Torfrau und Kreisläuferin führen Bad Wildungen zum 24:20 (14:11)-Coup in Bietigheim

Brütsch und Bolze überragend

- Bietigheim (ae/jh).„Manchmal musste ich mich kneifen“, konnte HSG- Trainerin Tessa Bremmer den Paukenschlag des Aufsteigers kaum fassen.

Die Vipers-Spielerinnen konnten ihr Glück kaum begreifen. Ausgelassen tanzten sie nach Spielende in der Bietigheimer EgeTrans Arena im Kreis und feierten ihren überraschenden Erfolg bei der SG BBM Bietigheim. „Das ganze Team hatte ein gutes Gefühl. Uns war klar, dass die SG Druck hat. Diese zwei Punkte waren aber nicht unbedingt eingeplant“, sagte Bremmer nach dem Triumph und stellte mit Genugtuung fest: „Mit unserer eingespielten Mannschaft sind wir keine Opfer in dieser Liga.“ Frau des Abends war Kreisläuferin Nadja Bolze, die mit acht Treffern auch die beste Schützin des Duells war – und verdientermaßen als Spielerin des Tages ausgezeichnet wurde. Frech und respektlos trat Bad Wildungen vor den 1151 Zuschauern an. Die Vipers erwischten gleich einen perfekten Start: Nach einer Viertelstunde lagen sie bereits mit 9:3 vorn. Das Rezept, das Tempo aus der Partie zu nehmen und die eigenen Angriffe geduldig auszuspielen, bis sich eine Lücke bot, schien zu fruchten. Die Bietigheimerinnen, die mit Zivile Jurgutyte (Kreuzband­riss), Zana Maric (Nasenbeinbruch), Annamaria Ilyes (Magenoperation) und Gina Lorentsen (geschwollener Fuß) auf vier Stammkräfte verzichten mussten, rannten dagegen meist kopflos an. Bei der SG BBM machte sich insbesondere bemerkbar, dass mit Jurgutyte und Ilyes die beiden etatmäßigen Spielmacherinnen fehlten. Die Lücke in der Mitte vermochte die junge und selbst lange verletzte Linda Mack kaum zu schließen. Überhaupt fehlte es der neu formierten Mannschaft des dänischen Trainers Bo Milton Andersen an der Passgenauigkeit. Und im Abschluss erlaubte sich die SG BBM viel zu viele Fehlwürfe – was auch das Verdienst der bestens aufgelegten Manuela Brütsch im Bad Wildunger Gehäuse war. Die 30 Jahre alte Schweizerin war in den 60 Minuten der große Rückhalt ihrer Mannschaft und stach ihre beiden Nationaltorhüter-Kolleginnen Anna Wysokinska (Polen) und Ann-Cathrin Giegerich (Deutschland) locker aus. „Sie hat überragend gehalten“, lobte Bremmer ihre Kapitänin. Ebenfalls stark präsentierte sich der Innenblock der HSG mit Sarah van Gulik und Petra Nagy – der Bietigheimer Rückraum kam durch die Mitte kaum zum Erfolg. Eine kritische Phase mussten die Nordhessinnen in der ersten Hälfte allerdings schon überstehen: Nach der Einwechslung ihrer Kapitänin Kira Eickhoff holte die SG Tor um Tor auf und schaffte durch einen Treffer der früheren Blombergerin Isabelle Jongenelen in der 24. Minute den Ausgleich zum 9:9. Fast zehn Minuten war die HSG zuvor ohne Tor geblieben.Doch dann fingen sich die Vipers wieder und warfen noch eine 14:11-Führung zur Pause heraus. Verantwortung übernahm in dieser Phase vor allem die überragende Bolze. Sie war in den letzten fünf Minuten bis zum Seitenwechsel gleich dreimal erfolgreich.

„Hut ab vor Laura Vasilescu“

Durch einen Doppelpack von Nagy und Laura Vasilescu erhöhte der Erstliga-Rückkehrer, bei dem Jana Pollmer in der Anfangsformation gestanden hatte, auf 16:11 (32.). Nach einem Kurzeinsatz vor der Pause spielte Vasilescu in der zweiten Halbzeit in der ersten Partie nach ihrer Meniskusoperation durch. „Ich ziehe den Hut vor ihr. Sie hat uns mit ihrer Erfahrung weitergeholfen“, sagte Bremmer.Drei Tore in Folge zum 14:16 brachten die weiter konfusen Bietigheimerinnen bis zur 37. Minute ein letztes Mal in Schlagweite. Doch weder ein Torwartwechsel bei der SG – für die glücklose Wysokinska kam Giegerich – noch eine offensive Deckung konnten dem Spiel eine Wendung geben. Die Butter ließen sich die Bremmer-Schützlinge nun nicht mehr vom Brot nehmen. Über die Zwischenstände 20:14 (45.) und 22:16 (53.) feierten die bis zum Schluss konzentrierten Vipers einen verdienten 24:20-Auswärtserfolg.

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