Dezimierte Vipers gehen in Blomberg mit 18:32 (10:14) unter

Große Packung für Mini-Aufgebot

Blomberg/Bad Wildungen - Die HSG Bad Wildungen kann bei der Pleite bei der HSG Blomberg-Lippe den personellen Aderlass nach den Abgängen von Cristina Mihai, Rebeca Cembranos Bruzon und nun auch von Laura Vasilescu nicht kompensieren: Der Handball-Bundesligist muss für die 2. Liga planen.

Bereits ein Blick auf den Spielberichtsbogen ließ nichts Gutes für die Vipers für die Begegnung beim Achten erwarten. Gerade einmal zehn Handballerinnen waren dort bei den Gästen aufgeführt. Während die zum Kader zählenden A-Jugendlichen Karina Morf, Marie-Theres Raum und Simona-Maria Cipaian für das Jugendteam im Einsatz waren, hatte sich die rumänische Rückraumspielerin Laura Vasilescu am Freitagmorgen bei Trainer Karsten Moos per SMS abgemeldet. Die 28-Jährige, die sich wie Cristina Mihai (SG Kirchhof) und Rebeca Cembranos Bruzon (HC Neustadt-Sebnitz) dem Verzicht des übrigen Teams drei Monatsgehälter nicht anschließen wollte, wird nun doch aller Wahrscheinlichkeit nach zum Ligakonkurrenten Vulkan-Ladies Koblenz/Weibern wechseln, der am Mittwoch (19 Uhr) pikanterweise in der Bad Wildunger Ense-Halle gastiert. Nicht ausgeschlossen, dass Vasilescu dann bereits für ihr neues Team aufläuft.

Dagegen wird Rechtsaußen Romana Grausenburger nicht zu Zweitligist Ober-Eschbach gehen. „Ich bleibe in Bad Wildungen“ dementierte die Österreicherin entsprechende Gerüchte. Bei Fragen nach dem Fehlen von Vasilescu verwies der Vipers-Beiratsvorsitzende Jochen Backhaus auf „den für die Presse zuständigen Simon Hallenberger“, der diese aber nicht beantworten wollte. „Ich bin nur zum Handball gucken hier“, sagte der Unternehmer, der zu der Sponsorengruppe der Vipers gehört, der es gelungen ist, so Backhaus, die Insolvenz abzuwenden. Was beide dann sahen, dürfte ihnen nicht gefallen haben, weil schon der 0:4-Start der Gäste nach nur fünf Minuten vor 550 Zuschauern die schlimmsten Befürchtungen zu bestätigen schien.

Auch nach dem 1:4 (6.) durch die zunächst als Spielmacherin aufgebotene gelernte Kreisläuferin Tessa Cocx war das Schlusslicht größtenteils bis zum 6:13 (22.) nur ein Spielball der Blombergerinnen. Dabei konnte die in der Anfangsformation aufgebotene Kreisläuferin Theresa Loll keine Akzente setzen, während die im rechten Rückraum für Mihai aufgebotene Annika Busch ein Totalausfall war. „Sie war im Rückraum überfordert“, sagte Moos, mit dem sich Busch in der 47 Minute nach einer Auswechslung ein Wortgefecht lieferte. Überfordert war in der Aufbaureihe auch die eingewechselte A-Jugendliche Andrea Mertens. Dass die Vipers zum 10:14-Pausenstand verkürzen konnten, lag deshalb vor allem an den Paraden von Torfrau Julia Gronemann und den Treffern von Cocx.

Moos: „Grenzbelastung für alle“

Doch die Hoffnung des kleinen Kaders vielleicht doch noch für eine große Überraschung zu sorgen, war bei Moos schon nach dem 11:17 (34.) gegen keineswegs glänzenden Blombergerinnen dahin. Mit der Maßnahme Sabine Heusdens in der zweiten Halbzeit durch Kim Berndt kurz decken zu lassen, legte Blombergs Coach André Fuhr das Angriffsspiel der Vipers endgültig lahm. „Wir sind eben leicht auszurechnen“, sagte Gronemann, die mit ihren 20 Paraden ein noch höheres Debakel ihres dezimierten Teams, bei dem der Frust immer größer wurde, verhinderte. „Man hat gemerkt, dass uns die Alternativen fehlen. Das ist eine Grenzbelastung für uns alle. Wir müssen die Sache jetzt durchziehen“, sagte Moos.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare