Handball-Bundesliga Frauen

Gewinnen, sonst nichts! - Bad Wildunger Vipers wollen gegen Rosengarten ersten Saisonsieg einfahren

 Handballerinnen im Jubelkreis
+
Darf ich bitten: Die Wildunger Handballerinnen würden nur zu gern mal wieder so einen Jubelkreis-Siegestanz anstimmen, vielleicht können sie sich nach dem Spiel gegen HL Buchholz-Rosengarten so in Szene setzen.

Bad Wildungen – Die Vipers sind wie Kinder. Die Sorgen um sie hören nie auf. Mit vier Niederlagen in vier Spielen, davon zwei heftige gegen Blomberg (22:32) und Bietigheim (23:41), haben die Handballerinnen der HSG Bad Wildungen einen Fehlstart in der Bundesliga hingelegt.

Und nun steht am Samstag das Kellerduell auf dem Bundesliga-Spielplan: punktlose Vipers gegen punktlose Luchse. Die Mannschaft der HL Buchholz-Rosengarten tritt am Samstag (19 Uhr) in der Halle der Gesamtschule Edertal an.

Es geht schon um viel, oder? Vipers-Trainerin Tessa Bremmer bejaht zwar diese Frage, aber sie geht mit diesem Spiel und der ungünstigen Situationen ihrer Mannschaft recht gelassen um. Die Niederländerin weiß, dass die Saison noch jung ist und sie erinnert sich auch an manch anderen Fehlstart der Vipers, etwa in der Spielzeit 2019/20, als ihr Team mit 0:12 Punkten loslegte und dennoch den Klassenerhalt schaffte.

Kopf in der Pause wieder frei kriegen

Während der Länderspielwoche stand das Trainingspensum der Vipers nicht unter dem Motto „auf hoch verlieren folgt hart trainieren“, sondern Bremmer bevorzugte den Weg: Den Kopf wieder frei kriegen, um einen guten Neustart hinzubekommen. „Da unsere Torhüterinnen für die Schweiz unterwegs waren, haben wir individuell trainiert und am Wochenende hatten die Mädels frei, konnten mal wieder zu ihren Familien fahren.“

Die Trainerin schaut nicht gern zurück. So fließt die siegreiche Partie (30:20) ihres Teams gegen Rosengarten vor einem Jahr nicht in ihre Vorbereitung mit ein. „Das bringt nichts, es sind heute wieder ganz andere Mannschaften.“

Die Vipers haben gegen die Handball-Luchse, die vor den Toren Hamburgs zu Hause sind, meist recht gut ausgesehen. Dennoch sagt Bremmer: „Rosengarten ist nicht unser Lieblingsgegner, wir haben gegen sie auch schon schlecht ausgesehen.“

Geduldige, eingespielte Mannschaft mit Überraschungseffekt

Denkt die Trainerin an Rosengarten, denkt sie an eine sehr eingespielte Mannschaft, die sehr geduldig spielt, eine unangenehme Abwehr stellt und an eine Überraschungsmannschaft, die extremen Höhen und Tiefen.

Natürlich hat sich das momentane Rosengartener Verletzungspech auch bis nach Bad Wildungen herumgesprochen. „Sie hatten nun auch ein paar Tage Regenerationszeit, wir werden sehen, wer da bei uns auftaucht“, sagt Bremmer. Sie geht aber schon davon aus, dass ihr Team derzeit den breiteren Kader hat und deshalb sei Tempospiel angesagt, um den Gegner müde zu laufen. „Das funktioniert aber nur, wenn wir gut in der Abwehr stehen“, betont die Trainerin. Sie hat ihr Team natürlich auf die beiden Rosengartener Deckungsysteme 5-1 und 6-0 eingestellt.

Nach den hohen Niederlagen hatte Bremmer kritisch bemerkt, das ihr Team in einigen Situationen dem Druck nicht standgehalten habe. Aber ist der Druck gegen Buchholz-Rosengarten nicht noch größer? Schließlich ist gegen diesen Gegner ein Sieg Pflicht.

Doch Bremmer wiegelt ab. Drucksituationen könne man nicht trainieren, aber man könne darüber reden. „Solche Gespräche finden bei uns täglich statt, aber jetzt nicht unbedingt in dieser Woche zehnmal mehr als in anderen Wochen, weil ich denke, dass dies eher den Druck bei meinen Spielerinnen erhöhen würde als ihn zu senken.“

Personell ist der Bad Wildunger Kader bis auf Julie Hafner komplett, ein Fragezeichen steht noch hinter dem Einsatz von Leonie Patorra. (rsm)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare