Bundesligist will ins Viertelfinale

DHB-Pokal: Wildunger Vipers zu Gast beim Zweitligist Kurpfalz Bären

Handballerin beim Torwurf
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Angriffslustig wie in dieser Szene, Jana Scheib gegen Kurpfalz-Torfrau Leonie Moormann, möchte die Vipers-Trainerin Tessa Bremmer ihre Mannschaft beim Pokalauftritt gegen den Zweitligisten aus Ketsch sehen.

Sie kennen sich, haben sich aber ein wenig aus den Augen verloren. Es ist eine Reise in die jüngere Vergangenheit für die Handballerinnen der HSG Bad Wildungen Vipers. Es geht mal wieder nach Ketsch

Bad Wildungen – Dort trifft das Team von Tessa Bremmer am Samstag (20 Uhr) im Achtelfinale des DHB-Pokals auf die Mannschaft der Kurpfalz Bären, der sie in der vergangenen Saison noch in der Bundesliga gegenüberstand. Die Bären stiegen in die zweite Liga ab, auch, weil sie zwei Niederlagen gegen Bad Wildungen hinnehmen mussten (22:24 und 30:32).

Die Mannschaft ist diesmal aber eine andere, die Trainerin Franziska Steil spielte früher in Ketsch, ist neu vom Oberligisten HSG Hunsrück hinzugekommen.

Kurpfalz Bären haben ihren Spielstil beibehalten

Ihren Spielstil hätten die Kurpfalz Bären aber in etwa beibehalten, betont Bremmer. Ketsch sei immer dafür bekannt gewesen, dass sie im taktischen Bereich sehr viele überraschende Sachen machten, mit denen der Gegner nicht unbedingt rechne und auf die man sich nicht vorbereiten könne.

„Das war oft unser Problem gegen Ketsch, wir haben phasenweise gut gespielt, dann veränderten sie taktisch etwas und wir haben zu lange gebraucht, dagegen die richtigen Lösungen zu finden.“

Die Trainerin hofft natürlich, dass sie und ihre Spielerinnen für solche Momente diesmal ein besseres Auge haben werden. „Wegen dieser Überraschungsmomente ist Ketsch bestimmt nicht unser Lieblingsgegner, nichtsdestotrotz stehen wir in der Pflicht, gegen einen Zweiligisten zu gewinnen.“

Beide Mannschaften kommen mit zwei Niederlagen

Die zwei Mannschaften haben etwas gemeinsam: Die beiden letzten Ligaspiele gingen verloren. Trotz der Niederlagen gegen den Thüringer HC (26:31) und Halle (29:33) hat die Vipers-Trainerin in beiden Partien einige positive Aspekte gesehen, aber eins haben die Badestädterinnen in beiden Partien nicht hinbekommen: eine konstant gute Leistung über 60 Minuten abzuliefern.

Ein hohes Niveau über einen längeren Zeitraum zu halten, sei nur bedingt trainierbar, meint Bremmer. „Man kann im Training Situationen nachspielen, in denen man müde ist und trotzdem die Fehlerquote niedrig und die Trefferquote hochhalten muss, aber im Spiel ist natürlich der Druck höher.“

Für die Vipers-Trainerin ist fehlende Konstanz auch nicht das Hauptproblem in ihrer Mannschaft. „Es gibt bei uns eher viele kleine Baustellen, die liegen im individuellen Bereich, die neuen Spielerinnen auf einen bestimmtes Level zu bringen, aber gleichzeitig muss sich auch die Mannschaft spielerisch und taktisch weiterentwickeln.“

Im Pokal hat man nichts zu verlieren

Ein Pokalspiel ist natürlich immer etwas anderes als ein Ligaspiel, auch wenn der Gegner derselbe ist. Das sieht auch Bremmer so und betont, dass eine Mannschaft ein höheres Risiko gehen könne. „Im Pokal hat man nichts zu verlieren, sondern nur etwas zu gewinnen, in der Liga ist das anders, denn da kann man zwei Punkte verlieren.“ Ihr Team werde gegen Ketsch auch mehr probieren, mehr auf hundert Prozent gehen. „Der Pokal ist für im Vergleich zur Liga mich Nebensache.“

Personell sind die Vipers gut aufgestellt. In ihren Reihen spielt eine Annika Ingenpaß, die zusätzliches Selbstbewusstsein durch einen weiteren Länderspieleinsatz getankt hat. Julie Hafner steht im Kader, obwohl sie mehrere Tage nicht trainieren konnte, weil sie bei der Sportfördergruppe Bundeswehr eingewiesen wurde. Einzig Larissa Platen werde wegen einer Knieverletzung fehlen.

Vor der jüngsten Begegnung gegen Ketsch sagte Bremmer: „Wir brauchen ein Erfolgserlebnis.“ Dieser Satz gilt immer noch. (rsm)

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