Vertrag mit Rinka Duijndam wird nicht verlängert

Vipers holen Torfrau Anne Bocka aus Nellingen

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Die Neue im Tor der Bad Wildunger Vipers: Anne Bocka.

Bad Wildungen. Am vergangenen Samstag zog sie den Vipers den Giftzahn, zur neuen Saison wird Anne Bocka nun eine Bad Wildungerin: Die Torhüterin wechselt vom TV Nellingen zum Waldecker Handball-Bundesligisten, wie die HSG Mittwoch früh mitteilte.

Beim 30:26-Erfolg der Hornets in der Ense-Halle parierte Anne Bocka zehn völlig freie Würfe der Vipers und konnte zu Recht großen Anteil an den beiden Auswärtspunkten der Hornets für sich reklamieren.  In der neuen Spielzeit wird die 24 Jahre alte Keeperin in Bad Wildungen gemeinsam mit Manuela Brütsch das Torduo bilden, ihr Vertrag läuft über zwei Jahre. Die Konsequenz daraus: Der Vertrag mit Rinka Duijndam werde nach zwei Jahren bei den Vipers nicht verlängert, heißt es in der Mitteilung.

Duijndam: Weiterer Schritt für mich

Nach WLZ-Informationen war die Entscheidung für Anne Bocka die Reaktion darauf, dass Rinka Duijndam ein vorliegendes Angebot der Vipers bis zu einer gesetzten Frist nicht annehmen wollte oder konnte. Die HSG zog daraufhin ihre Offerte zurück. 

Die 20-Jährige Niederländerin wird nun mit dem Ligarivalen BVB Dortmund in Verbindung gebracht, der ihr einen finanziell lukrativeren Vertrag bieten kann als die Vipers. Unumstrittene Nummer eins im Team von Ildiko Barna ist allerdings Clara Woltering, die frisch zur "Handballerin des Jahres" gekürt worden ist.

Duijndam teilte auf WLZ-Anfrage mit, sie habe sich entschieden, die Vipers zu verlassen, "weil ich gerne einen weiteren Schritt in meiner Handball-Karriere machen möchte." "Ich habe bei den Vipers die Chance gekriegt, erste Bundesliga zu spielen,  und es hat mich sehr gefreut,  ein Teil dieses Vereins zu sein", schreibt sie. Zu den Spekulationen über einen Wechsel nach Dortmund äußerte sie sich nicht.     

Bremmer: Absolute Wunschspielerin

„Anne war von Anfang an meine absolute Wunschspielerin auf der Position. Ich kenne sie noch aus meiner Zeit in Trier, in der sie bereits als junge Spielerin ihren Ehrgeiz und Willen, immer das Beste zu erreichen, an den Tag gelegt hat“, sagt die Bad Wildunger Trainerin Tessa Bremmer. 

Anne Bocka, gebürtige Ulmerin, ging mit 13 Jahren den Weg ins Erfurter Sportinternat und wechselte mit 16 Jahren vom Thüringer HC nach Trier. Im Jahr 2013 schloss sie sich den Hornets in Nellingen an. "Sie hat sich seitdem stetig weiterentwickelt und trug auch maßgeblich zum Aufstieg in die 1. Bundesliga bei", bescheinigt ihr der Nellinger Geschäftsführer Bernd Aichele, der der Torhüterin für ihren "unermüdlichen Einsatz im Team der Hornets dankte".

"Nächste Schritte der Karriere"

Anne Bocka lässt sich mit dem Satz zitieren, sie habe in ihren fünf Nellinger Jahren "tolle Menschen kennengelernt, die mir sowohl eine persönliche als auch sportliche Weiterentwicklung ermöglichten". Der Erstliga-Aufstieg  sei der bisherige Höhepunkt ihrer Laufbahn gewesen. "Mit diesen Erfahrungen möchte ich mich nun bei den Vipers einbringen und den nächsten Schritt in meiner Karriere gehen."

Die Torhüterin nimmt mit ihrer gelegentlich unorthodoxen, sehr emotionalen Spielweise meist wesentlichen Einfluss auf Verlauf und Ausgang der Partien. „Sie ist eine gestandene Spielerin mit ausgewiesenen Führungsqualitäten“, sagt Tessa Bremmer, gemeinsam mit Manuela Brütsch werde die Neue "ein überragendes Duo bilden, da sie sich vom Typ her grundlegend unterscheiden und dadurch auch wieder klasse ergänzen“.

Auch der sportliche Leiter der Vipers, Jochen Busch, begrüßte die Unterzeichnung des Vertrags über zwei Jahre mit starken Worten.  Bocka habe ein "beeindruckendes Leistungsniveau" erreicht. "Ich bin zuversichtlich, dass sie unseren Kader deutlich voranbringt, wir aber auch gemeinsam an ihrem Potenzial mit unserem Torwarttrainer Detlef Kleinmann weiter feilen und davon profitieren werden.“ 

Rinka Duijndam war als 18 Jahre alte Jugendnationaltorhüterin der Niederlande nach Bad Wildungen gewechselt. In der laufenden Saison kommt sie auf elf Einsätze bei den Vipers, nur einen weniger als Manuela Brütsch, viermal war sie unter den besten Spielerinnen. (jh/mn)

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