Chance auf Länderspieldebüt steigt

Nationalteam: Annika Ingenpaß hofft auf Premiere gegen Portugal

Freie Bahn: Die Bad Wildunger Kreisläuferin Annika Ingenpaß (links) hat Natalie Adeberg (1. FSV Mainz 05) versetzt.
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Freie Bahn: Die Bad Wildunger Kreisläuferin Annika Ingenpaß (links) hat Natalie Adeberg (1. FSV Mainz 05) versetzt.

Die Bad Wildunger Kreisläuferin Annika Ingenpaß hofft nach ihrer Teilnahme am Lehrgang der Handball-Nationalmannschaft auf ihr Länderspieldebüt.

Bad Wildungen – Ein „Gänsehautmoment“ sei der Beginn des Lehrgangs der Handball-Nationalmannschaft in der Vorwoche in Bensheim für sie gewesen, sagt Annika Ingenpaß. „Das war eine tolle Woche und eine Supererfahrung für mich. Es hat mich unfassbar stolz gemacht, den Adler auf der Brust zu tragen“, fügt die Bad Wildunger Handballerin an. Als zweite Kreisläuferin hinter der der arrivierten Luisa Schulze (32 Jahre/SG BBM Bietigheim) gehörte die 24-Jährige zum 19-köpfigen Kader, mit dem Bundestrainer Henk Gronener nach der mit Platz sieben verpatzten Europameister- schaft im Dezember in Dänemark die Vorbereitung auf die Qualifikationsspiele für die Weltmeisterschaft vom 2.bis zum 19. Dezember 2021 in Spanien aufnahm.

In denen trifft die Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB) am 16. oder 17. April (Hinspiel auswärts) und am 20. oder 21. April auf Portugal. Dabei deutet derzeit vieles darauf hin, dass Ingenpaß als zweite Kreisläuferin im deutschen 16er-Kader stehen wird und so in Portugal ihr Debüt in der A-Nationalmannschaft geben könnte.

„Das wäre das Größte für mich“

„Das wäre das Größte für mich“, sagt die Sportökonomiestudentin im zweiten Semester an der Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement in Köln, die bei den Vipers neben dem Handball noch auf der Geschäftsstelle arbeitet. „Ihre Chance dabei zu sein, ist derzeit definitiv größer als zu einem anderen Zeitpunkt“, sagt HSG-Trainerin Tessa Bremmer. Das dürfte vor dem Hintergrund, dass Deutschlands beste Kreisläuferin Julia Behnke (Ferencvaros Budapest) nach Differenzen mit Groener unter dem Niederländer nicht mehr spielen will und Meike Schmelzer (Fußoperation, 27/ Thüringer HC ) verletzt ist, eine ziemlich realistische Einschätzung sein. Zudem fehlte beim siebentägigen Lehrgang mit je zwei Einheiten am Tag die ursprünglich auch eingeladene Kreisläuferin Lisa Antl (20/Buxtehuder SV) verletzt. Für das Talent nominierte Groener auch nicht die in Reserve stehende Bad Wildungerin Maxi Mühlner nach.

„Ich habe alles gegeben. Jetzt kann ich nur abwarten“, sagt Ingenpaß, die auch ein Einzelgespräch mit Groener hatte, im Hinblick auf die Nominierung des Kaders für die Portugal-Spiele, die am 1. April erfolgen, während der nächste Lehrgang am 11. April beginnen soll. Sie und auch die anderen neuen Spielerinnen wie Regisseurin Nele Franz (HSG Blomberg-Lippe) oder auch Linksaußen und Ex-Viper Johanna Stockschläder (Borussia Dortmund) seien sehr gut aufgenommen worden.

Zusammenspiel klappt schon wieder

„Ich habe mich pudelwohl gefühlt und konnte so sein wie ich bin“, sagt die offene und kommunikative Ingenpaß, die immer für einen lockeren Spruch gut ist. Dass auf Anhieb das Zusammenspiel mit ihren früheren Mitspielerinnen aus dem Juniorennationalteam wie Emily Bölk und Alicia Stolle (beide Ferencvaros Budapest) oder Spielmacherin Alina Grijseels (Dortmund) klappte, freut die in Kempen geborene Rheinländerin.

„Nach fast fünf Jahren wieder den Adler auf der Brust zu haben, war etwas besonders für mich“, sagt Ingenpaß, die bei der U20-WM im Juli 2016 in Russland, bei der die DHB-Auswahl Vierte geworden war, zur besten Kreisläuferin des Turnier gewählt wurde. Bei der U18-WM zwei Jahre zuvor in Mazedonien holte die später zum Elite-Nachwuchskader des DHB und auch zur Sportfördergruppe der Bundeswehr zählende Blondine mit dem deutschen Team Silber.

Da geht es lang: Bundestrainer Henk Groener gibt der Bad Wildunger Kreisläuferin Annika Ingenpaß Anweisungen.

Vor allem an Angriffstaktiken feilte Groener ohne die verletzt fehlenden Julia Maidhof (Bietigheim), Mia Zschocke (Leverkusen) und Ex-Vipers-Torfrau Dinah Eckerle (Metz, verschärfte Einreisebedingungen). „Henk hat uns auch mit Videoanalysen gezeigt, wo wir stehen sollen. Dabei hat er die Teams immer durchgemixt“, erzählt Ingenpaß, die in der Abwehr wie in Bad Wildungen auf halbrechts deckte, „da fühle ich mich relativ sicher“, und sich in Bensheim ein Zimmer mit Torfrau Katharina Filter (21/Buxtehude), „die super nett ist“, teilte.

Die torgefährliche Kreisläuferin geht davon aus, dass sich das deutsche Team gegen Portugal durchsetzt. „Das ist ein machbarer Gegner, den wir aber nicht unterschätzen dürfen“, sagt Ingenpaß und hofft gegen die Südeuropäerinnen auf ihr Debüt, inklusive Nationalhymne, und so auf weitere Gänsehautmomente. (jh)

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