Bad Wildungen legt mit lockerem 28:21 (15:11)-Sieg über Trier Grundstein zum Ligaerhalt

Abstiegskampf erst einmal abgehakt - Video

- Bad Wildungen (jh). Die Ex-Triererin Tessa Cocx brachte die Ausgangslage der HSG nach dem Erfolg über den Letzten auf den Punkt: „Den Abstieg können Celle und Trier unter sich ausmachen. Wir sind erst einmal aus dieser Sache raus.“

Obwohl Trier zwischenzeitlich mit 11:10 (25.) führte, hatten weder die Spielerinnen noch die Verantwortlichen und Fans der HSG Angst, dass die Vipers das Spiel nicht gewinnen würden. „Ich hatte das Gefühl, dass wir von Anfang an die klar bessere Mannschaft waren“, gab Cocx den Tenor bei den Gastgeberinnen wieder. Dass die HSG die 6:2-Führung (10.) vor 700 Zuschauern vorübergehend aus der Hand gegeben hatte, war mehr den folgenden Fehlern der Nordhessinnen als der Stärke der harmlosen Miezen geschuldet. Dass diese nach ihrer einzigen Führung völlig den Faden verloren und die HSG bereits zur Pause (15:11), ohne voll zu überzeugen, für klare Verhältnisse gesorgt hatte, erzürnte Thomas Happe. „Wir haben teilweise ohne Kopf und ohne Verstand gespielt“, ärgerte sich der Gäste­coach, während sein Kollege Søren Jeppesen „nach dem ganz wichtigen Sieg sehr erleichtert“ war. Sein Team legte mit dem zweiten Erfolg die Grundlage zum angestrebten Ligaverbleib. „Den haben wir nun vielleicht zu 40 Prozent geschafft“, sagte Sportchef Markus Berchten, während auch Jeppesen und Kapitänin Miranda Robben noch nicht vom Klassenerhalt sprechen wollten. Während sich die Vipers finanziell weiter in schwierigem Fahrwasser befinden, steuern sie sportlich – allerdings auch aufgrund der Schwäche von Celle und Trier – auf einen souveränen Ligaerhalt zu. Während Geschäftsführer Dirk Ex, um Kosten zu sparen, wohl am liebsten noch Spielerinnen abgeben würde, hält Berchten dies aus sportlichen Gründen für den falschen Weg, auch „weil darunter die Intensität im Training leiden würde, was auch für die Stammspielerinnen nicht gut wäre. Wir haben nur zwei Torhüterinnen und elf Feldspielerinnen“, fügt er an, wobei der Schweizer bei seiner Rechnung die A-Jugendliche Julia Ammann, Patricia Puskasova (Schulterverletzung), Azubi Alexandra Kohler und die gekündigte Torfrau Veselinka Trenoska nicht mitzählt. Zu wirtschaftlichen Belangen will er sich nicht äußern. „Da müssen sie Herrn Ex fragen“, sagt Berchten, wobei sich beide freuten, dass ihr Team nach dem 10:11-Rückstand Moral bewies. Nach diesem hatte Jeppesen völlig überraschend die bis dahin stark haltende Julia Gronemann, „sie hat gut gespielt“, so Cocx, aus dem Tor genommen. „Julia war übermotiviert“, begründete der Däne, der fortan Petra Diener, „sie strahlt mehr Ruhe aus“, durchspielen ließ, obwohl die lange schwache Keeperin erst in der Schlussphase ein paar Bälle abwehren konnte. Da hatte die HSG, die Trier nur einmal, 12:15 (33.), auf drei Tore herankommen ließ, schon längst den Sieg eingetütet. Das lag auch daran, dass Robben, nachdem Cristina Mihai und die starke Sabine Heusdens jeweils mit einem Siebenmeter an Sladjana Djeric gescheitert waren, ihre drei Strafwürfe sicher verwandelte. „Ich habe aus dem Frankfurt-Spiel, wo Mihai und Heusdens je zwei Siebenmeter verworfen haben, gelernt“, begründete Jeppesen, wieso er Robben werfen ließ. Wie Ammann kam die Halblinke Marinda van Cappelle erst kurz vor Schluss zum Einsatz. Dass Jeppesen zuvor auf ihrer Position schon die Debütantin und etatmäßige Spielmacherin Jovana Jovovic nach einer Auswechslung von Stammkraft Heusdens gebracht hatte, dürfte der Holländerin sicher nicht gefallen haben.

Hier geht's zum Video:

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare