Enttäuschende Leistung der HSG

Bad Wildungen geht mit 26:30 erneut leer aus in Buxtehude

Vipers-Handballerin Sabine Heusdens mit ausgebreiteten Armen.
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Signalisiert Ratlosigkeit: Sabine Heusdens, die in Buxtehude fünf Treffer in Halbzeit zwei erzielte (Archivfoto).

Die HSG Bad Wildungen kann beim Buxtehuder SV nicht gewinnen. Auch das neunte Bundesliga-Duell mit den Hansestädterinnen seit 2011 ging für die heimischen Handballerinnen mit 26:30 (13:13) verloren.

Buxtehude - Tessa Bremmer zeigte sich nach der Niederlage gegen die personell angeschlagenen Gastgeberinnen schwer enttäuscht. „Ein absolut verdienter Sieg. Buxtehude war definitiv die Mannschaft, die mit mehr Druck und Aggressivität gespielt hat“, sagte die Vipers-Trainerin. Sie habe ihr eigenes Team nach den zuletzt „drei überragenden Spielen“ dagegen nicht wiedererkannt. Ihr fehlte die letzte Aggressivität in der Defensive und der Zug zum Tor. „Wir haben im Angriff viel zu viel in der Breite gespielt“, sagte sie.

BSV-Coach Dirk Leun hatte seinen gebeutelten Kader kurzfristig um Rückraumspielerin Caroline Müller-Korn aufpäppeln können, die allerdings nur für die Siebenmeter aufs Parkett kam (und vier von fünf Versuchen verwandelte) . Tessa Bremmer konnte volle Kapelle dagegen setzen. Ihr Team stand im ersten Abschnitt noch einigermaßen kompakt in der Abwehr und ließ Buxtehude wenig Lücken, zumal den Gastgeberinnen auch nicht viel einfiel. Zudem zeigte sich Manuela Brütsch bei insgesamt fünf Paraden zumindest vor der Pause als sicherer Rückhalt.

In doppelter Unterzahl mit drei Toren in Rückstand

.Durchaus typisch für den Vipers-Auftritt: Erst vergab Jana Scheib leicht das 10:6 (20.), beim nächsten Angriff scheiterte Mareike Blase an der bärenstarke BSV-Keeperin Katharina Filter, und nach Bremmers erster Auszeit beim Stande von 9:8 für die HSG patzte Blase beim Anspiel auf Ingenpaß. Die Quittung war das 9:9 durch die starke Johanna Heldmann (22.).

Nach einem 0:1-Rückstand kamen die Vipers auch recht ordentlich ins Spiel und erzielten bis zur 18. Minute erstmals einen Drei-Tore-Vorsprung (9:6). Allerdings unterliefen ihnen immer wieder Patzer im Aufbau. Zudem leisteten sie sich besonders aus dem Rückraum zu viele Fehlwürfe und traten zu wenig variabel auf. Kreisläuferin Annika Ingenpaß erhielt zwar ihre Anspiele und erzielte in der ersten Halbzeit auch drei Treffer. Im zweiten Abschnitt wurde sie aber viel zu selten eingesetzt. Auf Rechtsaußen bekam Vanessa Plümer nach ihrem Ausgleich zum 1.:1 kaum einen Ball.

Die Begegnung war vollkommen offen, doch nach dem Gleichstand bei Halbzeit lief bei Bad Wildungen wenig zusammen. In doppelter Unterzahl gerieten die Vipers mit drei Treffern in Rückstand (13:16), ehe sie mit Scheibs 19:19 wieder den Ausgleich erzwangen (42.).

Mit Heusdens kommt neuer Schwung

Bremmer hatte mit der Einwechselung von Sabine Heusdens auf mehr Power im Angriff gesetzt. Bis weit in die zweite Hälfte hinein ging der Plan auf, zumal die Halblinke gleich erfolgreich war, insgesamt drei Siebenmeter verwandelte und mit fünf Toren noch beste Werferin ihres Teams (mit Larissa Platen) wurde. Die HSG stellte den Gegner außerdem mit einer offenen 4:2-Deckung kaum vor Schwierigkeiten, im Gegenteil öffnete sie Räume.

In der entscheidenden Phase aber, die die gut aufspielende Anna-Maria Spielvogel mit dem 24:24 einleitete (52.), reihten sich Pleiten, Pech und Pannen aneinander. Vor allem aus dem Rückraum. Heusdens vergab gegen Keeperin Filter, die insgesamt 17 Paraden zeigte, Platen verlor den Ball, Heusdens setzte .das Spielgerät aus sieben Metern an den Pfosten - in der Summe erzielten die Gäste zwischen der 52. und 59. Minute nur noch einen Treffer.

Spätestens mit dem 29:25 durch Teresa von Prittzwitz, mit einem halben Dutzend Buden gemeinsam mit Johanna Heldmann Buxtehudes erfolgreichste Schützin, anderthalb Minuten vor der Schlusssirene war die Sache durch für die Gäste. Buxtehude holte erstmals nach fünf Spielen wieder einen doppelten Punktgewinn, Bad Wildungen bilanzierte die dritte Niederlage aus den letzten vier Partien. (mn)

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