Vipers-Trainer Karsten Moos sieht die Chancen beim Zweitligahit gegen die Füchse 50:50

„Berlin hat mehr Druck als wir“

- Bad Wildungen. (jh). In der morgigen Handball-Partie (19 Uhr, Ense-Halle) will die HSG Bad Wildungen (sechs Minuspunkte) den Aufstiegsfavoriten (sieben) auf Distanz halten.

Eigentlich sollte das Spiel gegen den Fünften bereits am 7. Dezember 2013 ausgetragen werden, was aber die Nominierung der Berliner Rückraumspielerin Christine Beier für die Weltmeisterschaft in Serbien verhinderte. Seitdem hat sich bei den Füchsen (siehe Bericht links) viel getan, was darin gipfelte, dass der Fünfte nun mit Lars Melzer als neuem Coach nach Bad Wildungen kommt. „Das ist für uns eine gefährliche Situation, weil ein neuer Trainer auch immer neue Energie freisetzt“, sagt Moos. „Berlin spielt eine kompakte 6:0-Deckung und ist vorne durch die Halben Beier und Linkshänderin Bianca Trumpf gefährlich“, sagt der Vipers-Coach. Vor allem müsse sein Team die linke Seite der Füchse mit Beier und der zum Jahreswechsel aus Leipzig verpflichteten Nationallinksaußen Natalie Augsburg in den Griff bekommen, sodass auf die rechte HSG-Abwehrseite mit Romana Grausenburger und Annika Busch Schwerstarbeit zukommen dürfte. „Berlin hat viel mehr Druck als wir. Sie müssen aufsteigen, während wir aufsteigen wollen“, sagt Moos, der die Füchse als ersten Anwärter für den Sprung ins Oberhaus ansieht. Und das auch wegen ihres breiten Kaders von 18 Spielerinnen, während der HSG-Coach von einer solchen Auswahl nur träumen kann. Nur zwölf Spielerinnen stehen ihm zur Verfügung, weil Marie-Theres Raum (Reha nach Kreuzbandriss) und Emily Findeisen (Knieprobleme) langzeitverletzt sind. Zudem haben die Vipers den bis zum 30. Juni 2014 laufenden Vertrag mit der dritten Torfrau Julia Geselle in beiderseitigem Einvernehmen aufgelöst, weil die 20-Jährige aus Wolfhagen nach eigener Aussage nach ihrer Bandscheibenoperation „in dieser Saison keinen Handball mehr hätte spielen können“. In der ersten Liga, wohin beide Teams wollen, kam am Mittwoch beim 33:21 (22:7)-Sieg des Thüringer HC über Koblenz in der Schlussviertelstunde auch Dinah Eckerle zum Einsatz, auf die Moos wegen ihres Doppelspielrechts auch morgen zusammen mit Manuela Brütsch im HSG-Tor baut. Dass die Berlinerinnen nach der WM-Pause mit 1:5 Zählern starteten, hat Moos „überrascht“. Zuvor war der Aufstiegsfavorit seiner Favoritenrolle gerecht geworden und hatte nur bei der 25:30-Niederlage im November in Neckarsulm Punkte abgegeben. Durch Augsburg, die als einsenharte Abwehrspielerin bekannt ist, habe sich Berlin, „das eine aggressive 6:0-Deckung spielt“, so Moos, in der Abwehr noch verstärkt. Wie beim 30:27-Sieg in Mainz müssten seine Halben Laura Vasilescu und Grausenburger deshalb viel Druck auf die gegnerische Deckung machen, um Lücken für Kreisläuferin Tessa Cocx zu schaffen. Als neue Co-Trainerin der Vipers soll sich die holländische Leistungsträgerin übrigens vor allem um das Techniktraining mit den Nachwuchsspielerinnen kümmern.„Berlin wird nach dem Sieg gegen Zwickau sicher mit breiter Brust bei uns aus dem Bus steigen“, glaubt Moos, der von seinem Team gegenüber dem Erfolg in Mainz eine Leistungssteigerung fordert, die auch nötig sein dürfte, um die Füchse in Schach zu halten. „Die Chancen stehen 50:50. Ich denke, dass Kleinigkeiten über den Spielausgang entscheiden werden“, sagt Moos.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare