Handball-Bundesliga Frauen: Wiedergutmachung nach Leverkusen-Pleite betreiben

Bad Wildungen trifft auf Angstgegner Buxtehuder SV

die Bad Wildungerinnen Larissa Platen, Torfrau Manuela Brütsch, Maria Ines Da Silva Pereira und Annika Ingenpaß (von links) gegen die Oldenburgerinnen Kathrin Pichlmeier und Marie Steffen (von links) 
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Zupackende Abwehr: So wie hier Larissa Platen, Maria Ines Da Silva Pereira und Annika Ingenpaß (von links) gegen die Oldenburgerinnen Kathrin Pichlmeier und Marie Steffen (von links) müssen die Bad Wildungerinnen vor Torfrau Manuela Brütsch wohl auch gegen den Buxtehuder SV agieren, um erfolgreich zu sein.

Die Bad Wildunger Bilanz gegen den Buxtehuder SV ist vor dem Spiel am morgigen Samstag (19 Uhr, Ense-Halle) verheerend. Von 16 Erstligabegegnungen gegen den BSV verlor die HSG 15.

Bad Wildungen – Einzig am 4. Februar 2017 trotzten die Vipers der Mannschaft von Trainer Dirk Leun beim 30:30 einen Punkt ab. Doch auch weil das Gästeteam weiter verjüngt wurde, sieht Trainerin Tessa Bremmer ihre auf Rang dreizehn stehende Mannschaft gegen den zwei Punkte mehr aufweisenden Achten als „nicht chancenlos“ an.

Um gegen Buxtehude endlich den ersten Sieg einzufahren, müssen sich die Südwaldeckerinnen gegenüber der 18:33 (12:17)-Klatsche am vergangenen Sonntag bei Bayer Leverkusen aber gewaltig steigern. „Das war ein Schritt zurück“, sagt Bremmer, die das Debakel mit ihrem Team ausführlich aufgearbeitet hat. „Wir haben darüber gesprochen und das Spiel dann auch abgehakt“, sagt die Niederländerin. Sie hofft, dass ihre Mannschaft am Samstag an die Form vom 30:27-Coup vor knapp zwei Wochen bei der HSG Bensheim/Auerbach anknüpfen kann. „Dann können wir auch gegen Buxtehude gewinnen“, glaubt die 37-Jährige.

Bremmer hofft, dass bei einigen Spielerinnen, wie der von der HSG Blomberg-Lippe gekommenen Rechtsaußen Kira Schnack, gegen Buxtehude der Knoten platzt, „nachdem sie in der Vorbereitung gezeigt hat, was sie kann“. Dass sie in der Schlussphase in Leverkusen wegen den dürftigen Leistungen von Schnack und Vanessa Plümmer auf eine gelernte Rechtsaußen verzichtete, dürfte für die beiden Blondinen wie ein Schlag in die Magengrube gewesen sein.

Gegen Buxtehude dürfte Schnack dennoch wieder beginnen, während im linken Rückraum die gegen Leverkusen in der Startsieben stehende Munia Smits und Larissa Platen, „die noch verunsichert ist“, so die HSG-Trainerin, Bremmers ersten Alternativen sind. „Buxtehude hat etwa das gleiche Niveau wie Leverkusen, wobei sie mit Lea Rüther und Katharina Filter zwei richtig gute Torhüterinnen haben“, sagt Bremmer.

Gegen den BSV müssen die Vipers, die bei ihren bisherigen Saisonheimspielen gegen den 1. FSV Mainz 05 (27:22) und den VfL Oldenburg (30:31) je 120 Zuschauer begrüßen durften, auf ihre Fans (siehe auch Artikel unten) verzichten. „Das ist extrem bitter für uns. Sogar eine nur etwas gefüllte Halle würde uns helfen. Wir haben gerade zuletzt gemerkt wie wichtig die Fans für uns sind“, sagt Bremmer, deren Team wöchentlich auf Corona getestet wird. „Die Stimmung bei uns ist gut und die Mannschaft ist hoch motiviert es gegen Buxtehude besser als in Leverkusen zu machen“, sagt Bremmer und fügt dann an: „Schlechter geht es ja auch nicht.“

Buxtehude-Coach Dirk Leun lobt Maxime Struijs

Drei Siege, drei Niederlagen, 6:6-Punkte, Platz acht. Trotz der 23:25-Niederlage bei Aufsteiger SV Union Halle-Neustadt kann Buxtehudes Trainer Dirk Leun mit dem Auftakt seiner Mannschaft in der 1. Frauenhandball-Bundesliga zufrieden sein. Und das ist er auch, angesichts der Heimerfolge gegen Bayer Leverkusen (17:16) und HSG Bensheim/Auerbach (32:29). Dass sein Team in Halle trotz einer 9:4-Führung (15.) noch verlor, führt der in seiner dreizehnten Saison in Buxtehude tätige Coach auf die Unerfahrenheit seines Kaders um die beiden Jungnationalspielerinnen Lea Rüther (Tor) und Annika Lott (Rückraum links) sowie die ehemalige Internationale Lone Fischer zurück.

„Wir haben mit einem Durchschnittsalter von etwas mehr als 22 Jahren wohl mit die jüngste Mannschaft der Liga, da sind Leistungsschwankungen normal“, sagt der 56-Jährige, der vor der Saison den Abgang der Routiniers Friderike Gubernatis, Christina Haurum und Lisa Prior (alle Karriereende und den Wechsel von Maike Schirmer (Toulon St. Cyr) verkraften musste. Dafür kam mit Caroline Müller-Korn (Borussia Dortmund) eine erfahrene Spielmacherin. Zudem sei das Mittelfeld in der Bundesliga, zu dem Leun auch Halle zählt, „mit neun Mannschaften sehr breit. Da kann jeder jeden schlagen, sodass die Tagesform entscheidet“, sagt der erfahrene Coach.

„An guten Tagen kann Bad Wildungen selbst die Topteams wie Bietigheim und den Thüringer HC ärgern“, sagt Leun über die Vipers, bei denen er die in der Torschützenliste auf Rang drei stehende Spielmacherin Maxime Struijs als Leistungsträgerin ansieht. „Sie ist deutlich stärker geworden und wieder da, wo sie einmal war“, sagt Leun über die Ex-Göppingerin.

„Wir wissen, dass wir in Bad Wildungen eine sehr konzentrierte Leistung brauchen, um die zwei Punkte zu holen, aber wir wollen das Spiel gewinnen“, sagt Leun und hofft nach der Niederlage in Halle und der 19:36 (9:24)-Klatsche in Dortmund auf die ersten Auswärtspunkte seiner Mannschaft in dieser Saison. jh

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