Buxtehudes Linksaußen Sina Ritter über ihre Rückkehr nach Bad Wildungen und den BSV

„Ein bisschen komisch für mich“

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Im Sprung: In dieser typischen Art und Weise war Linksaußen Sina Ritter (M.) bis vor knapp drei Wochen noch für Bad Wildungen im Einsatz, hier beim Sparkassen-Cup in der Vorbereitung gegen Rikke Petersen (l.) und Kira Schnark vom dänischen Erstligisten Sø

Buxtehude - Vor 17 Tagen spielte Sina Ritter bei der 22:29-Niederlage in Leverkusen noch für die Vipers, bevor die 19-Jährige wegen ihres gerade erhaltenen Studienplatzes für Grundschullehramt in Lüneburg die HSG aufgrund einer Ausstiegsklausel verließ und sich Erstligakonkurrent Buxtehuder SV anschloss. Heute (19.30 Uhr, Ense-Halle) gastiert Ritter mit dem BSV bei der HSG.

Bei den Vipers war die kleine Linksaußen einer der wenigen Lichtblicke in der bisher katastrophal verlaufenden Runde. Dass sie ein Riesentalent ist, hat die frühere Jugendnationalspielerin auch schon beim Vizemeister bewiesen, für den sie beim Pokalspiel in Dortmund (35:30) „vier entscheidende Tore“, so Trainer Dirk Leun, warf, bevor sie beim 34:32-Erfolg der zweiten Mannschaft des BSV in der 3. Liga Ost über den MTV 1860 Altlandsberg mit 15 Toren, davon vier durch Siebenmeter, überragte. „Sina hat einen guten Einstand bei uns gehabt. Sie zeigt, dass sie angreifen und beißen will“, lobt Trainer Dirk Leun seine neue Linksaußen, deren Abwehrarbeit er noch verbessern möchte.

Wie haben Sie sich in Buxtehude beziehungsweise Lüneburg eingelebt, Frau Ritter? Mir gefällt es hier oben ziemlich gut. Ich wurde von der Bundesliga- und auch von der Drittligamannschaft in Buxtehude auch gut aufgenommen. Am Wochenende bin ich hier in Buxtehude in meine Wohnung eingezogen und pendele in der Woche immer mit dem Zug zum Studium nach Lüneburg. Im Studium habe ich schon einiges zu tun, aber es gefällt mir gut.

Wie ist es bisher beim BSV sportlich für Sie gelaufen? Ganz gut. In der Bundesligamannschaft habe ich beim Pokalspiel in Dortmund eine Halbzeit gespielt und vier Tore gemacht. Da konnte ich mich nicht beklagen. Am Sonntag habe ich dann im Drittligateam das ganze Spiel durchgespielt und 15 Tore geworfen.

Sind Sie traurig, dass Sie für Buxtehude nicht mehr in der Champions League spielen können, weil der Wechsel aus Bad Wildungen dafür zu spät war? Das ist natürlich schon ein bisschen schade. Aber so haben Bad Wildungen und ich uns schon gut geeinigt, dass wir den Vertrag aufgelöst haben. Vielleicht habe ich ja noch einmal die Chance in der Champions League zu spielen.

Wie sehen Sie Ihre Rolle in Buxtehude? Ich denke, dass Lone Fischer und Katja Langkeit auf jeden Fall auf Linksaußen gesetzt sind. Aber ich hoffe trotzdem, dass ich dennoch Spielzeiten in der Bundesligamannschaft bekomme. Ansonsten werde ich ab und zu auch 3. Liga spielen.

lWas kann Buxtehude Ihrer Meinung nach in dieser Saison noch erreichen? Wenn vor allem unsere Stammkräfte zumindest zum größten Teil fit werden, können wir in der Meisterschaft noch ein gutes Wörtchen mitreden.

lWas geht Ihnen vor dem Spiel in Bad Wildungen durch den Kopf? Mit welchen Gefühlen kehren Sie in die Ense-Halle zurück? Das ist schon ein bisschen komisch für mich, jetzt gegen die Mannschaft zu spielen, für die ich selbst vor ein paar Wochen noch aktiv war. Ich freue mich darauf, alle wiederzusehen. Sie waren mir ja auch nicht böse, dass ich weggegangen bin.

Wie haben Sie vom Insolvenzantrag der Vipers erfahren? Über das Internet. Ich habe dort einen Artikel gelesen. Ich finde es sehr schade und hoffe, dass es die HSG noch hinbekommt.

Wie geht das Spiel in Bad Wildungen aus? Da ich natürlich immer gewinnen will, hoffe ich natürlich auch, dass wir in Bad Wildungen siegen. Aber ein genaues Ergebnis ist schwer vorherzusagen. Bad Wildungen wird sich nicht kampflos geschlagen geben. Ich finde, dass sie zu Unrecht so weit unten stehen, was ich auch schon vor ein paar Wochen gesagt habe. Ich denke, dass wird ein schweres Spiel für uns. Ich hoffe, dass wir uns am Ende durchsetzen werden.

Wieso sind die Vipers Ihrer Meinung nach ohne Punkt Tabellenletzter? Da kann ich keinen Grund nennen. In der Mannschaft haben wir uns untereinander alle gut verstanden. Warum es sportlich so schlecht gelaufen ist, weiß ich ehrlich gesagt auch nicht wirklich.

Wie schätzen Sie die Chancen der HSG auf den Klassenerhalt ein? Ich hoffe, dass sie ihn noch schaffen. Das wünsche ich Ihnen wirklich.

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