1. WLZ
  2. Sport
  3. Bad Wildungen Vipers

Enttäuschte Gesichter : Vipers können auch Zwickau nicht in die Knie zwingen – 19:19 zu wenig

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Dreikampf mit Pferdschwanz: Die Wildungerinnen Annika Ingenpass und Verena Oßwald (Nummer 32) versuchen Pia Adams (Zwickau) am Wurf zu hindern. Vipers-Torfrau Manuela Brütsch hofft, dass sie nicht eingreifen muss.
Dreikampf mit Pferdeschwanz: Die Wildungerinnen Annika Ingenpass und Verena Oßwald (Nummer 32) versuchen Pia Adams (Zwickau) am Wurf zu hindern. Vipers-Torfrau Manuela Brütsch hofft, dass sie nicht eingreifen muss. © Kaliske

Für zwei, drei Sekunden nach dem Abpfiff dieser nervenaufreibenden Bundesligapartie zwischen der HSG Bad Wildungen Vipers und dem BSV Sachsen Zwickau war es mucksmäuschenstill in der Edertalhalle.

Bad Wildungen – Besinnung auf dem Spielfeld, auf der Bank und auf den Zuschauerrängen, die trotz 2G-Plus-Regel relativ gut gefüllt waren. Dann direkt das große Durchatmen von allen Seiten. Keinen Verlierer. Puh, Glück gehabt. Aber auch kein Gewinner. Ärger und Enttäuschung macht sich Luft, vor allem im Vipers-Lager.

Für die Spielerinnen von Trainerin Tessa Bremmer sollte dieses Spiel die Wende in einen besseren Saisonverlauf werden. Die war es nicht. Die Zwickauerinnen hätten sich eigentlich ärgern müssen, denn sie hatten den Sieg mit der letzten Angriffsmöglichkeit nah vor Augen, nachdem die Vipers kurz vorher den Ball in diesem entscheidenden Moment einmal mehr leichtfertig aus der Hand gegeben hatten.

Der Zwickauer Trainer Norman Rentsch war dennoch zufrieden mit dem Punkt. „Wie haben den Abstand auf Bad Wildungen mit diesem Remis gleich gehalten.“

Bremmer ist der Meinung, dass ihr Team den Sieg verdient gehabt hätte. Darüber könnte man streiten, denn die Vipers haben über weite Strecken in diesem Kellerduell keine gute Figur abgegeben. Wer ihnen momentan zuschaut, hat wenig Vertrauen, dass sie etwas erfolgreich zu Ende bringen können. Vor allem im Angriff finden sie derzeit nur selten die Lücke und sind nicht in der Lage mal eine Spielerinnen frei zu spielen. Angreifen heißt für die Vipers derzeit nur Kampf, Krampf und irgendwie Durchwurschteln.

Bereits die ersten Minuten dieses Spiels machten deutlich, wer seine Nerven in den Griff bekommt, gewinnt. Das hat aber auch keiner von beiden Mannschaften in den 60 Minuten geschafft. Leichte Fehler hüben wie drüben. Das 0:0 wurde erst nach dreieinhalb Minuten durch das erste Tor abgelöst und nach neun Minuten stand es erst 3:3. Beide Mannschaften suchten noch ihr Spiel.

Statt bewusst dafür im Angriff die Ruhe zu suchen, versuchten die Wildungerinnen Tempo zu machen und die leichten und überhasteten Fehler schlichen sich sofort in ihr Spiel ein. Beim Stand von 7:10 vergibt Maxime Struijs leichtfertig zwei Angriffsbälle hintereinander auf eine Art und Weise, die unter der Bundesligawürde stehen. Für sie war danach nur noch Platz auf der Bank. Das Team konnte sich in vielen Phasen einmal mehr bei ihrer Torfrau Manuela Brütsch bedanken, dass der Rückstand nicht auf vier, fünf Tore anwuchs.

Kurz vor der Pause ein erfolgreiches Aufbäumen der Vipers. Aber mit einer unerwarteten Anführerin: Verena Osswald traute sich im Rückraum einiges zu, stieß beweglich in die Lücken und suchte den Zweikampf. Auch Munia Smits zeigte ansteigende Form, war sehr nervenstark bei ihren fünf verwandelten Siebenmetern. „Bei jedem einzelnen war ich schon sehr aufgeregt“, gab sie nach dem Spiel zu. Leider hatte eine Stütze aus den vergangenen Spielen einen schlechten Tag erwischt: Jana Scheib kam diesmal nicht zum Zuge, rannte sich immer fest und ihr gelang auch nur ein Treffer. Die erst Halbzeit endete wie sie angefangen hatte, vier Minuten kein Tor.

Nach dem Wechsel schienen sich die Vipers Stück für Stück auf die Siegesstraße zu bewegen, bis zur 45. Minute führten hielten sie stets einen zwei Torvorsprung und es schien nur eine Frage der Zeit bis er auf drei, vier, fünf Treffer steigt. Aber das Bremmer-Team hat dafür derzeit nicht die Klasse. Der Vorsprung schmolz wieder und wurde gar zu einem Rückstand. 17:19 stand es sechs Minuten zum Schluss. Doch gegen die Niederlage stemmten sich die Wildungerinnen doch noch erfolgreich.

Für Bremmer war das aber kein Trost. „Die Abwehrleistung hat diesmal gestimmt auch kämpferisch war es gut, aber im Angriff hat mir bis auf Ausnahmen in der zweiten Halbzeit wieder die Überzeugung gefehlt.“

Auch die Trainerin lobt Verena Oßwald. „Wenn alle mit der gleichen Überzeugung gespielt hätten, hätten wir das Spiel vermutlich für uns entschieden.“ Über das Lob von ihrer Trainerin konnte sich Verena Oßwald auch nicht freuen. „Wir wollten unbedingt den Sieg, das haben wir nicht geschafft.“ Die Enttäuschung darüber stand bei jeder Vipers-Spielerin ins Gesicht geschrieben. (rsm)

Auch interessant

Kommentare