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29:28 – Wildunger Vipers holen gegen Zwickau ersten Saisonsieg

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Reißerische Szene: Die Vipers Jana Scheib (links) und Marieke Blase testen bei den Zwickauerinnen Ema Hrvatin (2.v.l), Alisa Pester die Zugfestigkeit ihrer Trikots.
Reißerische Szene: Die Vipers Jana Scheib (links) und Marieke Blase testen bei den Zwickauerinnen Ema Hrvatin (2.v.l), Alisa Pester die Zugfestigkeit ihrer Trikots. © malafo

Hauptsache gewonnen! Wer mag, kann mit diesen zwei Worten das erste Saisonheimspiel der HSG Bad Wildungen Vipers beschreiben. 29:28 (13:14) hieß es am Ende dieser Bundesligapartie gegen den BSV Sachsen Zwickau.

Bad Wildungen – Doch in diesem Spiel steckte weit mehr als nur das nackte Ergebnis. Es kostete vor allem Nerven auf beiden Seiten, denn es war geprägt von Höhen und Tiefen.

Das sieht auch Vipers-Trainerin Tessa Bremmer so: „Wir haben phasenweise überragendend gespielt mit zwei guten Torfrauen, dann schlichen sich plötzlich wieder zu viele einfache Fehler ein und in der Abwehr wurde zu spät auf die gegnerischen Aktionen reagiert.“

Aber auch ihr Trainerkollege Norman Rentsch hat trotz der Niederlage viel Lob für seine Mannschaft übrig: „Wir hätten hier auch gewinnen können, aber ich habe trotzdem viele gute Ansätze bei meiner neu formierten Mannschaft gesehen.“

Vipers schnell auf Betriebstemperatur

Die Vipers starten hervorragend. Torfrau Manuela Brütsch hält gleich den ersten Ball und Annika Ingenpass wirft innerhalb von zwei Minuten zwei ihrer insgesamt zehn Tore. Nach einer Viertelstunde haben die Gastgeberinnen ihre optimale Betriebstemperatur erreicht. Wenn sie dieses hohe läuferische und spielerische Level halten, wird Zwickau als Verlierer zurück nach Sachsen fahren. Doch Spiele drehen sich.

Der Grund dafür ist vermutlich die Summe vieler kleiner Fehler. Sie wollten irgendwann nur noch schnell und stur durch die Mitte, dabei sind die beiden Außenspielerinnen Thea Oby-Olsen und Maksi Pallas oft anspielbereit, aber sie erhalten bis dahin nur wenige Bälle. Und zu viele leichte Fehler, durch zu schnell genommene Würfe oder überhastete Pässe, die dann zu Fehlpässen werden. Das lädt zu leichten Gegentoren ein. Da lassen die Gastgeberinnen plötzlich ein Spiel durch die Hände gleiten, das doch ihr Spiel war und ist.

Zwickau nutzt die Summer vieler kleiner Fehler

Zwickau macht aus dem Vier-Tore-Rückstand innerhalb einer Viertelstunde einen Drei-Tore-Vorsprung. 14:11 für die Gäste. Noch ist fast eine Minute zu spielen bis zum Halbzeitpfiff, und es sind nun ausgerechnet die Wildunger Außenspielerinnen, die ihr Team mit zwei Toren noch vor der Pause auf 13:14 heranbringen.

In der Kabinenbesprechung kommt bei den Vipers die Einsicht zurück, wenn wir gut spielen, sind wir besser. „Wir haben uns dann wieder mehr auf uns konzentriert und wollten in der Abwehr nicht wieder die Aggressivität verlieren“, erzählt Anika Hampel.

Nach dem Wechsel sehen die rund 300 Zuschauer im ohrenbetäubenden Trommelwirbellärm eine Partie, die nahezu den gleichen Verlauf nimmt wie zu Spielbeginn. Die Wildungerinnen machen in den ersten Minuten defensiv und offensiv wieder viel richtig und senden erneut das Signal in Richtung Zwickau: Dieses Spiel ist für uns unverlierbar! Sie wandeln den Rückstand innerhalb von zehn Minuten in eine 20:16-Führung um und scheinen mit ihrer Körpersprache ihren Gegnerinnen zu sagen: Diesmal kommt ihr nicht mehr ran. Doch die Zwickauerinnen beweisen ihnen erneut das Gegenteil.

Die Vipers liegen in der 50. Minute noch 25:20 vorn und vielleicht hat sich dann bei einigen Spielerinnen der Kopf gemeldet und gesagt: Ihr müsst diese Begegnung unbedingt gewinnen.

Scheib und Co. parieren Schlussoffensive

Plötzlich wird im Wildunger Spiel die Lust wieder zur Last und jeder Fehlwurf scheint die Zwickauerinnen aufzubauen. Endet die zweite Halbzeit so wie die erste?

Dass die drohende Niederlage keinen Einlass findet, hat die Wildunger Mannschaft in dieser Phase vor allem Jana Scheib zu verdanken, denn sie übernimmt in dieser Phase Verantwortung, tankt sich immer wieder durch die Abwehr der Gäste, nimmt Risiko in Kauf bei ihren Würfen aus dem Rückraum und wird dafür in den Schlussminuten zweimal mit einem Tor belohnt.

Da auch Ingenpaß, Marieke Blase und Oby-Olsen treffen, schaffen es die Vipers diesmal, Zwickau zumindest mit zwei Toren Abstand vom Leib zu halten. Das ist bemerkenswert, denn die Badestädterinnen spielen vier von diesen zehn Minuten in Unterzahl, weil sich Blase und Scheib jeweils Zwei-Minuten-Strafen eingehandelt haben.

Hampel: Mannschaft hat immer den Kopf oben behalten

Als die ehemalige Wildunger Spielerin Anna Frankova sogar auf 28:29 verkürzt, sind nur noch knapp 30 Sekunden zu spielen. Die Vipers bleiben bis zum Schlusspfiff in Ballbesitz und es dauert danach keine zehn Sekunden, bis sie ihren Siegeskreis geschlossen haben. Lauter erleichterte Gesichter. Hauptsache gewonnen!

Trotz einiger Schwächephasen war für Anika Hampel der Siegbringer, dass „die Mannschaft immer den Kopf oben behalten hat und das hat uns am Ende ausgezeichnet. Auch Kreisläuferin Annika Ingenpaß merkt an, dass dieser Sieg auf einer tollen Teamleistung und einer verbesserten mentalen Stärke basiere. „In der letzten Saison hätten wir dieses Spiel vermutlich noch verloren.“
(rsm)

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