Handball-Bundesliga Frauen

Bad Wildungens Trainerin Tessa Bremmer sauer über 18:33-Pleite in Leverkusen

 Bad Wildungerin Annika Ingenpaß (Mitte), zwischen den Leverkusenerinnen Mia Zschocke (links) und Zoe Sprengers
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Hallo, hier bin ich: Die Bad Wildunger Kreisläuferin Annika Ingenpaß (Mitte), einzige Vipers in Normalform, wartet zwischen den Leverkusenerinnen Mia Zschocke (links) und Zoe Sprengers auf den Ball.

Jana Scheib blickte zu Boden, Sabine Heusdens starrte ins Leere und der Rest der Bad Wildunger Erstligahandballerinnen verschwand schnellen Schrittes nach der 18:33 (12:17)-Klatsche beim TSV Bayer 04 Leverkusen in den Katakomben der leeren Ostermann-Arena

Leverkusen – Dass die sonst so eloquente HSG-Trainerin Tessa Bremmer nach dem Debakel erst einmal um Worte rang, war nur allzu verständlich.

Dabei hatten die Vipers bis zum 3:2 (5.) sogar in Front gelegen und auch beim 5:6 nach elf Minuten sah es noch nach einer engen Partie aus. Doch dann riss der Faden bei den Gästen völlig. Waren bis dahin schon die Abwehrprobleme vor allem wieder einmal im von Maxime Struijs und Maxi Mühlner gebildeten Innenblock unübersehbar, erzielten die Bad Wildungerinnen fast sechs Minuten kein Tor mehr, was Bayer zur 12:5-Führung nutzte (15.).

Zu diesem Zeitpunkt hatte Bremmer die vorne und hinten schwachen Struijs (ein Feldtor bei zehn Versuchen), „die aber immer weiter geworfen hat“, so die Trainerin, und Rechtsaußen Kira Schnack schon ausgewechselt, ohne dass viel Besserung von der Bank kam. So war die für Schnack gekommene Vanessa Plümer ebenso ein Ausfall wie die für die zunächst passable Munia Smits eingewechselte Larissa Platen. Auch Struijs-Ersatz Maria Ines Da Silva Pereira konnte als Spielmacherin nicht überzeugen. „Ich habe vergeblich versucht die Abwehr zu stabilisieren, wo wir immer einen Tick zu spät waren und nicht zusammengearbeitet haben“, sagte Bremmer.

In der Deckung fanden die Vipers zeitweise überhaupt keinen Zugriff mehr, wofür sich besonders Bayer-Regisseurin Zivile Jurgutyte mit acht Treffern bedankte. Dass Bayer-Torhüterin Kristina Graovac zum 15:7 nach 20. Minuten ins leere Gästetor traf, schien die Höchststrafe für die HSG zu sein – aber es kam noch schlimmer. Zwar verkürzten die Gäste durch die Umstellung auf eine 4:2-Abwehr mit den offensiven Da Silva Pereira und Anna-Maria Spielvogel auf 11:16 (26.), doch dann brach Bad Wildungen nach dem 14:19 (33.) mit insgesamt nur sechs Toren (!) nach der Pause ein.

Völlig wehrlos ergab sich das Team um die sich in der zweiten Halbzeit steigernde Kapitän Manuela Brütsch, die bis zur 17. Minute keinen Ball gehalten hatte, seinem Schicksal und wurde von Bayer regelrecht vorgeführt. So war die Partie spätestens beim 28:15 (43.) „ein Trainingsspiel“ für Leverkusen, wie Bremmer zugab. Im Gegensatz zum 30:27 in Bensheim brachten Bremmers Wechsel keine Besserung, auch weil Torfrau Lea Schüpbach kaum eine Hand an den Ball bekam und am Ende auch Alina Otto und Marike Blase keine Akzente setzen.

Bezeichnenderweise war die wegen einer Bänderverletzung noch angeschlagene Kreisläuferin Annika Ingenpaß die einzige Viper in Normalform und die einzige Offensivoption der HSG. „Dabei hatten wir es im Angriff erst gut hinbekommen, waren dann aber auch durch die fehlende Torhüterleistung verunsichert“, sagte Bremmer

„Jede unserer Spielerin muss sich schämen. Unsere Leistung war unterirdisch. Darüber können wir nicht so einfach hinweggehen. Ich gehe davon aus, dass sich die Mannschaft noch aussprechen wird“, fügte die tief gefrustete Trainerin nach dem Offenbarungseid ihres Teams an, das auf alle Fälle Redebedarf zu Genüge hat.

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