Gestützt auf ihre gegen Metzingen sehr gute Deckung hofft die HSG Bad Wildungen bei den Füchsen auf eine Überraschung

Abwehrbollwerk soll Berlin stoppen

- Bad Wildungen (jh). Beim morgigen Spiel in der Hauptstadt wird erneut Interimscoach Zoltan Bartalos Cheftrainerin Tessa Bremmer vertreten, die sich nach der Geburt ihrer Tochter in der Babypause befindet.

Während Bremmer nach der Geburt von Töchterchen Fleur am Sonntag das Krankenhaus inzwischen wieder verlassen hat, bereitet Bartalos die Erstligahandballerinnen der Vipers auf das morgige Aufsteigerduell (19.30 Uhr) bei den Füchsen Berlin vor. „Wir fahren nicht sechs Stunden im Bus dahin, um die zwei Punkte abzuliefern, sondern wir wollen selbst punkten. Und wenn wir so stark in der Abwehr spielen wie gegen Metzingen, haben wir auch eine richtig gute Chance, etwas aus Berlin mitzunehmen“, sagt der etatmäßige Torwarttrainer vor dem Duell in der Sporthalle Charlottenburg selbstbewusst.Steigern müssen sich die Südwaldeckerinnen, um bei den favorisierten Füchsinnen zu punkten, gegenüber der 19:24-Niederlage gegen Metzingen aber im Angriff. „Dort hatten wir gegen Metzingen zu viele Fehlwürfe, während die Abwehr richtig gut und das Spiel insgesamt okay war“, sagt Bartalos. „Wir haben im Angriff zu statisch agiert. Wir müssen mehr kreuzen, die Positionen wechseln und in die Lücken gehen“, fordert der 59-Jährige vor dem Spiel in Berlin.

Torfrau Vanessa Maier fehlt

Zu diesem reist die HSG nur mit elf Spielerinnen an, weil die dritte Torfrau Vanessa Maier fast zeitgleich mit Drittligist Fritzlar gegen Bayreuth spielen wird, wobei die 21-Jährige angeschlagen ist, da „Vane“ unter Adduktorenproblemen leidet. Wegen ihres knapp drei Monate alten Söhnchens Leo wird auch die noch nicht wieder völlig fitte Linksaußen Miranda Schmidt-Robben, die gegen Metzingen Bartalos an der Seitenlinie unterstützte, nicht mit nach Berlin reisen, sodass der gebürtige Ungar, der auch einen deutschen Pass hat, in der Hauptstadt das Team allein coachen wird. Bei der Vorbereitung für die Videositzung am gestrigen Abend hat Torfrau Manuela Brütsch dem Diplom-Sportlehrer, der derzeit als Fitnesstrainer arbeitet, geholfen. Auf die Paraden der gegen Metzingen erneut überragenden Spielführerin setzt Bartalos auch morgen. Die wird Brütsch wohl auch gegen Nationalspielerin Laura Steinbach zeigen müssen, nachdem die Füchse die Tochter des ehemaligen Präsidenten des Nationalen Olympischen Komitees, Klaus Steinbach, in einer spektakulären Aktion Anfang Oktober vom ungarischen Spitzenteam ​Ferencváros Budapest verpflichteten.Dabei half dem ambitionierten Aufsteiger, dass die linke Rückraumspielerin seit dem Frühjahr mit lker Romero, dem spanischen Kapitän des Männerteams der Füchse, liiert ist. „Wir müssen sie frühzeitig attackieren. Das ist so ähnlich wie beim Spiel gegen Metzingen und Shenia Minevskaja“, sagt Bartalos, wobei gegen die Tussies die auf halbrechts deckende Laura Vasilescu gegen die Nationalspielerin einige Male zu spät kam.

Pollmer gegen Steinbach?

Gut möglich, dass in Berlin wieder Jana Pollmer in die Startsieben der Vipers rückt, die aufgrund ihrer Schnelligkeit auch prädestiniert sein könnte, gegen Steinbach zu spielen. Neben der deutschen Nationalspielerin, die noch Eingewöhnungsprobleme hat, warnt Bartalos vor dem Berliner Spiel über die schwedische Nationalkreisläuferin Frida Tegstedt, der Freundin von Füchse-Kreisläufer Jesper Nielsen. „Berlin spielt einen schnellen Handball, da müssen wir aufpassen“, sagt Bartalos, während der Mann vom Plattensee die Stärken der deutschen Nationalspielerinnen Christine Beier (Rückraum) und Natalie Augsburg (Linksaußen) eher in der Abwehr sieht.Dass die Berlinerinnen zuletzt bei Mitaufsteiger Celle mit 30:32 verloren haben, „wo sie nicht besonders gut waren“, hat den früheren Nationaltorhüter, der 1976 bei den Olympischen Spielen in Montreal mit Ungarn Platz sechs erreichte, „überrascht. Wir müssen sehen, dass wir nach der langen Busfahrt gleich von Anfang an mithalten. Wenn uns das gelingt, glaube ich, dass wir in Berlin etwas holen können“, sagt Bartalos.

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