Millionen-Einnahmen und die Chance zum unverhofften Sprung aus der Provinz auf Europas Fußball-Bühne.

Denn der erste Zweitliga-Klub im kultigen und finanziell lukrativen Endspiel in Berlin (21. Mai) seit Alemannia Aachen 2004 darf selbst bei einer Finalniederlage auf einen Platz in der Europa League hoffen. Vorausgesetzt, Cupverteidiger Bayern München erreicht am Mittwoch (20.30 Uhr/Sky und ZDF) gegen Schalke 04 ebenfalls das Endspiel und in der Bundesliga die Qualifikation für die neue Champions-League-Saison.

Die DFB-Pokal-Sieger seit 1985

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Energie-Trainer Claus-Dieter Wollitz macht sein Team denn auch richtig heiß: „Es wird darauf ankommen, wer mit der größeren Überzeugung und Gier seine Qualitäten transportieren kann.“ Auch sein Duisburger Kollege Milan Sasic hält die Einstellung für das voraussichtlich entscheidende Element. „Wichtig wird sein, dieses Spiel mehr gewinnen zu wollen“, sagt der Kroate vor dem „Duell auf Augenhöhe“.

Duisburg und Cottbus haben im Pokal durch ihre Husarenstreiche gegen die Erstligisten 1. FC Köln und 1. FC Kaiserslautern (Duisburg) sowie den SC Freiburg, VfL Wolfsburg und 1899 Hoffenheim (Cottbus) jeweils schon mehr als vier Millionen Euro eingespielt. Im Falle des Einzugs ins Finale - das Ticket nach Berlin bringt in jedem Fall weitere zwei Millionen Euro und der Cupgewinn noch eine weitere halbe Million Euro - würde das „Zubrot Pokal“ in der Saisonbilanz beider Teams die 6,3 bis 6,5 Millionen Euro Einnahmen aus dem Kerngeschäft Liga sogar übertreffen.

Der warme Geldregen tut den „grauen Mäuse“ auch gut: Der MSV könnte durch sein erstes Pokalendspiel seit 1998 und vierte Finalteilnahme insgesamt Schulden in Millionenhöhe abbauen, und die Lausitzer planen für den Fall ihres zweiten Auftritts in Berlin nach 1997 neben Verstärkungen für ihre Mannschaft vor allem schon den Neubau einer Geschäftsstelle zur Verbesserung ihrer Infrastruktur.

Ruhm statt Reichtum steht allerdings für die Spieler im Mittelpunkt aller Gedankenspiele. „Das Endspiel ist ein Traum, der für jeden von uns vielleicht nur einmal im Leben wahr werden kann“, sagte Duisburgs Kapitän Srdan Baljak und schwört seine Kollegen auf die große Chance ein.

Das Herz soll bei den bei den Zebras in der mit 31.500 Zuschauern ausverkauften MSV-Arena auch die Seele ihres Spiels ersetzen: Antreiber Julian Koch fällt wegen einer noch nicht näher diagnostizierten Knieverletzung aus. Sasic fordert von seiner Mannschaft, die in den vergangenen drei Punktspielen kein Tor erzielen konnte, entsprechendes Engagement: „Wir müssen jetzt alle zusammenrücken und auch für Julian spielen. Dafür muss jeder noch ein paar Prozent mehr geben.“

Für Cottbus soll der Pokal nach dem beinahe schon verspielt erscheinenden Erstliga-Aufstieg die Saison noch retten. „Das ist ein richtungweisendes Spiel“, sagt Torjäger Niklas Petersen zur Bedeutung des Matches.

Ironischerweise büßte Energie seine Aufstiegsambitionen ausgerechnet nach dem Viertelfinal-Coup im Pokal gegen Hoffenheim weitgehend ein: Vier Spielen ohne Sieg folgte erst am vergangenen Freitag gegen den FSV Frankfurt (2:1) wieder ein Erfolgserlebnis. Wollitz, der die Rückkehr ins Oberhaus noch nicht ganz abschreiben will, blickt denn auch schon mit gemischten Gefühlen auf einen möglichen Finaleinzug: „Das Spiel gegen Hoffenheim hat schon ein bisschen den Rhythmus verdorben.“

Die voraussichtlichen Mannschaftsaufstellungen:

Duisburg: Yelldell - Kern, Soares, Bajic, Veigneau - Sukalo, Banovic - Sahan, Trojan, Baljak - Maierhofer. - Trainer: Sasic

Cottbus: Kirschbaum - Bittroff, Hünemeier, Brzenska, Ziebig - Kruska, Kurth - Adlung, Reimerink - Shao, Petersen. - Trainer: Wollitz.

Schiedsrichter: Michael Weiner (Giesen)

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