HSG Bad Wildungen glänzt beim überraschenden 24:23 (14:10)-Sieg bei den Füchsen

Bonuspunkte in Berlin

- Berlin (cw). „Nach Berlin fahren und gewinnen, unglaublich. Da ist ein Traum wahr geworden“, freute sich Vipers-Interimstrainer Zoltan Bartalos nach dem Start-Ziel-Sieg beim Mitaufsteiger, bei dem er seine sechs Feldspielerinnen 60 Minuten auf dem Parkett gelassen hatte.

Berlin. Die etwa 50 HSG-Fans sahen am Samstagabend ihren dreitägigen Aufenthalt in der deutschen Hauptstadt in der Charlottenburger Sporthalle durch den Bad Wildunger Erfolg ganz überraschend versüßt. Die Mannschaft von Bartalos, der Cheftrainerin Tessa Bremmer (Babypause) vertrat, glänzte im Duell der Erstliga-Aufsteiger mit geduldigem Angriffsspiel und siegte völlig verdient mit 24:23 (14:10) bei den favorisierten Füchsen Berlin. Nach dem Schlusspfiff dauerte es schon noch eine Weile, bis die elf HSG-Spielerinnen wirklich begriffen, dass ihnen ein nicht eingeplantes Husarenstück gelungen war. Beide Punkte aus Berlin mitzunehmen, da war vor dem Anpfiff doch mehr die Hoffnung die Mutter der Gedanken. Entsprechend wurde auf dem Parkett gejubelt, hübsche Siegerfotos mit ausschließlich strahlenden Gesichtern zur Erinnerung gemacht und auf der Tribüne die Glückwünsche der treuen Anhänger entgegengenommen. Auch Bartalos stieg mit strahlender Miene die Treppen hoch, um begeisterte Anhänger persönlich abzuklatschen. So schöne Gelegenheiten gilt es eben zu nutzen.Was der Wildunger Anhang sah, verschlug ihm teilweise die Sprache: Die Vipers, die nach dem 1:0 von Annika Busch nach vier Minuten immer in Führung lagen, dominierten die Auseinandersetzung teilweise fast nach Belieben und ließen sich von der zunehmenden Hektik der Berlinerinnen überhaupt nicht beeindrucken.

Brütsch und Busch stark

Hinter der wiederum starken Torhüterin Manuela Brütsch (15 Paraden) stand die Abwehr sicher, und vorn lenkte Spielmacherin Sarah van Gulik ihre Nebenleute geduldig mit dem Ziel, immer wieder das Anspiel auf die Kreisläuferin Nadja Bolze (fünf Tore) zu suchen. Zudem traf natürlich die Halblinke Laura Vasilescu als Haupttorschützin wieder einmal am besten, brauchte allerdings für ihre acht Treffer nicht weniger als 20 Versuche. Darüber hinaus profitierte Rechtsaußen Busch von der exzellenten Defensivarbeit mit schnellen Kontertoren und auch durch viel Einsatzfreude bei ihren Wurfentscheidungen am Kreis (sieben Tore bei neun Versuchen). Coach Bartalos traute sich eine Menge zu und zeigte Mut zum Risiko: „Die Mannschaft ist im Laufe des Spiels immer besser zusammengewachsen. Deshalb sah ich keinen Grund, etwas zu ändern.“So blieb die Stammbesetzung, mit Ausnahme der zweiten Torhüterin Helen van Beurden, die nur für einen Siebenmeter hineinkam, die ganzen 60 Minuten auf dem Parkett. Mit den Außen Johanna Stockschläder (links) und Busch (rechts), dem Rückraum mit Vasilescu, van Gulik und der Halbrechten Petra Nagy sowie der bienenfleißigen Kreisläuferin Bolze.

Vipers führen 18:13 (40.)

Die Rückraumspielerinnen Jana Pollmer und Simona Cipaian sowie Rechtsaußen Marie-Theres Raum blieben fiebernd auf der Ersatzbank und bejubelten erst die unglaubliche 14:10-Pausenführung, dann die äußerst positive Entwicklung über 16:12 (36.) und sogar das 18:13 in der 40. Minute. Erst nach der 20:16-Führung (44.) schwanden die Kräfte bei den Südwaldeckerinnen sowohl im Angriff als auch in der Abwehr.„Die Mannschaft hat das gut gemacht, wie sie den knapper werdenden Vorsprung verteidigt hat. Wir haben es geschafft, die Lücken in der Berliner Abwehr zu nutzen. Uns war auch klar, dass unsere Chancen wachsen, wenn wir immer dran bleiben. So ist es auch gelaufen und unsere Rechnung ist noch viel besser aufgegangen als wir erwartet haben.“

Kraftakt nach langer Busfahrt

Torhüterin Brütsch stand natürlich die Freude über den völlig unerwarteten Erfolg im Gesicht. „So einen starken Kraftakt hinzulegen nach der langen Busfahrt, wer hätte das gedacht. Ich bin unglaublich stolz auf die Mädels.“ Die Schweizerin erkannte aber auch: „Das Spiel hätte keine Minute länger gehen dürfen.“ In der Tat: Dreimal kamen die Spreefüxxe in den letzten fünf Minuten auf ein Tor heran.

Van Guliks wichtiges Tor

Doch van Guliks Treffer zum 24:22 62 Sekunden vor Schluss reichte den Gästen. In Unterzahl, Vasilescu war 50 Sekunden vor dem Ende hinausgestellt worden, überstanden die Vipers die letzten Sekunden vor 431 Zuschauern, weil Nationalspielerin Laura Steinbach den letzten Angriff der Berlinerinnen mit einem überhasteten Fehlpass abschloss.„Die Bad Wildungerinnen haben unsere Nachlässigkeiten ausgenutzt. Wir haben eindeutig zu viele Chancen liegen gelassen“, ärgerte sich Füchse-Coach Lars Melzer, während die Vipers ihren überraschenden Erfolg und zwei Bonuspunkte im Kampf gegen den Abstieg noch lange feierten.

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