Handball-Bundesliga Frauen

Bad Wildungen Vipers: 23:41 nach Fehler-Festival in Bietigheim

Ganz seltenes Bild: Bad Wildungens Munia Smits hat viel Platz beim Torwurf. Sie kommt vor Luisa Schulze und Kelly Dulfer (Nr. 21) zum Abschluss.
+
Ganz seltenes Bild: Bad Wildungens Munia Smits hat viel Platz beim Torwurf. Sie kommt vor Luisa Schulze und Kelly Dulfer (Nr. 21) zum Abschluss.

Dass auch das vierte Saisonspiel in der Bundesliga Bad Wildungens Handballfrauen keine Punkte bescheren würde, durfte man erwarten. Eine derartig heftige Pleite aber wollten sie auch von der SG BBM Bietigheim nicht kassieren.

41:23 (19:7) hieß es am Ende für den haushohen Favoriten, der den vierten Sieg im vierten Spiel feierte und dabei keine Gnade hatte mit sehr fehlerhaft agierenden Vipers.

Bereits nach fünfeinhalb Minuten legte Tessa Bremmer die Auszeit-Karte auf den Tisch. Da hatte Bad Wildungen bereits zwei Zeitstrafen kassiert und sich einige technische Fehler geleistet. Tore: eines bis dahin, durch Marieke Blase nach knapp zweieinhalb Minuten. Es sollte das letzte sein bis zur 15. Minute, als Jana Scheib mit zwei Treffern zum 3:9 verkürzte.

Doch die Gäste fanden danach wie davor schwer ins Spiel und kassierten teils leichte Gegentreffer, nicht nur beim leeren Tor. Gute Blocks und zwei gut aufgelegte Torhüterinnen Melinda Szikora und Gabriela Moreschi sorgten bis zum Ende für oft ratlose HSG-Frauen. Als es 12:3 und später zur Pause 19:7 stand, roch es nach einer ganz peinlichen Pleite für die Kurstädterinnen, die auch in den letzten fünf Minuten der ersten Halbzeit keinen Treffer zustande bekamen.

Was würde die zweite Halbzeit noch bringen? Im Grund konnten die Vipers nur hoffen, dass der gastgebende Topfavorit die Zügel schleifen lässt. Das war aber nur selten der Fall. Kaum ein Qualitätsverlust war bei Bietigheim zu erkennen, als Trainer Gaugisch im letzten Drittel des Spiels häufiger wechselte. Es zeigte sich, dass, wie von Vipers-Trainerin Tessa Bremmer im Vorfeld angeführt, die Bietigheimerinnen auf nahezu allen Positionen zwei sehr starke Spielerinnen haben.

Vipers: Torausbeute phasenweise unterirdisch

Fünf, sechs Minuten lang agierten die Vipers kurz nach der Halbzeit stabiler, verkürzten in der 40. Minute auf 24:15, weil sie sich im Angriff besser durchsetzten bzw. bessere Wurfpositionen fanden. Insgesamt war die Übermacht der Gastgeberinnen aber bis zum Ende zu groß, um die Wildungerinnen wieder auf eine einstellige Tordifferenz herankommen zu lassen. Und bei zwei Törchen in 14 Minuten in der Schlussphase zeigte sich, dass im Abschluss auch die Konzentration schwindet, wenn du hinten so sehr gefordert oder teils überfordert bist.

Jolina Huhnstock am Kreis, die mit vier Toren hinter Jana Scheib (5) beste Schützin war, bekam noch mit die besten Noten bei den Vipers, während aus dem starken Bietigheimer Kollektiv die achtfache Torschützin Julia Maidhof herausragte.

Sie habe sich das Spiel anders vorgestellt, sagte Tessa Bremmer wenig überraschend. Aber Bad Wildungens Trainerin fand auch klare Worte: „Nach zehn Minuten hatten wir schon neun technische Fehler auf dem Zettel stehen, und dann läufst Du das ganze Spiel hinterher. Leichte Fehler und schlecht geworfen – das verfolgt uns jetzt schon seit dem ersten Spiel“, gab die Niederländerin zu. Gerade von den Leistungsträgerinnen erwarte sie aber, mit so viel Druck besser umgehen zu können. „Zehn Minuten in jeder Halbzeit ganz gut mitzuhalten, das reicht nicht“, so Bremmer zur Leistung insgesamt.

Spaß gemacht hatte der Abend freilich Markus Gaugisch, „zumal auch immer mehr Zuschauer in die Halle kommen. Wir wollen dominant auftreten in jeder Sekunde. Das ist heute nahzezu zu 100 Prozent gelungen“, sagte der SG-Trainer, dessen Team am Mittwoch beim Thüringer HC deutlich mehr gefordert werden dürfte. (schä/red)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare