Erstliga-Achter HSG Bad Wildungen hofft am Sonntag auf einen Coup beim Sechsten Bayer Leverkusen

Außenseiter, aber nicht aussichtslos

Bad Wildungen - Die gelernte Rechtsaußen Annika Busch ist weiter eine Option im rechten Rückraum der Vipers

„Wir fahren als Außenseiter nach Leverkusen, weil Bayer die bessere Mannschaft und den breiteren Kader hat“, sagt HSG-Trainerin Tessa Bremmer vor dem Spiel am Sonntag (16 Uhr, Smidt-Arena). Doch aussichtslos sieht sie ihr Team beim Tabellenachten zugleich nicht. „Wir haben selbst schon dort gewonnen und auch Berlin hat erst vor zwei Wochen dort gesiegt“, verweist die Holländerin auf Bayers überraschende 25:30-Pleite gegen den Neunten. Etwas länger liegt der Bad Wildunger Coup bei den Elfen zurück. Am 30. Januar 2011 gewannen die Vipers beim Trainerdebüt von Markus Berchten, der zuvor den Dänen Søren Jeppesen abgelöst hatte, völlig überraschend mit 31:30. Dabei erzielte Bremmer drei Tore, während Miranda Schmidt-Robben viermal erfolgreich war. Letztere agierte zuletzt bei der 29:30-Niederlage bei Schlusslicht Trier unglücklich, als sie DJK/MJC-Torjägerin Katrin Schneider viel zu spät attackierte, sodass diese eine Sekunde vor Schluss das Siegtor der Miezen erzielen konnte. „Das passte zu unserer katastrophalen Leistung in Trier, wo wir auch vom Kopf her und kämpferisch schlecht waren und verdient verloren haben. Wir wussten auch, dass Schneider den letzten Wurf nehmen würde“, blickt Bremmer zurück. Sie hatte die Rückraumspielerin nicht in eine kurze Deckung nehmen lassen, weil Trier zuvor Spielertrainerin Christina Cabeza Gutierez eingewechselt hatte „und diese gut im Eins-gegen-eins-Spiel ist“, so die Vipers-Verantwortliche. Dass auf der Hinfahrt der Bad Wildunger Bus wegen eines technischen Defekts liegen geblieben war und die Vipers erst nach der Reparatur und einer eineinhalbstündigen Zwangspause weiterfahren konnten, passte zum Pleiten-Pech-und- Pannen-Trip der HSG. Die Niederlage beim Schlusslicht führt Bremmer auch darauf zurück, „dass wir zu viel gewollt haben. Unterschätzt haben wir Trier jedenfalls nicht“. Um in Leverkusen zu bestehen, wird sich der Tabellenachte steigern müssen, nachdem Bremmer in Trier nur mit Annika Busch und mit Abstrichen mit Linksaußen Johanna Stockschläder zufrieden war. Bei Busch war dies Bremmer vor allem deshalb, weil die gelernte Rechtsaußen in der zweiten Hälfte ihre vier Treffer aus dem rechten Rückraum erzielte und noch einige Siebenmeter herausholte. „Sie hat sich etwas zugetraut“, sagt Bremmer und sieht Busch gegen offensive Abwehrreihen und kleinere Deckungsspielerinnen als „Option“ im rechten Rückraum an. So könnte die Linkshänderin auch gegen Bayer dort spielen und Robben als Rechtsaußen agieren. In diesem Fall würde Abwehrchefin Petra Nagy im Angriff am Kreis agieren und Nadja Bolze erst einmal auf der Bank sitzen, die „in Trier viele frei Bälle vergeben hat“, so Bremmer. „Leverkusen wirft sehr viel aus dem Rückraum und hat da mit Kim Naidzinavicius, Anne Jochin und Jennifer Rode drei richtig gute Spielerinnen“, sagt Bremmer über das Bayer-Trio. Bei dem teilen sich Jochin und Nationalspielerin Naidzinavicius die halblinke und die Spielmacherposition, während Linkshänderin Rode auf Halbrechts spielt.„Leverkusen hat eine gute und ausgeglichene Mannschaft. Da sitzen Spielerinnen auf der Bank, die bei uns 60 Minuten spielen würden“, sagt Bremmer und dürfte damit die Halbrechte Katharina Loest und die Halblinke Natalie Adeberg meinen. „Wir müssen uns als Mannschaft besser präsentieren als in Trier“, fordert sie und hofft auch auf eine Leistungssteigerung ihrer Torhüterinnen Manuela Brütsch und Helen van Beurden, „die in Trier beide schlecht waren“.

Jana Pollmer angeschlagen

Während die dritte Torfrau Vanessa Maier wegen ihrer Leistenverletzung weiter ausfällt, geht Bremmer davon aus, dass die wegen einer Grippe zuletzt im Training fehlende Rückraumspielerin Jana Pollmer übermorgen dabei sein kann. Dann könnte die Ex-Kirchhoferin auch für die Entlastung von Spielmacherin Sarah van Gulik und Torjägerin Laura Vasilescu sorgen, die für einen erneuten Vipers-Coup in Leverkusen wohl eine Glanzleistung zeigen müssen, „nachdem sie in Trier die Vorgaben nicht umgesetzt haben“, so Bremmer. (jh)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare