Bremmer hofft auf Überraschung

Bad Wildungen will Bensheim weiße Weste beschmutzen

Freie Bahn: Die Bad Wildunger Rechtsaußen Vanessa Plümer hat (rechts) sich gegen die Kirchhoferin Zerin Oezcelik (Mitte) durchgesetzt und nimmt das Gehäuse von SG-Torfrau Nela Zuzic ins Visier.
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Freie Bahn: Die Bad Wildunger Rechtsaußen Vanessa Plümer hat (rechts) sich gegen die Kirchhoferin Zerin Oezcelik (Mitte) durchgesetzt und nimmt das Gehäuse von SG-Torfrau Nela Zuzic ins Visier.

Im Hessenderby in Bensheim wollen die Vipers punkten

Über das letzte Spiel der HSG Bad Wildungen bei der HSG Bensheim/Auerbach werden die Vipers noch in vielen Jahren reden. Und das nicht etwa, weil die Partie am 7. März 2020, wie sich aber erst elf Tage später herausstellen sollte, das letzte Rundenspiel vor dem Saisonabbruch wegen Corona war. Vielmehr hatte Gästetrainerin Tessa Bremmer für Aufsehen gesorgt, weil sie nach fünfjähriger Spielpause wegen des Ausfalls von Kreisläuferin Annika Ingenpaß (Patallasehnenprobleme) selbst aufgelaufen war und eine Sekunde vor Schluss mit ihrem zweiten Treffer nach ihrer Einwechslung in der 45. Minute den Vipers mit dem beim 27:27 noch einen Punkt gerettet hatte.

Kein Wunder also, dass in dieser Woche beim Bad Wildunger Training vor dem morgigen Hessenderby (18 Uhr) vor 298 zugelassenen Zuschauern in der Weststadthalle der Flachs blühte. „Wir haben einen Trick, um in Bensheim zu gewinnen“, bekam Bremmer aus der Mannschaft zu hören.

„Werde nicht spielen“

Die Frage, ob sie sich schon ein Trikot für das Spiel bereit gelegt habe, beantwortet die eloquente Niederländerin mit einem lauten Lachen. „Nein, ich werde dieses Mal nicht spielen“, sagt die 37-Jährige. Dafür könnte Rückraumspielerin Marieke Blase 364 Tage nach ihrem Kreuzbandriss beim 27:30 bei den Kurpfalz Bären zum Kader der Vipers gehören und ihr Comeback geben. „Wir sind hochmotiviert und haben in der letzten Trainingswoche Schritte nach vorne gemacht. Wir fahren nach dem spielfreien Wochenende mit einem guten Gefühl nach Bensheim“, sagt Bremmer.

Sie geht wie oft in der Vergangenheit von einer „umkämpften Partie“ aus. Ihr Team sei in den nächsten vier Begegnungen, inklusive der Partie am Samstag, bei Bayer Leverkusen (18. Oktober), gegen den Buxtehuder SV (24. Oktober) und bei Frisch Auf Göppingen (31. Oktober) zwar „in keinem Spiel Favorit, aber wir haben in jedem Spiel auch die Chance, es zu gewinnen“, so Bremmer.

„Wenn wir in Bensheim punkten würden, wäre das zwar eine Überraschung. aber keine Sensation“, sagt die Bad Wildunger Trainerin vor der Partie des Zwölften beim verlustpunktlosen Vierten. „Bensheim hatte kein extrem schwieriges Auftaktprogramm“, sagt die Trainerin der Nordhessinnen über die Gastgeberinnen, die im Gegensatz zu ihrem Team aber Neuling Buchholz-Rosengarten (27:25) und Oldenburg (28:23) schlugen.

„Gegen Leverkusen haben sie sich dann mit dem zuvor geholten Selbstvertrauen gut durchgesetzt“, sagt Bremmer über den Bensheimer 23:20-Erfolg über Bayer und bescheinigt der Mannschaft von Heike Ahlgrimm durch die Zugänge von Alicia Soffel (Mainz 05), Leonie Kockel (Dortmund) und Lotta Heider (Harrislee) sich „in der Breite deutlich verstärkt“ zu haben. Dadurch hätten die Südhessinnen auch den Abgang von Nationalspielerin Julia Maidhof nach Bietigheim „gut kompensiert“. Zudem habedie österreichische Nationalhalblinke Ines Ivancok „einen Riesenschritt gemacht und die Rolle von Maidhof übernommen“.

„Wir können mehr, als wir bisher gezeigt haben“, sagt Bremmer und hofft, dass ihr Team mit einer großen Leistungssteigerung Bensheims weiße Weste beschmutzen kann. jh

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