Dezimierte HSG Bad Wildungen will Samstag beim TuS Metzingen punkten

Erneut gegen das Schicksal ankämpfen

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Auf sie mit Gebrüll: Vipers-Rechtsaußen Romana Grausenburger (l.) will sich morgen in Metzingen so wie hier gegen die Triererin Carolin Schmele durchsetzen.

Bad Wildungen - Nach der unglücklichen 24:25-Niederlage gegen Koblenz/Weibern möchten die Vipers den nächsten Neuling ärgern.

„Das war ein klares Zeichen an unsere Fans, dass wir und der Handball in Bad Wildungen noch leben und wir uns nicht in unser Schicksal ergeben wollen“, sagte Karsten Moos beim Rückblick auf die Niederlage am Mittwoch. In der Tat konnten auch neutrale Betrachter nur den Hut vor der Energieleistung ziehen, die das Team des (Interims-)Trainers gezeigt hatte. Es war deshalb fast schon tragisch, dass Miranda Robben und Co. nicht für ihren großen Kampf belohnt wurden.

„Normalerweise dürfen wir das Spiel bei einer Vier-Tore-Führung nicht mehr aus der Hand geben, aber am Ende hat uns die Erfahrung gefehlt“, sagt Robben in Anspielung auf die 22:18-Führung acht Minuten vor Schluss. Wie die ebenfalls überragende Sabine Heusdens (Knie) hatte sich die Holländerin bei einer unglücklichen Aktion leicht verletzt. Moos hofft aber, dass die angeschlagenen Niederländerinnen in Metzingen spielen können.

Wenn das Erstligaschlusslicht noch ein Wörtchen um den Ligaverbleib mitreden will, müsste es schon bei den auf Nichtabstiegsrang zehn stehenden Gastgeberinnen gewinnen. „Der Klassenerhalt wird nach der Niederlage gegen Koblenz verdammt schwer, gerade mit dem, was wir noch an Personal haben“, sagt Moos. In Metzingen sieht er sein Team „als absoluten Underdog“ an.

„Man hat aber gegen Koblenz gesehen, was möglich ist, wenn wir am extremen Limit spielen. Wir haben da um jeden Zentimeter gefightet. Ich hoffe, dass die Mannschaft in Metzingen diese Leistung bestätigen kann“, sagt Moos, in dessen Lehrgang zur A-Lizenz auch der künftige TuS-Trainer Alexander Job ist.

Respekt vor Annamaria Ilyes

Dagegen habe das Team bei der desaströsen 22:32-Hinspielpleite schnell die Köpfe hängen lassen. „Dass wir uns einfach in unser Schicksal ergeben, werde ich nicht akzeptieren“, sagt Moos. Bei Metzingen hat er vor allem Respekt vor Torjägerin Annamaria Ilyes. „Das Team lebt von ihr und ihren Emotionen und spielt ähnlich wie Kob­lenz, nur etwas schneller und geradliniger.“

Als deren Trainerin Ildiko Barna Heusdens und Robben ab der 53. Minute kurz decken ließ, „wusste ich, dass es für uns schwer werden wird“, sagt Moos, der deshalb gefordert ist, sich Varianten gegen offensive Deckungsreihen einfallen zu lassen, und in der Abwehr „daran gedacht hatte“, am Schluss Annika Busch und Romana Grausenburger die Positionen tauschen zu lassen. Dass er dies dann doch nicht tat, nutzte „Vivi“ Kazaki gegen die Halbrechte Busch, die nach ihrem Trainingsrückstand platt „und ein-,zweimal zu passiv war“, so Moos, konsequent aus. Dass die Vipers bis zum Ende mithalten konnten, hatten sie neben Linksaußen Robben, die später auf der Mitte stark spielte, vor allem Heusdens zu verdanken.

„Sabi hatte einen Sahnetag erwischt und an ihrer Leistungsgrenze gespielt. Ich habe sie schon lange nicht mehr so stark gesehen“, sagte Moos über die zehnfache Torschützin, der zugute kam, dass sie erst nach 53 Minuten kurz gedeckt wurde. Zufrieden war der Coach auch mit 17-jährigen Alina Otto, die er nach zehn Minuten für die unauffällige Kreisläuferin Theresa Loll eingewechselt hatte. Die A-Jugendliche spielte dann für Tessa Cocx, die an den Kreis ging, auf der Mitte, bevor sie später mit Linksaußen Robben die Position tauschte.

„Alina hat einen Superjob gemacht, auch wenn sie im Eins- gegen-Eins noch mutiger sein muss“, lobte Moos den Blondschopf, der auch in Metzingen wieder gefordert sein wird. (jh)

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