Bad Wildungen will sich mit einem Sieg bei Schlusslicht DJK/MJC Trier Luft im Kampf um den Erstligaverbleib verschaffen

Der Favoritenrolle gerecht werden

Bad Wildungen - Bei der HSG soll für Miranda Schmidt-Robben morgen (19.30 Uhr) in der Arena Trier Petra Nagy in die Startsieben rücken.

„Ich denke, dass wir in Trier die Favoritenrolle haben. Die wollen wir auch annehmen. Wenn wir dort gewinnen, können wir ein bisschen beruhigt sein“, sagt Tessa Bremmer hinsichtlich des Spiels beim Letzten und des angestrebten Ligaerhalts. Trotz des bisher hervorragenden siebten Platzes weiß die Bad Wildunger Trainerin, dass der Weg zum Klassenverbleib noch weit ist. „Wir haben zwar bereits neun Punkte, die vor der Saison niemand erwartet hat“, sagt Bremmer. Doch weil die in der Tabelle hinter der HSG stehenden Teams aus Bietigheim und Göppingen personell aufgerüstet haben, was auch der Vorletzte Kob­lenz/Weibern (4:16), der den ersten Abstiegsplatz innehat, noch tun will, weiß Bremmer, dass die in Trier zu vergebenden zwei Punkte „sehr wichtig“ für ihr Team wären. Das war auch der glanzlose 26:24-Erfolg über Celle, das neben Trier als zweiter Abstiegskandidat gehandelt wird. „Wir dürfen nach dem unheimlich wichtigen Sieg gegen Celle das Spiel in Trier nicht verkacken“, sagt Bremmer und hofft darauf, dass ihr Team den geringeren Druck, der auf den Vipers liegt, zu seinen Gunsten nutzen kann, „während das Spiel für Trier die letzte Chance ist“. Bremmer geht deshalb davon aus, dass die kampfstarken „Miezen“ „extrem heiß sein und bis zum Erbrechen kämpfen werden“.Ihr Team werde den Letzten nicht unterschätzen, glaubt sie und erwartet eine Leistungssteigerung gegenüber dem „schlechten Spiel“ gegen Celle. Anders als in der Partie gegen den Zehnten wird bei den Vipers wohl Petra Nagy für Annika Busch im rechten Rückraum beginnen.

Busch wieder Rechtsaußen

„Diese Option bietet sich an“, sagt Bremmer, nachdem Linkshänderin Busch, die auf Rechtsaußen starten wird, auf der ungewohnten Position nicht überzeugte, während sie, so die Trainerin, auf Rechtsaußen „bisher eine überragende Saison gespielt hat“. Während Busch dort „klar die Nummer eins“, so Bremmer, vor Rückkehrerin Miranda Schmidt-Robben ist, die gegen Celle auf Rechtsaußen begann, will die Vipers-Verantwortliche auf der linken Außenbahn erst einmal Youngster Johanna Stockschläder den Vorzug vor Schmidt-Robben geben. „‚Stocki‘ spielt auf Links eine gute Saison, während sich ‚Miri‘ nach ihrer Babypause erst wieder reinfinden muss. Ich bin überzeugt, dass sie ihre Leistung steigern wird“, sagt Bremmer über die 28-Jährige. Die Niederländerin soll wie die Rückraumspielerinnen Jana Pollmer und Simona-Maria Cipaian, „sie drängt sich im Training auf“, von der Bank ins Spiel kommen. Dies praktizierte Bremmer gegen Celle mit Ersatztorfrau Helen van Beurden, mit der sie trotz einer durchschnittlichen Leistung „sehr zufrieden war“. Wie gegen Celle wird die dritte Torfrau Vanessa Maier (Leistenprobleme) auch in Trier fehlen.Bremmer hofft, dass Laura Vasilescu morgen an ihre Galavorstellung mit 14 Treffern gegen Celle anknüpfen kann und Spielmacherin Sarah van Gulik mehr Torgefahr ausstrahlt, wenn die beiden schwächsten Angriffsreihen der Liga aufeinandertreffen. Mit 237 Treffern (23,7 im Schnitt) haben die Vipers nur neun Tore mehr als die Gastgeberinnen erzielt. Dass diese am Tabellenende stehen, verwundert Bremmer nicht.

„Schneider ragt heraus“

„Sie haben viele unerfahrene Spielerinnen. Das hat auch mit der finanziellen Situation zu tun. Auch bei Trier haben alle Mädels wie bei uns noch einen Job“, sagt die 31-Jährige, die vor ihrem Wechsel im Sommer 2011 zur HSG selbst ein Jahr an der Mosel spielte. Obwohl Bremmer noch Kontakt zu einigen „Miezen“ wie der Halbrechten Katrin Schneider hat, „das ist die herausragende Trierer Spielerin“, und Sympathien für ihren Ex-Klub hegt, will sie mit der HSG dort unbedingt gewinnen.„Wir müssen mit Geduld spielen und dürfen nicht so viele Fehler wie gegen Celle machen“, fordert sie und hofft auf den dritten Sieg in Folge. Mit dem könnten die Vipers erst einmal beruhigt in die (Erstliga-)Zukunft schauen, während eine Niederlage ein großer Rückschlag für sie wäre. (jh)

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