Kreisläuferin und Ersatzlinksaußen führen Vipers in Nellingen zum siebten Sieg in Serie

Cocx und Stockschläder stark

- Nellingen (jh). Durch den umkämpften 28:26 (15:12)-Erfolg beim TV festigten die Bad Wildungerinnen ihre Tabellenführung und haben nun bereits sechs Punkte Vorsprung auf den ersten Nichtaufstiegsrang.

Mehrfach, zuletzt beim 24:20 in der 49 Minute, hatte die HSG in der zweiten Halbzeit schon mit vier Toren geführt, bevor die Partie vor 500 Zuschauern in der Sport-
halle 1 in Nellingen noch einmal spannend wurde. Als die Vipers-Halblinke Laura Vasilescu beim Stand von 26:24 (58.) ihre zweite Zeitstrafe erhielt und Daniela Stratmann den anschließenden Siebenmeter zum 25:26 verwandelte, musste der Erstligaabsteiger noch einmal um den Sieg bangen.

van Gulik trifft in Unterzahl

Die Schiedsrichter Thomas Kern und Thorsten Kuschel hatten schon die Hand gehoben, um in Bälde ein Zeitspiel der Bad Wildungerinnen abzupfeifen, als Gästespielmacherin Sarah van Gulik in Unterzahl mit einem Schlagwurf ihr Team 110 Sekunden vor dem Ende mit 27:25 in Führung brachte. Zwar verkürzte Agne Zukauskaite 62 Sekunden vor Schluss auf 26:27, doch als sich die HSG-Halbrechte Romana Grausenburger 33 Sekunden vor Schluss zum 28:26 durchtankte, waren die Vipers endgültig auf die Siegesstraße eingebogen.Nachdem Stratmann im Gegenzug verwarf, spielten die Gäste in den verbleibenden 20 Sekunden die Zeit herunter und sicherten sich zwei wichtige Punkte im Kampf um die Rückkehr in die erste Liga.

Celle und Zwickau verlieren

Durch die Zwickauer 24:32-
Pleite in Halle weisen die Vipers nun neun Spiele vor Schluss sechs Punkte Vorsprung auf den BSV Sachsen auf, der mit Rang vier den ersten Nichtaufstiegsplatz belegt. Zudem konnte sich die HSG durch das 27:29 von Celle in Neckarsulm vom Zweiten auf zwei Punkte absetzen. „Die beiden Ergebnisse haben mich überrascht“, sagte Moos, der aber nicht von einem Meilenstein im Aufstiegsrennen sprechen wollte.

Große Belastung für Kader

Dies begründete der Coach auch mit der durch die Schwangerschaft von Miranda Robben noch einmal größeren Belastung für seinen nun nur noch elfköpfigen Mini-Kader. Zugleich habe es aber bei den Vipers „keine Überlegung“ gegeben, wegen Robbens Ausfall personell noch einmal nachzulegen, sagte Moos. Bei der HSG stand am Samstag pro forma nach ihrem Kreuzbandriss erstmals wieder Marie-Theres Raum als zwölfte Spielerin auf dem Mannschaftsbogen, obwohl die Rechtsaußen laut Moos noch nicht einsatzfähig ist. Dies war dagegen Ersatzlinksaußen Johanna Stockschläder, die Robben, „mit ihr fehlt uns eine Spielerin mit viel Erfahrung, aber wir können deshalb nicht in die Ecke gehen und weinen, sondern müssen damit klarkommen“, so der Coach, gut ersetzte. Jeweils drei Tore erzielte Stockschläder in insgesamt nur sieben Minuten vor und in sechs Minuten nach der Pause und hatte damit großen Anteil am Erfolg. „Sie hat das super gemacht und hauptsächlich durch Tempogegenstöße getroffen. Und auch in der Abwehr ist sie nach einem etwas nervösen Beginn immer stabiler geworden“, lobte Moos die Linksaußen. Weil sie nun durch Robbens Ausfall in der Abwehr auf halblinks decken muss, während Stockschläder auf links agiert, ist die Belastung für van Gulik „noch größer geworden“, sagt Moos. Er ging das Risiko ein die Regisseurin auch nach ihrer zweiten Zeitstrafe in der 36. Minute beim Stand von 18:16 weiter verteidigen zu lassen und hatte damit Erfolg.Dass die HSG beim bisherigen Siebten siegreich blieb, der nur beim 1:0 (4.) und 3:2 (8.) führte und beim 18:18 (38.) letztmals ausglich, lag auch an der erneut überragenden Leistung von Kreisläuferin Tessa Cocx. „Sie ist immer wieder gut“, lobte Moos seine spielende Co-Trainerin, welche die HSG zusammen mit Stockschläder zum Erfolg führte.

Moos trotz Sieg unzufrieden

Nach dem 8:8 (23.) lagen die Vipers in der zweiten Hälfte mehrfach mit vier Toren in Front ohne den Sack zuzumachen, was Moos ärgerte, der trotz des Sieges mit der Leistung seines Teams nicht zufrieden war. „Wir haben ein bisschen zu pomadig gespielt und zudem hat uns die letzte Souveränität gefehlt, sodass es das erwartet schwere Spiel für uns wurde.“In dem sorgten die Youngster Petra Nagy und Simona-Maria Cipaian bei ihren Kurzeinsätzen für die dringend benötigte Entlastung von van Gulik und Vasilescu und hatten so auch ihren Anteil am Sieg.

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