Bad Wildungen möchte am Sonntag gegen den Tabellensiebten seine Mini-Krise beenden

Bonuspunkte gegen Blomberg

Bad Wildungen - Nach den Pleiten in Trier und Leverkusen fordert Trainerin Tessa Bremmer gegen die Lipperinnen eine Trotzreaktion der Vipers.

Die Partie gegen Blomberg ist kein Spiel, in dem wir unter Druck stehen, weil Blomberg nicht zu den Mannschaften gehört, die gegen den Abstieg kämpfen. Aber gleichzeitig rechnen wir uns etwas aus, weil wir gegen sie auf keinen Fall chancenlos sind“, sagt Bremmer vor dem Spiel der beiden HSGs übermorgen (16 Uhr) in der Ense-Halle. Dort treffen zwei Mannschaften aufeinander, für die es zuletzt vollkommen unterschiedlich in der Handball-Bundesliga lief. Während die Vipers das wichtige Spiel bei Schlusslicht Trier mit 29:30 verloren und in Leverkusen 25:34 untergingen, gewann der Gast zuletzt dreimal in Folge und arbeitete sich von Rang neun auf Platz sieben vor. Neun Punkte Vorsprung beträgt nun der Abstand der Lipperinnen um Nationalspielerin Xenia Smits auf den ersten Abstiegsplatz, während die Vipers auf diesen nur noch vier Zähler aufweisen. „Wenn wir gegen Blomberg gewinnen, wären das Bonuspunkte für uns“, sagt Bremmer, wobei diese ihrer HSG sechs Tage vor dem Duell gegen den Drittletzten Bietigheim (7.2.). „das sehr wichtig werden wird“, gerade recht kämen. „Blomberg wird mit sehr viel Selbstvertrauen bei uns auflaufen“, sagt Bremmer, die nicht davon ausgeht, dass die Lipperinnen, nachdem sie sich spätestens mit dem 30:20 in Leverkusen aus dem Kampf gegen den Abstieg verabschiedet haben, das Spiel am Sonntag „auf die leichte Schulter nehmen. Das wird Trainer André Fuhr nicht erlauben. Dafür kenne ich ihn zu gut“, sagt die Holländerin über ihren ehemaligen Coach. Sie selbst fordert gegen den Achtelfinalisten im Pokal der Pokalsiegerinnen nach zuletzt zwei Pleiten, „nach denen wir etwas angeschlagen sind“, eine Trotzreaktion und setzt dabei wie beim letzten Sieg gegen Celle (26:24), der eminent wichtig war, auf die Unterstützung der Vipers-Fans.Auf die fehlende mentale Stärke ihres Teams führt sie die schwachen Leistungen in Trier und Leverkusen zurück. Als die Aufholjagd bei Bayer nach dem 13:16 zur Pause und dem 14:14 (32.) ins Stocken geriet, „sind die Köpfe bei uns viel zu schnell nach unten gegangen, obwohl in Leverkusen etwas möglich gewesen wäre“, ärgert Bremmer „das extrem schlechte Spiel“ immer noch.

Kritik an Sarah van Gulik

„Überhaupt nicht zufrieden“ ist die 31-Jährige derzeit mit Spielmacherin Sarah van Gulik, die sie bei Bayer deshalb nach der Pause „und auch, weil ich ihr den Druck nehmen wollte“ lange auf der Bank sitzen ließ, während Laura Vasilescu und Johanna Stockschläder ihre Position in der Rückraum-Mitte einnahmen. Das Duo agierte dabei „gut“, so Bremmer. So will es die Trainerin nicht ganz ausschließen dass sich van Gulik, die in dieser Runde noch nicht richtig ins Rollen kam, nachdem sie seit ihrer Verpflichtung im Februar 2013 stets eine absolute Leistungsträgerin war, gegen den letztjährigen Pokalfinalisten zunächst auf der Ersatzbank wiederfindet, „denn bei mir geht es nach Leistung“. In Leverkusen habe die 24-Jährige, „in Momenten, in denen es nicht lief, überdreht, statt für Ruhe zu sorgen“, bemängelt Bremmer. „Sarah ist manchmal zu motiviert, sodass sie überdreht und sich selbst im Weg steht. Sie muss zur Ruhe zurückfinden“, sagt Bremmer über ihre Regisseurin. Dennoch erscheint es fraglich, ob Bremmer ihre Landsfrau tatsächlich erst einmal draußen und etwa Stockschläder – „sie war in Leverkusen auf Linksaußen schlecht, hat aber in der Mitte drei Tore in zehn Minuten gemacht und ganz unbefangen gespielt“, so die Trainerin – erstmals als Spielmacherin beginnen lässt. Wenn doch, würde Miranda Schmidt-Robben auf Linksaußen anfangen. Würde Vasilescu für van Gulik auf der Mitte beginnen, dürfte Petra Nagy für sie auf halblinks, Annika Busch auf halbrechts und Schmidt-Robben, der noch die Spielpraxis nach ihrer Babypause fehlt, auf Rechtsaußen beginnen. Während nach Schmidt-Robbens Rückkehr eine potenzielle Stammspielerin auf die Bank muss, werden dort zunächst auch die Rückraumspielerinnen Jana Pollmer und Simona-Maria Cipaian, die etwas hinten dran sind, sitzen. Ob die dritte Torfrau Vanessa Maier nach ihrer Leistenverletzung wieder im Kader steht, ist noch unklar.Ihrer Mannschaft wirft Bremmer vor, dass sie sich zuletzt zu wenig gegenseitig hochgepusht und zu schnell aufgegeben habe. „Das ist teilweise eine Sache der Einstellung“, sagt sie, lobt zugleich aber die harte Trainingsarbeit des Teams. Neben der Ex-Bad Wildunger Jugendspielerin Smits warnt Bremmer vor Blombergs flinken Außen Franziska Müller (links) und Lisa Borrmann-Rajes, die die Vipers in den Griff bekommen müssen, um Bonuspunkte gegen Blomberg zu holen.

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