Kein deutscher Meister, Vipers bleiben Zwölfter

Handball-Bundesliga Frauen: So wird die Saison gewertet

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Eine gegen zwei: Die Bad Wildungerin Maxi Mühler (Mitte), die mit den Vipers nach der Wertung des Ligaverbandes Zwölfte bleibt, versucht sich dur chzusetzen gegen die erstplatzierten Dortmunderinnen Alina Grijseels (links) und Dana Bleckmann, deren Team vom Ligaverband erstaunlicherweise nicht zum Meister ernannt wurde. 

Stell Dir vor, Du bist Erster am Saisonende, darfst aber nicht Meister sein. Die Handballfrauen des BVB kennen nun dieses Gefühl.

Bad Wildungen – Der Ligaverband der Handball-Bundesliga Frauen (HBF) hat nun für die am 18. März 2020 wegen des Coronavirus vorzeitig abgebrochene Spielzeit Entscheidungen getroffen. 

Die wichtigsten im Überblick:

Tabelle

Zur Ermittlung der Platzierungen wird dabei die Abbruchtabelle (Stand 12. März) unter zur Hilfenahme der Quotientenregelung (Pluspunkte geteilt durch Anzahl der Spiele mal 100) herangezogen. 

Obwohl der fünftplatzierte Thüringer HC und der Siebte Buxtehuder SV ein Spiel weniger bestritten haben, ändert sich am Ranking durch die Quotientenregelung nichts. So bleibt die HSG Bad Wildungen auch weiterhin Tabellenzwölfter.

Meister

In der Saison 2019/20 wird kein Deutscher Meistertitel vergeben. Maßgeblich für diese Entscheidung war, dass zum Zeitpunkt des Abbruchs noch fast ein Drittel der Saison zu spielen war und unter anderem auch das direkte Duell zwischen dem Tabellenzweiten SG BBM Bietigheim (33:3 Punkte) und Tabellenführer Dortmund (34:2) noch ausstand, so die äußerst umstrittene Entscheidung der HBF. 

Diese wird vor dem Hintergrund, dass die beiden Topteams über 69 Prozent ihrer Spiele absolviert haben und bei den Männern der THW Kiel nach 26 von 34 Spielen zum Meister gekürt wurde, noch unverständlicher.

Internationale Plätze

Für die Champions-League-Saison 2020/21 wird gemäß der Abbruchtabelle Tabellenführer Dortmund gemeldet. Die HBF wird sich außerdem um eine Wildcard für den Zweitplatzierten Bietigheim bei der Europäischen Handball Föderation (EHF) bewerben.

Für die European Handball League (EHL, ehemals EHF-Cup) 2020/21 werden Bietigheim und die drittplatzierte TuS Metzingen gemeldet. Sofern der weitere zur Verfügung stehende Startplatz nicht über den DHB-Pokal 2020 ermittelt werden kann, rückt der Tabellenvierte HSG Blomberg-Lippe nach. Die HBF wird darüber hinaus bei der EHF einen zusätzlichen Startplatz für die EHL beantragen, dies für den Tabellenfünften Thüringer HC (sofern kein Startplatz über den DHB-Pokal 2020 ermittelt werden kann).

Aufsteiger

Während schon beim Saisonabbruch beschlossen worden war, dass es keine Erstligaabsteiger geben wird, steigen aus der 2. Bundesliga der Erstplatzierte Handball-Luchse Buchholz 08-Rosengarten sowie der sich auf dem Relegationsplatz befindliche Tabellenzweite SV Union Halle-Neustadt in die 1. Bundesliga auf. 

Die Entscheidungen gelten vorbehaltlich der für Mitte Mai vorgesehenen Lizenzentscheidungen. Eventueller Nachrücker wäre der Zweitligadritte BSV Sachsen Zwickau mit den Ex-Vipers Petra Nagy und Nadja Bolze.

Aufstockung

Da es keine Absteiger gibt, wird die 1. Bundesliga für die Saison 2020/21 von bisher 14 auf 16 Teams aufgestockt. Die Abstiegsregelungen für die kommende Saison werden so getroffen, dass ab der darauffolgenden Saison 2021/22 die ursprüngliche Ligastärke von 14 Mannschaften wieder erreicht werden wird, sodass die Teams auf den Plätzen 14, 15 und 16 absteigen werden und der Dreizehnte gegen den Zweitligazweiten zwei Relegationsspiele bestreitet.

Zweite Liga

Auch hier wird kein Meistertitel vergeben. Da bis zum Fristende am 15. April keine Lizenzanträge von Drittligisten bei der HBF eingegangen sind, wird es in der kommenden Saison keine Aufsteiger aus der 3. Liga geben. 

Andernfalls hätte die HBF, wie im Grundlagenvertrag mit dem Deutschen Handballbund (DHB) vereinbart, bis zu drei Aufsteiger aufgenommen. So besteht die 2. Liga besteht in der kommenden Spielzeit aus 14 Mannschaften.

DHB-Pokal 2020/21

Die HBF wird den DHB-Pokal 2020/21 nur mit Erst- und Zweitligateams durchführen. Über den genauen Modus wird zu einem späteren Zeitpunkt entschieden. Der Termin für das Final Four-Turnier in der Porsche-Arena Stuttgart ist der 15. und 16. Mai 2021.

Fraglich ist weiterhin auch, was mit dem Final-Four-Turnier 2020 passiert, das für 23. und 24. Mai angesetzt war und bei dem Göppingen auf Borussia Dortmund trifft, während sich zudem der Thüringer HC und Tus Metzingen gegenüberstehen. Laut der HBF wird eine Verlegung in die zweite Jahreshälfte geprüft.

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